Alexa: Amazon gibt sensible Sprachdateien versehentlich heraus

UPDATE
Helfer oder Spion? Amazon Echo im Wohnzimmer
Helfer oder Spion? Amazon Echo im Wohnzimmer(© 2016 CURVED)

Update, 20. Dezember 2018, 16:55 Uhr: Amazon hat uns ein Statement zukommen lassen, das ihr im vorletzten Absatz findet. Offenbar handelt es sich bei der Angelegenheit um einen "isolierten Einzelfall", der mittlerweile geklärt ist.

Ursprünglicher Artikel:

Datenschützer fühlen sich bestätigt: Amazon hat offenbar eine ganze Reihe an Sprachaufzeichnungen von Alexa herausgegeben. Das Problem: Der Empfänger hatte die Daten weder angefordert, noch handelte es sich um Aufzeichnungen von ihm.

Ein Nutzer soll Amazon.de gebeten haben, ihm die über ihn gespeicherten Daten mitzuteilen, berichtet Heise. Den vollständigen Artikel zu dem Vorfall findet ihr in der Ausgabe 1/2019 der c't. Nach zwei Monaten erhielt der Nutzer von Amazon ein ZIP-Archiv, in dem sich neben 50 Dateien zu seiner Person auch Tausende Sprach-Dateien befanden. Nach eigener Aussage hatte dieser Kunde aber die Sprachassistentin Alexa noch nie verwendet.

Betroffener Nutzer nicht informiert

Insgesamt sollen sich in dem von Amazon übermittelten ZIP-Archiv rund 1700 WAV-Dateien befunden haben. Das Unternehmen habe sich auf seine Rückfragen zu dem Umstand nicht geäußert. Allerdings hat es offenbar das Ziel des Download-Links gelöscht. c't konnte den Nutzer ausfindig machen, von dem die Sprachaufzeichnungen stammen. Dieser war wütend, da Amazon ihn nicht einmal informiert hatte, dass die Daten in falsche Hände geraten sind.

Zu dem Vorfall hat uns Amazon folgendes Statement zukommen lassen: "Dieser unglückliche Fall war die Folge eines menschlichen Fehlers und ein isolierter Einzelfall. Wir haben das Problem mit den beiden beteiligten Kunden geklärt und Maßnahmen zur weiteren Verbesserung unserer Prozesse ergriffen. Wir standen auch vorsorglich in Kontakt mit den zuständigen Behörden."

Das Vertrauen der Nutzer in den Umgang der Unternehmen mit ihren Daten dürfte das Ereignis aber dennoch kaum gestärkt haben. Erst kürzlich wurde bekannt, dass Facebook über 150 Firmen Zugriff auf persönliche Daten ermöglicht haben soll – ohne das Einverständnis der Nutzer einzuholen.


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