Amazon: "Krieg" mit Verlagen spitzt sich zu

Amazon-CEO Jeff Bezos verärgert mit Machtspielen die Buchbranche.
Amazon-CEO Jeff Bezos verärgert mit Machtspielen die Buchbranche.(© 2014 Amazon)

Der Online-Händler setzt offensichtlich Buchverlage durch verzögerte Lieferzeiten unter Druck. Jetzt äußern sich Verleger zu den Praktiken des E-Commerce-Riesen. 

Lange Lieferzeiten als Druckmittel

Für die Buchbranche ist Amazon Himmel und Hölle zugleich. Einerseits ist der Online-Shop ein essenzieller Vertriebskanal für Verlage. Andererseits hat der E-Commerce-Konzern seine Macht erkannt und spielt sie zu seinem Vorteil aus. Der Verlag Hachette Group beschwerte sich vor einigen Wochen schon öffentlich über die Praktiken Amazons. Der Händler soll Kunden fälschlicherweise mitteilen, dass bestimmte Bücher erst in einigen Wochen lieferbar seien. Hachette behauptet, Amazon habe die Werke sehr wohl auf Lager. Mit den langen Lieferzeiten halte der Shop viele Kunden vom Kauf ab.

Damit wolle Amazon einerseits den Verkauf von Kindle-eBooks fördern, aber vor allem die Verleger zu besseren Konditionen zwingen, lautet der Vorwurf. Jetzt bekommt der US-Verlag Rückendeckung von Branchenkollegen. Der Bestseller-Autor James Patterson schreibt auf seiner Facebook-Seite: "Buchhändler, Bibliotheken, Autoren und Bücher sind im Kreuzfeuer eines wirtschaftlichen Kriegs gefangen". Dieser Trend müsse beendet werden.

Neue Konditionen für eBooks

Auch das Verlagshaus Bonnier Media Group fühlt sich von Amazons Machtausübung betroffen. Man habe ähnliche Fälle wie bei Hachette bemerkt, sagt Deutschland-Chef Christian Schumacher-Gebler: "Amazon hat uns bestätigt, dass diese Verzögerungen mit den Verhandlungen über Konditionen am eBook-Markt zu tun haben." Der Online-Händler selbst hat sich zu den Vorwürfen seiner Lieferanten bisher nicht zu Wort gemeldet.


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