AMD streicht 10 Prozent seiner Stellen

Der angeschlagene US-Chiphersteller AMD, der seit August von Rory Read geführt wird, will bis Beginn 2012 1200 Angestellte entlassen. Das ist weltweit immerhin jeder Zehnte. Die eingesparten Kosten will AMD in Cloud Computing, Ausbau in den Schwellenländern und Strom sparende Chips investieren.

Die Zeiten werden immer schwerer für den Chiphersteller AMD. Die Verkaufszahlen bei PCs gehen zurück und der Konkurrent Intel ist aktueller Marktführer. Der Brite ARM beherrscht im Bereich der Tablets und Smartphones, die zurzeit boomen, den Handel. Experten sehen zudem eine Spezialisierung, wie sie AMD scheinbar plant, zum Bau von Chips für günstige Laptops kritisch, da mehr Menschen ein Tablet anstatt eines Notebooks kaufen würden. Nachdem der Konzern im vergangenen Geschäftsjahr 118 Millionen Dollar miese machte, steht das Unternehmen wieder in den schwarzen Zahlen.

Aus diesem Blickwinkel heraus betrachtet, ist ein Stellenabbau nicht einmal zwingend unlogisch, doch wirklich weiter geht es nur mit einem gut durchdachten Plan. Auch die eigenen Zulieferer machen es AMD nicht leicht. Erst vor Kurzem ist bei einer Lieferfirma die Produktion in einem modernen Werk von Dresden ins Stocken geraten. Leider kommen aus dieser Fertigungsstelle die meisten Chips für AMD. Das ist auch ein Grund, wieso der US-Chiphersteller die Wachstumsprognose für das aktuelle Quartal reduzieren musste. Schließlich konnten in dieser Zeit nicht so viele Kunden beliefert werden. Das in Dresden für die Chips verantwortlich Werk ist selbst von AMD erbaut worden. Im Jahr 2009 wurde es allerdings an Investoren verkauft, die wiederum jetzt den Chipproduzenten beliefern.

Im dritten Quartal legte AMD einen Umsatz von 1,69 Milliarden Dollar hin, was einige Analysten überraschte. Das Geld kommt vor allem aus den Ländern China und Indien.