Lässt 5G euer Gehirn schmelzen? Dieses Video schürt Angst vor Netzstandard

Der neue Mobilfunkstandard 5G ist mittlerweile auch in Deutschland angekommen. Immer wieder kursieren aber auch Theorien, dass die Neuerung unserer Gesundheit schaden könnte. Derzeit trendet im Netz zum Beispiel ein Video, das jene Gefahr veranschaulichen soll. Der Tenor: 5G lässt euer Gehirn schmelzen.

In dem Clip seht ihr eine Person, die ein Smartphone in einen Ring aus Stahlwolle legt. Als das Handy angerufen wird, geht die Wolle direkt in Flammen auf und schmilzt vor sich hin. Das Video soll veranschaulichen, welche Strahlung wir uns (und unserem Gehirn) aussetzen, wenn wir uns ein 5G-Telefon ans Ohr halten, so der Verfasser. Auf Twitter haben bereits mehr als 18.000 Tausend Menschen den Clip mit "Gefällt mir" markiert und über 10.000 Leute haben ihn verbreitet – obwohl die Aufnahme ein plumper Fake ist und die Wissenschaft widerspricht.

Physikalisch unmöglich

Das Video ist erstmals im Dezember 2019 auf Youtube aufgetaucht. Das Testobjekt ist ein iPhone 6, also ein Smartphone, das überhaupt gar kein 5G unterstützt. Das Portal Snopes hat zudem genau hingeschaut. Wenn man die Wiedergabegeschwindigkeit verlangsamt, sei nach 29 Sekunden zu sehen, wie der vermeintliche Brand nur ein visueller Effekt sei und die Wolle eigentlich nie wirklich Feuer fange. Diese gilt zwar als sehr leicht entflammbar, allerdings nicht durch 4G- oder 5G-Funkwellen. Dies ist physikalisch unmöglich.

Bund und Forscher geben Entwarnung

Derzeit nutzt der 5G-Standard zudem Frequenzen, die von den oberen Hautschichten absorbiert werden. Die Funkwellen dringen also gar nicht weiter in unseren Körper vor. Wollten sie trotzdem Genmutationen verursachen, müsste die Energie laut Forschern um den Faktor 100.000 – 1.000.000 größer sein, so der Deutschlandfunk.

"Innerhalb der gültigen Grenzwerte und bei Einhaltung der an Mobiltelefone gestellten Anforderungen gibt es keine bestätigten Belege für eine gesundheitliche Wirkung des Mobilfunks", meldet auch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Vorsichtshalber gibt es dennoch weitere Untersuchungen, um mögliche indirekte Einflüsse zu ermitteln.


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