Amazon darf den Namen Appstore weiter nutzen

Als Amazon anfing, auch Apps für Android-Smartphones anzubieten, da war vor allem Apple gar nicht amused darüber. Denn Amazon bot nicht nur Produkte der Konkurrenz (Google/Android) an, sondern nannte die Plattform, über die die Anwendungen erhältlich waren auch noch Appstore.

Apple gefiel das gar nicht, denn eigentlich vertreibt der Konzern aus Cupertino unter dem Namen App Store doch selbst Apps für iPhone und iPad. Man war der Ansicht, dass der Begriff Appstore irreführend sei und Nutzer meinen könnten, dass damit Apples App Store gemeint sei. Apple zog vor Gericht und wollte eine einstweilige Verfügung gegen Amazon und den Appstore erwirken.

Das kalifornische Gericht lehnte den Antrag von Apple nun ab. Phyllis Hamilton, Richterin am kalifornischen Bezirksgericht, sah es als nicht hinreichend belegt an, dass für Kunden bei den Namen „Apple App Store“ und „Amazon Appstore for Android“ Verwechslungsgefahr bestehe. Die beiden Begriffe stehen nicht nur auf völlig unterschiedlichen Plattformen zur Verfügung, sondern sprechen auch unterschiedliche Nutzer an und sind sich optisch nicht ähnlich.

Doch auch wenn Amazon hier als der glückliche Gewinner hervorgeht, einen kleinen Dämpfer gab es doch. Der Online-Versandhändler hatte argumentiert, dass der Begriff Appstore ein allgemeiner Begriff sei, der nicht geschützt werden könne. Damit war Richterin Hamilton jedoch auch nicht ganz einverstanden. Dennoch darf Amazon den Namen Appstore weiterhin für seine Download-Plattform verwenden – zumindest vorerst. Denn es ging ja bislang nur um eine einstweilige Verfügung. Die Hauptverhandlung wird erst im Oktober 2012 stattfinden. Bis dahin ist möglicherweise auch der Begriff „App Store“ von Apple markenrechtlich geschützt.