Amazon verbrennt mit Fire Phone 170 Millionen Dollar

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Dieses Smartphone ist ein Megaflop: Amazons Fire Phone
Dieses Smartphone ist ein Megaflop: Amazons Fire Phone(© 2014 CURVED)

Die kolportierten schleppenden Startverkäufe haben nicht getrogen: Das Fire Phone ist ein Mega-Flop. Das musste gestern auch Amazon-Gründer Jeff Bezos eingestehen: Der Konzernchef nahm eine Abschreibung in Höhe von 170 Millionen Dollar vor.

Wachstum, Wachstum, Wachstum: Bezos reizt mit Amazon aus, was auszureizen ist – Aktionäre scheinen ihm dabei nur lästig. Die gnadenlose Expansionsstrategie bürdet dem weltgrößten Online-Einzelhändler immer höhere Verluste auf. Enorme 544 Millionen Dollar verbrannte der Amazon-Gründer, der vor mehr als 20 Jahren die Sprache der Wall Street bei einem Hedgefonds erlernte, im abgelaufenen Quartal mit Zukunftsinvestitionen.

Eine davon ist das eigene Smartphone Fire Phone, das Amazon im Frühjahr unter maximal medialem Getöse ("Oh wow", "das ist wirklich nett", "wirklich cool" – "es ist total unvergleichbar mit allem anderen, was ich bisher gesehen  habe") vorstellte ("Es ist Zeit, die Krone von Apple zu schnappen")– und das dann doch wie Blei in den Regalen lag. Apple-Chef Tim Cook ließ sich vor Wochen im Interview mit Charlie Rose zu dem raren Seitenhieb hinreißen: „Man sieht es selten“, watschte Cook seinen allzu oft nassforschen Rivalen gnadenlos ab.

Die  Quittung kam jetzt auch in nackten Zahlen. Das in den USA am 25.Juli gestartete und wenig später im Rest der Welt vertriebene 3D-Smartphone verkauft sich so schlecht, dass Amazon in seiner Bilanz unverkaufte Bestände im Wert von 83 Millionen Dollar und eine deftige Abschreibung in Höhe von 170 Millionen Dollar ausweisen musste.

Jeff Bezos wettetet mit allem, was er hat auf die Zukunft – und verspielt in der Gegenwart mehr und mehr das Vertrauen seiner Aktionäre

Für Bezos ist das offenbar nur Spielgeld. Für das laufende Weihnachtquartal stellte der Amazon-Chef in einer weiten Spanne von Minus 570 Millionen bis Plus 430 Millionen Dollar weitere Verluste in Aussicht. Die Umsatzschätzungen liegen zudem mit erwarteten 27,3 bis 30,3 Milliarden unter den Erwartungen der Wall Street, die von Erlösen in Höhe von mindestens 31 Milliarden Dollar ausgegangen war.

Man kann es drehen und wenden wie man will: Jeff Bezos wettet mit allem, was er hat auf die Zukunft – und verspielt in der Gegenwart doch mehr und mehr das Vertrauen seiner Aktionäre. Die Amazon-Aktie taumelte im heutigen Handelsverlauf  um 8 Prozent auf 288 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit über einem Jahr.


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