Android 10: Diese neuen Google-Regeln könnten nicht nur Hersteller nerven

Auch auf dem Samsung Galaxy S10 ist Googles Gestennavigation wohl bald Standard
Auch auf dem Samsung Galaxy S10 ist Googles Gestennavigation wohl bald Standard(© 2019 CURVED)

Google setzt offenbar voll auf den "Digital Wellbeing"-Trend. Der Suchmaschinenriese soll nun alle Smartphone-Hersteller verpflichtet haben, eine App zur freiwilligen Selbstkontrolle auf neuen Geräten zu installieren. Außerdem will das Unternehmen euch anscheinend seine neue Gestensteuerung aufzwingen – was nicht nur für Hersteller nervig sein könnte.

Die "Digital Wellbeing"-Regelung betreffe sämtliche neuen Smartphones und jene, die nach dem 3. September 2019 ein Update auf Android 10 beziehungsweise Pie erhalten (haben). Die Hersteller sollen dabei die Wahl haben, berichtet 9to5Google: Entweder sie nutzen Googles "Digitales Wohlbefinden"-App oder entwickeln eine eigene Lösung zur freiwilligen Selbstkontrolle. Samsung beispielsweise hat bereits eine solche Anwendung im Portfolio.

Das ist alles Pflicht in Android 10

Entscheidet sich ein Hersteller für eine eigene App, müsse deren Funktionsumfang mit dem der Google-Lösung vergleichbar sein. Unter anderem müsse die Anwendung ein Dashboard enthalten, das folgende Informationen liefert:

  • Gesamte Bildschirmzeit (online)
  • Anzahl der Geräte-Entsperrungen
  • Anzahl der erhaltenen Benachrichtigungen

Darüber hinaus seien die Hersteller verpflichtet, diese Statistiken für jede App auf eurem Smartphone einzeln herunterzubrechen – sowohl auf Stunden- als auch auf Tages-Basis. Weiterhin erforderlich sei es, dass ihr Nutzungs-Limits für einzelne Apps einstellen oder einen Nicht-stören-Modus aktivieren könnt.

Die einzigen grundlegenden Features, die die Hersteller nicht zwangsläufig aus der Google-App übernehmen müssen, seien die Webseiten-Timer, Ziele für die Bildschirmzeit und der "Focus Mode". Dementsprechend dürften die meisten Hersteller von Android-10-Smartphones es sich wohl einfach machen und Googles "Digital Wellbeing" vorinstallieren.

Müssen Hersteller ihre Gestensteuerung verstecken?

Wie Android Authority berichtet, verbietet Google den Herstellern zudem ihre eigenen Gestennavigation als Standard zu setzen. Bei der Ersteinrichtung sollen die Nutzer nur die Wahl zwischen der Gestensteuerung von Android 10 und der klassischen Drei-Button-Navigation haben. Geräte, die bislang die Gestensteuerung von Android Pie unterstützt haben, sollen diese auch weiterhin anbieten – müssen es aber nicht. Offenbar möchte Google Nutzern den Umstieg auf die neue Steuerung erleichtern, diese aber letztendlich durchsetzen.

Was geschieht also mit den hersteller-eigenen Gesten, wie sie etwa Samsung oder OnePlus anbieten? Diese dürfen zwar als Alternative bereitstehen. Doch den Herstellern ist es nicht erlaubt, bei der Ersteinrichtung darauf aufmerksam zu machen. Und das ist noch nicht alles: Die Unternehmen müssen sie sogar tiefer in den Einstellungen verstecken – etwa in den "erweiterten Einstellungen". Kurzum: Die Nutzer sollen anscheinend nicht zu einfach Zugriff darauf erhalten. Für einige von euch ist die Suche nach den Gesten dann sicherlich eine nervige Angelegenheit.


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