Amazon Fire TV (2017) im Vergleich mit Apple TV 4K und Chromecast Ultra

Amazon Fire TV, Chromecast Ultra und Apple TV 4K.
Amazon Fire TV, Chromecast Ultra und Apple TV 4K.(© 2017 Amazon/Google/Apple)

Amazon zieht nach und schraubt die 4K-Auflösung seiner Streaming-Box Fire TV hoch und macht sie HDR-fähig. Der Chromecast Ultra und das ebenfalls neue Apple TV 4K waren sogar schneller. Ein Vergleich der aktuellen Set-Top-Boxen.

In der neuesten Version ist der Amazon Fire TV keine kleine Box mehr, die wie der Apple TV 4K neben dem Fernseher steht. Stattdessen hängt sie als kleiner Kasten an einem kurzen HDMI-Kabel und verschwindet somit hinter dem Fernseher.

4K mit 60 fps und zwei HDR-Standards

4K-Auflösungen sind inzwischen bei neuen TVs Standard. Amazons Fire TV unterstützte bereits in der vorherigen Generation 4K-Inhalte mit 2160p. Das 2017er-Update zeigt jetzt aber bis zu 60 statt bisher nur 30 Bilder pro Sekunde an. Damit zieht Amazons kleine Streaming-Box mit dem Apple TV 4K und dem Chromecast Utra gleich, die ebenfalls 4K, bzw. UHD mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde unterstützen.

Neben der 4K-Auflösung spielt HDR (High Dynamic Range) als Qualitätsmerkmal bei Videos eine immer größere Rolle. Allerdings in zwei verschiedenen Versionen: HDR10, der offene Standard, der auf den meisten UHD-Blu-rays zum Einsatz kommt, und Dolby Vision. Bei dieser HDR-Technologie von Dolby können Filmstudios Bild für Bild in den Metadaten genau angeben, wie das Bild auszusehen hat. Dieses passt sich dynamisch an den jeweiligen Fernseher an, um die bestmögliche Darstellung zu bieten. Das neue Amazon Fire TV und der Chromecast Ultra unterstützen nur HDR10. Der Apple TV 4K beherrscht dagegen beide Technologien.

Speicherplatz und Anschlüsse

Der neue Fire TV hat einen acht Gigabyte großen internen Speicher. Dieser dient wie beim Apple TV, wo er allerdings 32 oder 64 Gigabyte groß ist, dazu Apps und Spiele zu installieren. Er wird nicht als (Zwischen-)Speicherplatz für gestreamte Inhalte benötigt. Deswegen kommt der Chromecast Ultra ohne nennenswerten internen Speicher aus. Er spielt nur Inhalte aus dem Internet ab oder zeigt die Displays von Smartphones und Tablets an. Apps lassen sich nicht installieren.

Alle drei Streaming-Gadgets schicken Ihre Signale per HDMI-Anschluss auf den Fernseher. Damit das in der höchstmöglichen Qualität klappt, muss der HDMI-Anschluss am Fernseher HDCP 2.2 unterstützen. Bei älteren Geräten mit entsprechend niedrigeren Standards, muss man mit Einschränkungen rechnen. Da hat 4K dann z.B. doch nur 30 Bilder pro Sekunde oder im schlimmsten Fall läuft nur Full-HD. Ebenfalls bei allen drei Geräten identisch ist WLAN nach dem aktuell schnellsten Standard 802.11ac im Dualband-Verfahren.

Falls das drahtlose Netzwerk für 4K-Streaming nicht ausreichen sollte, kann man alle drei Geräte auch per Ethernet-Kabel online bringen. Den Fire TV allerdings nur mit einem 15 Euro teuren Adapter. Die Stromversorgung erfolgt beim Apple TV 4K über einen eigenen Netzanschluss. Der Fire TV und der Chromecast Ultra nutzen dafür micro-USB-Anschlüsse. Während der neue Fire TV noch per Bluetooth 4.1 Verbindung zur Fernbedienung aufnimmt, beherrscht der Apple TV 4K Bluetooth 5.0 und nimmt zum Beispiel auch Texteingaben von Bluetooth-Tastaturen entgegen.

Smartphone, Fernbedienung und Sprachsteuerung

Die Wiedergabe auf dem Chromecast steuert man direkt von seinem Smartphone oder Tablet aus – auch vom iPhone oder iPad aus. Zusätzlichen lassen sich auch Tabs vom Chrome-Browser auf den Fernseher schicken. Über Apps lassen sich auf der Apple TV 4K (nur für iOS) und der neue Fire TV (iOS und Android) bedienen. Für beide gibt es auch eine Fernbedienung, die nicht nur Tasten hat, sondern auch ein Mikrofon. Darüber könnt Ihr Alexa bzw. Siri Anweisungen geben und die Assistenten einen Film starten oder nach einer Serienfolge suchen lassen.

Google macht keine Angaben zu den Dateiformaten und Codecs, die der Chromecast Ultra unterstützt. Amazon und Apple sind da auskunftsfreudiger:

Apple TV 4K
Video: H.264, HEVC und MPEG‑4 Video in .m4v, .mp4 und .mov
Audio: HE‑AAC, AAC, Protected AAC, MP3, MP3 VBR, Apple Lossless, FLAC, AIFF und WAV sowie AC3 und eAC3
Foto: HEIF, JPEG, GIF und TIFF

Amazon Fire TV (2017)
Video: HDR10, H.265 sowie H.264
Audio: AAC-LC, AC3, eAC3, FLAC, MP3, PCM/Wave, Vorbis, Dolby Atmos
Foto: JPEG, PNG, GIF und BMP

Das reicht allerdings beim Apple TV nicht für YouTube-Videos in 4K-Auflösung. Google setzt mit VP9 auf einen eigenen Codec beim Streaming seiner Videos. Der sei besser als HEVC, heißt es aus Mountain View. Apple wiederum ist da anderer Meinung und unterstütz VP9 nicht. Deswegen wird man 4K-Videos von YouTube vorerst nur auf dem Chromecast Ultra und dem Fire TV (2017) sehen können. Damit es auch über Apple TV mehr als Full-HD-Auflösung bei YouTube zu sehen gibt, müsste Apple den VP9-Codec unterstützen oder YouTube seine Inhalte auch HEVC-codiert streamen.

Viele Inhalte überall

Egal ob Google, Amazon oder Apple: jeder der drei Hersteller stellt bei seinem Gerät die eigenen Dienste in den Vordergrund. iTunes ist es bei Apple TV, der Play Store beim Chromecast und Prime Video beim Fire TV. Nach anfänglicher Zurückhaltung bietet Amazon seine Videoplattform inzwischen auch auf den beiden anderen Geräten an, bzw. plant dies für Apple TV noch 2017 zu machen. Das war Tim Cook sogar eine Erwähnung bei der WWDC-Keynote wert. Inhalte aus iTunes oder dem Play Store lassen sich dagegen nicht komfortabel auf einem anderen Gerät betrachten. Darüber hinaus stehen alle großen Videodienste – egal ob Netflix, Maxdome, die Mediatheken von Fernsehsendern oder YouTube – sowie Streaming-TV-Anbieter wie Magine, Waipu oder Zattoo für alle drei Plattformen zur Verfügung. Einen kleinen Vorteil gibt es beim Apple TV und Chromecast, da sie eng mit den Apps im Play Store und App Store verbunden sind. Amazon, bzw. die App-Entwickler müssen für den Fire TV immer noch einen extra Schritt mehr machen.

Preise

Mit einem Preis von 79,99 macht Amazon das Fire TV 4K etwas günstiger als seinen Vorgänger. Preislich liegt das Streaming-Gadget damit gleichauf mit dem Chromecast Ultra, der 79 Euro kostet. Mehr als doppelt so viel kostet Apple TV 4K. 199 Euro werden für die 32-Gigabyte-Version fällig, 64 Gigabyte internen Speicher gibt es für 219 Euro.

Fazit

Preislich fährt man mit dem Chromecast Ultra und dem Fire TV am günstigsten. Dafür bietet sich Apple TV 4K mit seinem großen internen Speicher zur Installation von Spielen und damit als Spielekonsole an. Geht es um Inhalte, hat man fast die freie Wahl – außer man hat bereits viele Inhalte bei iTunes oder im Play Store gekauft. Dann sollte man beim Apple TV oder Chromecast bleiben. Erwähnenswert ist noch, dass nur der Apple TV Dolby Vision als HDR-Technologie beherrscht und sich auch über Bluetooth-Tastaturen bedienen lässt.

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