Android 4.2 - Neuerungen der aktuellsten Jelly Bean Version

Kurze Übersicht der Android Versionen

Android wird durch Google ständig weiterentwickelt und folgt seit mehreren Jahren schon dem Prinzip, zwischen den so genannten Major Releases auch Minor Releases vorzunehmen.

Die Hauptversionen folgen dabei einer alphabetisch fortlaufenden Bezeichnung, die einem hilft, über die teils unergründliche Nummerierung hinwegzusehen.

  • 1.5 Cupcake
  • 1.6 Donut
  • 2.0 & 2.1 Eclair
  • 2.2 Froyo
  • 2.3.x Gingerbread
  • 3.x.x Honeycomb
  • 4.0.x Ice Cream Sandwich
  • 4.1.x & 4.2 Jelly Bean

Innerhalb dieser Hauptversionen werden auch immer wieder Zwischenschritte eingelegt. Ein solcher erfolgt gestern mit der neusten Jelly Bean Version – Android 4.2. Welche Neuerungen Android 4.2 im Vergleich zu den Vorgängerversionen mit sich bringt, möchte ich hier vorstellen.

Photo Sphere camera und angepasste Kamera Benutzeroberfläche

Nachdem inzwischen alle möglichen Smartphone-Hersteller ihre Kamera-Anwendungen um einen Panorama-Modus bereichert haben, setzt Google noch einen drauf. Die Technologie der StreetView-Autos wurde genutzt, um mit dem Smartphone 360° rundum Bilder anzufertigen. Innerhalb dieser Aufnahmen kann man dann nachträglich frei mit der Kamera schwenken und selbige auch zu Google+ und Google Maps exportieren.

Nicht ganz dumm gedacht von Google: Einfach mal weltweit das StreetView-Material durch die Nutzerschaft aufwerten!

Nebenbei sei noch erwähnt, dass Google auch die Bedienelemente der Kamera-App fast vollständig ausgeblendet hat um mehr Platz für das tatsächliche Foto zu schaffen. Sobald man nun mit dem Finger irgendwo auf den Bildschirm drückt, wird ein entsprechendes Menü an Ort und Stelle sichtbar. Das scheint mir ein ganz praktikabler Weg zu sein und wird für jeden, der es regelmäßig nutzt, auch sicherlich nicht weiter schwierig sein.

Gesture Typing – Android Tastatur mit Wischgesten

Viele Leser werden den wohl bekanntesten Vertreter dieser Art kennen, die Eingabemethode Swype, die sich auf vielen Smartphones bereits vorinstalliert befindet. Diverse Tastatur-Apps im Google Play Store bieten diese Eingabemethode inzwischen an, denn sie erfreut sich wachsender Beliebtheit bei den Nutzern.

Google hat diesen Trend erkannt, aber es wäre nicht Google, wenn man nicht noch einen drauf setzen könnte. Als kurze Erklärung für alle, die mit Swype nichts anfangen können: Man verbindet ohne den Finger abzusetzen einfach Buchstaben auf dem üblichen QWERTZ-Layout durch Ziehen des Fingers über das Display. Ein Algorithmus errechnet dann, ähnlich wie beim alten T9-Prinzip, welches Wort ihr wohl gemeint haben werdet. Das hört sich jetzt unglaublich kompliziert an, klappt aber super gut in der Praxis und verhilft vielen Leuten zum sehr schnellen Schreiben.

Gesture Typing von Google ergänzt dieses bekannte Prinzip um eine entscheidende Kleinigkeit. Direkt über der aktuellen Fingerposition wird laufend ein sich ständig aktualisierender Vorschlag eingeblendet, der das aktuelle Wort ab dem ersten Buchstaben voraussagen will. Diese Technik verwenden auch andere Anbieter, jedoch ist mir keiner bekannt, der die Einblendung flexibel platzieren kann. Wie gut die Vorhersage an sich ist, kann man natürlich erst beurteilen, wenn wir das Ganze in deutscher Sprache selber testen dürfen.

Benutzerverwaltung – Ein Tablet, mehrere Benutzer

Jeder kennt es vom herkömmlichen Windows-Computer: Man kann einfach verschiedene Benutzerkonten einrichten und somit findet jeder in der Familie seinen eigene Desktop vor, kann unterschiedlich Programme nutzen und hat alleine Zugriff auf seine persönlichen Dateien.

Bei Google ist man der Meinung, dass ein Tablet auch oftmals ein Familiengerät ist und man sich dieses teilt. Natürlich macht dieses Teilen viel mehr Spaß, wenn jeder seine eigenen E-Mails lesen kann, selber bei Facebook angemeldet ist und auch eigene Spielstände bei seinen Games hat. Für Smartphones sieht man diese Option erst einmal nicht vor, was meiner Meinung nach auch nicht ganz falsch ist. Wobei natürlich auch hier mehrere Accounts denkbar wären, z.B. Beruf und Freizeit.

Das Wechseln der Benutzerkonten soll dank Multitasking ständig im laufenden Betrieb vollzogen werden können und erfordert keinen Neustart des Gerätes. Jeder Nutzer hat seine komplett eigene Oberfläche und darf sich mit dem eigenen Google Account verbinden. Ich denke diese Funktion wird den Einzug eines Android Tablets in viele Wohnzimmer weltweit deutlich erleichtern. Na wenn das Feature nicht in Kürze auf iOS erscheint ;)

Wireless Display – Inhalte auf den Fernseher spiegeln

Android 4.2 wird standardmäßig mit einem Protokoll ausgestattet, um den kompletten Bildschirminhalt auf einen beliebigen Fernseher zu spiegeln. Dazu wird natürlich ein entsprechender Wireless Display Adapter am HDMI Eingang des TV Gerätes benötigt. Ich bin mir sicher, dass man hier in Kürze deutlich mehr zu sehen bekommt. Googles Interesse dürfte hier sehr hoch sein, da man somit natürlich Umsätze in dem hauseigenen Google Play Store fördert.

Daydream – aufgebohrter Bildschirmschoner

Es erinnert mich ein wenig an digitale Bilderrahmen. Tablets und wahrscheinlich auch Smartphones bekommen die Möglichkeit eine Bildersammlung oder aktuelle Neuigkeiten via Google Currents einzublenden. Dies geschieht wahlweise wenn das Gerät gerade im Standby ist oder auf einer Dockingstation steht. Ich finde es persönlich nicht spannend, sehe aber die Akzeptanz im Wohnzimmer gerade enorm steigen, wenn da nette Familienfotos drüber huschen und nicht nur ein schwarzer Klotz auf dem Tisch liegt.

Google Widgets auf dem Sperrbildschirm

Im unten verlinkten Video wird das ganze zwischendurch mal etwas näher gezeigt, aber ich fasse es mal so gut wie möglich zusammen. Man hat erkannt, dass viele Nutzer gewisse Informationen einfach direkt sehen wollen, ohne ihr Gerät entsperren zu müssen, um es nach einem Blick wieder wegzupacken.

Also erlaubt Google uns erstmals den Sperrbildschirm selber ein bisschen mitzugestalten, indem wir dort auch Widgets platzieren können und bei Bedarf durch ein Wischen trotzdem direkt den eigentlich Lockscreen erhalten. Im Video wird das Ganze mit dem Sperrmuster demonstriert, wie es mit einfachen Wischgesten aussieht, muss man noch abwarten.

Google Now weiter verbessert, aber nur in den USA

Google Now, mein Lieblingsfeature der kürzeren Vergangenheit, ist in allen Ländern außer den USA nur eingeschränkt verfügbar. Leider kam dazu gestern keine tolle neue Nachricht ans Licht, sondern alle weiteren Verbesserungen sind auch vorerst nur in den USA zu haben. Google Now scannt neuerdings nämlich euer Google Mail Postfach nach Paketverfolgungsnummern, Flugreservierungen und Buchungsbestätigungen aller Art, um euch dann passend die essentiellen Informationen einzublenden, wenn man sie braucht. Ich hoffe einfach darauf, dass nach kurzer Testphase wir diese Funktionen in 2013 auch international begrüßen dürfen.

Neue Hardware passend zu Android 4.2

Neben der neusten Android-Version wurden auch die neusten Geräte der Google eigenen Hardwareserie in Partnerschaft mit ausgewählten Herstellern präsentiert.

In jeweils eigenen Artikeln berichten wir über die aktuelle Nexus Familie:

Videos zum Thema

Die Kollegen von The Verge durften schon exklusiv einen Blick auf die neuen Geräte werfen. Darin seht ihr natürlich auch die neuen Funktionen von Android 4.2 – Jelly Bean.