Android 9 Pie: Die neuen Funktionen im Überblick [mit Video]

Die neueste Version von Googles Betriebssystem für Smartphones und Tablets ist fertig und heißt Android 9 Pie. Welche Neuerungen sie mitbringt zeigen wir euch hier.

Die sicherlich größte und auffälligste Änderung ist die neue Systemnavigation. Statt drei Tasten erscheint nur noch ein virtueller Button auf dem Display. Wischgesten ersetzen die übrigen. Darüber hinaus soll mehr künstliche Intelligenz das Smartphone "noch smarter" und "einfacher bedienbar" machen. Neben vielen kleineren Veränderungen stellt Google zudem noch das digitale Wohlbefinden in den Fokus.

Ein Button und Wischgesten ersetzen drei Tasten

Mit Android 9 Pie passt Google die Standard-Steuerung an die großen Displays an, deren Rahmen zu schmal für echte Tasten ist. Die bisher gebräuchlichen Onscreen-Tasten waren nur eine Verlegenheitslösung und werden von einer einzigen "Startbildschirmtaste" abgelöst – wobei oft immer noch eine Zurück-Taste erscheint. Schiebt leicht nach oben, erscheint die Übersicht der zuletzt genutzten Apps. Durch diese kann man seitlich durchwischen, oder direkt den Finger auf der Startbildschirmtaste seitlich bewegen. Für den App Drawer muss man nun allerdings zwei Mal nach oben wischen. Sind mehrere Apps geöffnet, kann man mit der Startbildschirmtaste direkt zwischen ihnen wechseln. In der App-Übersicht funktioniert nun auch die "smarte Textauswahl", die die Bedeutung des ausgewählten Text verstehen und passende Aktionen vorschlagen soll.

Die KI soll alte Funktionen besser machen

Eine automatische Helligkeit und ein intelligenter Akku als Energiesparfunktionen klingen im ersten Moment nach alten Hüten, stehen jetzt aber in Verbindung mit einer künstlichen Intelligenz. Das bedeutet, dass Android 9 Pie erkennt, welche Apps ihr selten nutzt und ihnen entsprechend weniger Energie zukommen lässt – und nicht pauschal die Energieversorgung drosselt. Ähnlich sieht es bei der Regelung der Bildschirmhelligkeit aus. Basierte die früher nur auf der Umgebungshelligkeit, fließen jetzt weitere Faktoren wie etwa die Tageszeit und die genutzte App ein – und wie ihr in der Vergangenheit die Helligkeit angepasst habt.

Die neuen KI-Features wird man anders als die neue Navigation nicht unbedingt sofort nach dem Update bemerken. Android Pie muss euch erst etwas kennen lernen und kann dann zum Beispiel mit den neuen App-Aktionen vorhersagen, was ihr als nächstes tun wollt und öffnet etwa eure zuletzt gehörte Playlist sobald ihr Kopfhörer mit dem Smartphone verbindet. Erst im Herbst sollen die neuen Slices zu Android 9 Pie hinzukommen. Sie zeigen euch Infos eurer Lieblings-Apps bereits an, wenn ihr ihren Namen in die Google Suche eingebt. Ohne die App zu öffnen seht ihr dann beispielsweise wie teuer die Fahrt nach Hause ist oder wie weit das nächste Transportmittel von euch entfernt ist.

Digitales Wohlbefinden: Quality Time mit dem Smartphone

Google rückt bei Android 9 Pie außerdem euer digitales Wohlbefinden oder "Digital Wellbeing", wie es auf Englisch heißt, in den Fokus. Dahinter steckt die Idee, dass man davon genervt ist, sein Smartphone gefühlt zu viel und zu sinnlos zu benutzen. Für mehr Kontrolle bei der Nutzung sollen ein App-Dashboard, das anzeigt wie viel Zeit man mit den verschiedenen Apps verbringt, und ein App-Timer, mit dem man Zeitlimits für Apps festlegt, helfen. Die "Nicht stören"-Funktion unterdrückt alle visuellen Unterbrechungen auf dem Display. Mit dem Entspannungsmodus aktiviert ihr neben "Nicht stören" auch das Nachtlicht und dimmt das Display. Perfekt, wenn es Abends in Richtung Bett geht. Während der Rest von Android Pie schon fertig ist, befindet sich das digitale Wohlbefinden noch in der Testphase und soll im Herbst auf die Pixel-Smartphones kommen. Sprich: Andere Hersteller müssen sich eigene Lösungen einfallen lassen.

Das digitale Wohlbefinden folgt im Herbst.(© 2018 CURVED)

Schnelleinstellungen, Screenshots, Benachrichtigungen und viele weitere "kleine" Änderungen

Neben diese drei Bereichen mit großen Veränderungen, enthält Android 9 Pie zahlreiche kleine Änderungen, die aber durchaus große Auswirkungen haben können. So hat Google zum Beispiel die Schnelleinstellungen neu gestaltet. Screenshots kann man jetzt auch nach einem langen Druck auf den Power-Button aufnehmen und im Anschluss direkt bearbeiten. Benachrichtigungen sind noch einfacher zu verwalten und die Lautstärkeregelung erscheint jetzt am seitlichen Rand und nicht mehr oben, wenn man die entsprechenden Tasten drückt.

Über Bluetooth soll man mit Android 9 bis zu fünf Geräte gleichzeitig mit dem Smartphone verbinden können und – etwa bei der Musikwiedergabe – ohne Pause zwischen ihnen wechseln können. Eingehende Anrufe kann man auf allen fünf annehmen. Und wer seine Musik auf verschiedenen Kopfhörern und Lautsprechern hört, kann sich darauf freuen, dass Android Pie sich für jedes Gerät die Lautstärke merkt – und nicht mehr nur die des zuletzt verbundenen Geräts.

Darüber hinaus unterstützt Android 9 Pie das Dateiformat HEIF für Fotos, in dem beispielsweise die iPhones seit iOS 11 Bilder abspeichern. Geht es um eure Privatsphäre, erschwert Android Pie Apps, die im Hintergrund laufen, den Zugriff auf die Kamera, das Mikrofon oder Sensoren. So können sie euch nicht heimlich ausspionieren. Erlaubt ihr einer App im Hintergrund doch den Zugriff, weist euch die Software dauerhaft darauf hin.

Wer bei der Arbeit ein Android-Gerät nutzt, kann es mit Pie noch einfacher mit Kollegen tauschen – falls dies vorgesehen ist – da es einfacher wird mehrere Nutzer einzurichten. Nutzt ihr das Smartphone alleine, dürfte es euch freuen, die Arbeits-Apps bei Feierabend mit einem Klick deaktivieren zu können.


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