8Tracks - Handgemachte Musik für jede Stimmung

Wer Musik hören will, hat heutzutage schier unendliche Möglichkeiten in den Genuss zu kommen. Die neusten musikalischen Errungenschaften aus den digitalen Zentren der Welt sind Musikstreamingdienste, die seit einigen Jahren fest in das Nutzungsverhalten der Hörer gehören und immer beliebter werden. Nun haben wir Euch vor ein paar Wochen schon eine Reihe von populären Musikstreamingdiensten wie Spotify, Rdio oder auch AUPEO! vorgestellt.

Neulich zeigte mir ein Freund die App 8Tracks auf seinem iPhone. Wir kamen damit genau in den Musikgenuss, der unserer Stimmung entsprach. Wir waren begeistert und konnten uns kaum erklären, warum die Musik immer exakt unseren Wünschen entsprach, bis wir uns näher damit beschäftigten. Immerhin wurde 8Tracks im Jahr 2011 vom Time Magazin als eine der 50 besten Websites ausgezeichnet.

8Tracks - Was ist das?

8Tracks ist ein Internetradio, das Musiklisten für bestimmte Stimmungen und Themen mit mindestens 8 Liedern anbietet, die von anderen Nutzern händisch erstellt wurden. Dementsprechend können Nutzer sehr einfach nach Musiklisten suchen oder selbst Musiklisten anbieten, sogenannte Mixes. 8Tracks ist ein gemeinschaftliches Projekt aus New York, Kalifornien und Frankreich, das 2006 gegründet wurde und seit Mitte 2008 kostenlos Musik anbietet.

Das klingt alles wunderbar, doch was genau bewegt das Team hinter 8Tracks? Das Team kombiniert Musiktradition mit den Vorteilen der Reichweite in der digitalen Welt. 8Tracks glaubt an die händische Auswahl von Musik, wie es damals im Radio der 70er Jahre oder mit den Mixtapes aus den 80er Jahren geschah. Hobby-DJs und professionelle können so Ihre Lieblingsmusik als Mixes anbieten und Hörer kommen in den Genuss von ausgewählter und empfohlener Musik.

Wie funktioniert das Programm?

8Tracks ist für Apples Betriebssystem iOS ab Version 5.0 verfügbar, für Android-Geräte ab Version 2.1 und als Browser-Variante. Um mit 8Tracks Musik zu hören, muss man sich mit einem Benutzernamen, Passwort und einer gültigen Email-Adresse, wahlweise auch mit seinem Facebook-Konto anmelden. Das überstanden, kann man direkt loslegen und beliebig nach Genre und Stimmungen Playlisten suchen. So kombiniert man z.B. „summer“ und „dance“ und es werden passende Playlisten als Coverübersicht angeboten. Geht man im Browser mit dem Mauszeiger nun auf ein Cover oder lässt sich in der App mehr Details anzeigen, wird dem Nutzer eingeblendet wie oft der Mix bereits favorisiert und gespielt wurde - ein guter Indikator für die Qualität der Liste. Auch können die Mixes sofort zur eigenen Kollektion hinzugefügt werden. In der App werden die Anzahl der Mixes unter „Search“ dem Nutzer angezeigt, so kann eingesehen werden, wo die meisten Mixes zu welchem Thema existieren.

Da alle Listen von Nutzern erstellt werden, kann man, wie auch in anderen Netzwerken, Nutzern auf 8Tracks folgen und deren erstellte oder favorisierten Listen einsehen. Da Netzwerke meistens auch eine „Teilen“-Funktion haben, können Listen oder ganze Nutzer auf anderen Netzwerken geteilt werden. Darunter Facebook, Twitter, Pinterest, Tumblr und Google+.

8Tracks - Muss ich dafür zahlen?

8Tracks ist grundlegend kostenlos und finanziert sich über Werbung, die dem Nutzer regelmäßig im Browser eingeblendet werden. In der App für iOS und Android findet man jedoch keine Werbung. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit 8Tracks plus, also den Premium Service, für 25$ und 6 Monate Laufzeit zu erwerben. Für den Hörer hat das den Vorteil, dass die eingeblendete Werbung verschwindet, mehr jedoch nicht. Für DJs, also für Nutzer, die Musik hochladen, besteht die Möglichkeit, eigene Mixes automatisch nacheinander abspielen zu können. Mehr Vorteile und Features sollen laut 8Tracks folgen. 25$ sind ungefähr 20€, dafür bekommt der Nutzer aber nicht wirklich wichtige Vorteile. Auf einen Premium-Service kann derzeit noch verzichtet werden.

Wo kommt die Musik her?

Handgefertigt heißt bei 8Tracks, dass die Musik direkt von den Nutzern kommt, die diese selbständig hoch laden und öffentlich anbieten düfen. Das erinnert an eine Art zweites Napster und doch ist es legal. 8Tracks läuft unter der 1998 verabschiedeten compulsory license for webcasting, eine Lizenz speziell für die Übertragung von Inhalten im Netz, die es erlaubt schon veröffentlichte Musik anzubieten, ohne dafür explizit den Urheber oder Künstler fragen zu müssen. Jedoch muss dafür im Gegenzug eine Gebühr an die Urheber und Künstler gezahlt werden. Auch behält sich 8Tracks vor, Musik nicht zu veröffentlichen, sofern es nicht dem Lizenzmodell von 1998 entspricht.

Mit gutem Gewissen voran, kann man nun also anfangen eigene Musik-Mixes anzulegen und zu veröffentlichen. Dazu geht man in der Browser-Version auf sein Icon in der Leiste am oberen Rand und wählt „Create Mix“ aus. Nun können nach Belieben eigene Lieder oder aus SoundCloud hinzugefügt werden. Das getan, gibt man dem Mix einen Namen, eine Beschreibung und ein Cover, um es für andere Nutzer ansehnlich zu machen. Im letzten Schritt fügt man noch „Tags“ hinzu, um anderen Nutzern die Möglichkeit zu geben, den erstellten Mix zu finden. Diese Tabs kann der Nutzer dann unter „Discovery“ auswählen, die bisher über 600 verschiedene Tags zu verschiedenen Themen und Genre anbieten.

Fazit

Nach anfänglicher Skepsis wo diese wirklich gute Musikauswahl herkommt, bin ich nun ein überzeugter 8Tracks-Hörer geworden. Die Musikauswahl ist in fast allen Fällen ausgezeichnet und befriedigt sehr oft mein aktuelles Verlangen nach neuer Musik, ohne Stunden danach suchen zu müssen.

Dass 8Tracks nicht nur den Nutzern Spaß macht, sondern auch den Entwicklern dahinter, zeigt die Einstellung zu diesem „Projekt“. So heißt es auf der Website: „8Tracks was launched 2008 by a small team working nights and weekends in New York, California, and France.“ Gegründet als Hobby nebenher verrückter Musikliebhaber und weiterentwickelt zu einer Leidenschaft, der Welt wirklich gute Musik zu bieten, ohne Druck großer Investoren oder Anleger. Bitte mehr davon!