1 Milliarde Gründe gegen Android - Microsoft bezahlt Nokia

Im Februar lies Nokia-CEO Stephen Elop auf dem MWC durchsickern, das die Partnerschaft mit Microsoft auch finanzielle Gründe hat. Nun werden erste Details bekannt: der Konzern aus Redmond zahlt Nokia über eine Milliarde Dollar in den nächsten fünf Jahren. Im Gegenzug nutzt und vermarktet der finnische Hersteller das mobile Betriebssystem Windows Phone 7.

Microsoft braucht dringend einen Wachstumsschub für sein mobiles Betriebssystem um nicht den Anschluss an die Konkurrenz zu verlieren. Nach Zahlen des Marktforschungsinstitutes Comscore sank Microsofts Marktanteil von Smartphones im Zeitraum von Oktober 2010 bis Januar 2011 von 9,7 auf 8,0 Prozent. An der Spitze steht erstmals Googles Android-Platform mit 31,2 Prozent (plus 7,7 Prozent). Der Anteil von Blackberry-Hersteller RIM sank um 5,4 Prozentpunkte auf 20,4 Prozent. Das iPhone von Apple steht unverändert auf Platz drei mit 24,7 Prozent.

Wer bietet mehr?

Die Unternehmen Google und Microsoft sollen eine regelrechte Bieterschlacht um das finnische Unternehmen geführt haben, nicht zuletzt durch die eine Milliarde Dollar, die an Nokia gezahlt werden, ging Microsoft als Sieger hervor. Nach Angaben von Nokia waren jedoch auch andere Gründe entscheidend für die Partnerschaft mit Microsoft. Einer der Gründe ist die geringe Verbreitung von Windows Phone 7, der Hersteller erhofft sich eine starke Aufstellung und Absetzung von der Konkurrenz, welche größtenteils auf Googles Android-Plattform setzt.

Die Anleger sind skeptisch

Nach wie vor gibt es Zweifel ob die Zusammenarbeit von Microsoft und Nokia die erhofften Vorteile bringt. Seit bekanntwerden der Partnerschaft hat die Nokia-Aktie mehr als ein Viertel ihres Wertes eingebüßt - in weniger als vier Wochen. Microsoft steht in Form ihres CEO Steve Ballmer ebenfalls unter Druck, die Aktionäre werfen Ihm vor die tatsächlichen wirtschaftlichen Verhältnisse Mobil-Abteilung durch den Zusammenschluss mit der Gamingsparte zu verheimlichen. Seit beginn des Jahres verlor die Microsoft-Aktie rund acht Prozent an Wert.

Befürworter der Partnerschaft gehen davon aus, dass sich Microsofts Investition bald auszahlen werde. Die Lizenzgebühren für Windows Phone 7 werden beim Kauf fällig und dürften dem Konzern langfristig mehr Geld einbringen als er investiert hat. So die Theorie. Kritiker wollen jedoch den wahren Grund für die Milliardenzahlung kennen: Man wollte die Finnen von der Zusammenarbeit mit Goolge abhalten.