Warum Amazons Rauswurf von Chromecast und Apple TV beängstigend ist

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Noch hat Amazon gut lachen, aber der Rauswurf von Apple TV und Chromecast kann auch nach hinten losgehen.
Noch hat Amazon gut lachen, aber der Rauswurf von Apple TV und Chromecast kann auch nach hinten losgehen.(© 2015 Amazon)

Mit Chromecast, Apple TV und Fire TV teilen aktuell drei Streaming-Geräte den Markt unter sich auf. Aber nur einer der Anbieter ist der größte Internethändler der Welt. Und der hat sich nun entschieden, die anderen beiden Geräte aus dem Programm zu werfen. Das ist nicht nur sehr dreist von Amazon - sondern sollte anderen Anbietern wirklich Angst machen. Ein Kommentar.

Amazon begründet den Rauswurf damit, dass Apple TV und Chromecast den eigenen Videodienst Amazon Prime Video nicht ausreichend unterstützen würden. Es gebe keine App und der Streaming-Dienst sei nur über komplizierte Notlösungen mit einem der beiden Gadgets auf den Fernseher zu bekommen. Dies könnte die Nutzer verwirren - denkt zumindest Amazon.

Vorgeschobene Begründung

Mal abgesehen davon, dass man seinen Kunden durchaus etwas mehr Denkleistung zutrauen kann, ist das schon eine reichlich dreiste Begründung, um die Konkurrenz aus dem Weg zu räumen. Denn dass es keine Prime-Video-App für die beiden Geräte gibt, liegt ja nicht an Apple oder Google - sondern an Amazon selbst. Während der Konzern Anwendungen für seinen Videostreamingdienst für eine ganze Reihe Fernseher sowie Spielkonsolen wie Xbox One oder Playstation 4 anbietet, gucken Apple-TV- und Chromecast-Nutzer in die Röhre. Dabei rufen viele bereits seit dem Start nach einer Möglichkeit, Prime Video auf die beiden Geräte zu bekommen.

Es dürfte vor allem einen Grund geben, dass die App nicht kommt: Amazon will lieber seine eigenen Streaminggeräte verscherbeln. Denn natürlich dient Prime Video neben der erhöhten Kundenbindung an Amazon Prime auch dazu, die eigene Hardware unters Volk zu bringen. Klar, das bringt ja auch mehr Geld. Und schließlich muss der Überraschungshit Fire TV auch die Verluste aus dem Fehlschuss Fire Phone wieder reinholen.

War das nur der Anfang?

Um sich klar zu machen, wie frech Amazons Aktion wirklich ist, muss man sich nur mal überlegen, was los wäre, wenn einer der Konkurrenten etwas ähnliches abziehen würde. Man stelle sich etwa vor, Google würde Apple aus der Suche verbannen, komplett. Schließlich sei es für die Nutzer ja durchaus irritierend, dass auf iPhone und Co. nicht Google Maps als Standard-Kartenapp installiert ist. Klingt völlig bekloppt? Wäre es auch. Amazon ging aber sogar noch weiter - indem es seinen Nutzern nicht mal die Wahl lässt: Immerhin bietet Google die eigenen Apps überhaupt für iOS an.

So ärgerlich die ganze Aktion für die Kunden ist, richtig schlimm ist sie aber für andere Hersteller und Onlinedienste. Sie können sich in Zukunft nicht mehr darauf verlassen, dass das größte Kaufhaus der Welt weiter ihre Produkte führt. Schließlich könnte Amazon jederzeit entscheiden, seine Kunden noch vor weiteren Produkten beschützen zu müssen. Ist es Kunden etwa wirklich zuzumuten, dass auf E-Book-Readern anderer Hersteller die Kindle-Bücher aus dem eigenen Store nicht laufen? Die Armen sind ja immer so schnell verwirrt...


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