Android O und iOS 11 im Vergleich: Welches System bietet mehr?

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Android O und iOS 11 kommen im Laufe des Jahres auf Eure Smartphones.
Android O und iOS 11 kommen im Laufe des Jahres auf Eure Smartphones.(© 2017 CURVED)

Sowohl Google als auch Apple haben neue Versionen ihrer mobilen Betriebssysteme vorgestellt. Zeit für einen Vergleich von Android O und iOS 11.

Google legt vor, Apple zieht nach. Auch im Frühjahr 2017 haben beide Unternemen frühe Versionen ihrer kommenden Betriebssysteme gezeigt, die einen Eindruck davon vermitteln, auf was sich die Nutzer später im Jahr freuen können. Meist sind die wichtigsten Features sogar schon enthalten, funktionieren unter Umständen aber noch nicht vollumfänglich. Wir haben deshalb die Beta-Versionen von Android O und iOS 11 installiert und miteinander verglichen.

Optische Änderungen

Bei der Optik ändert sich im Grunde nicht viel. Sowohl Google als auch Apple halten an der jeweiligen Designsprache der vergangenen Jahre fest. Google hatte Android zuletzt 2014 mit der Einführung von Material Design grundlegend überarbeitet. Daran hält das Unternehmen bis heute fest. Neu sind lediglich ein paar Animationen bei den Schnelleinstellungen und die Einstellungen-App. Dazu tauscht Google die "Blobs" gegen neue Emojis aus. Alles andere sieht so aus wie in den Jahren zuvor.

Das trifft größtenteils auch auf iOS 11 zu. Apple hatte das Aussehen unter der Federführung von Chef-Designer Jony Ive ebenfalls 2014 grundlegend geändert, dabei unter anderem auf flache Icons gesetzt. 2017 bekommt der App Store ein optisches Makeover. Mit neuen Karten und neuen Tabs, etwa dem "Heute"-Tab, in dem neue Apps und Updates vorgestellt werden. Außerdem sieht das Eingabefeld für den Sperrcode neu aus, teilweise ändert sich die Schriftgröße und das Kontrollzentrum bietet mehr Übersicht, in dem alle Elemente auf einen Bildschirm gelegt werden. Neu sind darüber hinaus die Logos für den App Store und iTunes und exklusiv auf dem iPad das neue Dock.

iOS 11 sieht auf den ersten Blick kaum anders aus als iOS 10.(© 2017 CURVED)

Multitasking bei beiden Systemen im Vordergrund

Bei den Funktionen legen Google und Apple jeweils Wert auf gutes Multitasking. Splitscreen beherrschen beide Systeme schon länger. Apple hatte den Modus in iOS 9 gemeinsam mit einer Bild-in-Bild-Funktion vorgestellt. Android kann seit Android Nougat zwei Apps nebeneinander anzeigen und bekommt mit Android O ebenfalls einen Bild-in-Bild-Modus für Apps wie YouTube, Duo oder Netflix. Ein verbesserter Copy-Paste-Vorgang soll es Euch zudem vereinfachen, zum Beispiel Adressen direkt in Google Maps zu öffnen.

In Android O wurde das Einstellungsmenü für Benachrichtigungen überarbeitet.(© 2017 CURVED)

Darüber hinaus verbessert Google das Benachrichtigungssystem: Bekommt Ihr eine Nachricht zum unpassenden Zeitpunkt, könnt Ihr sie Euch auf Wunsch in  15, 30 oder 60 Minuten nochmals anzeigen lassen oder Euch alternativ "Nicht später erinnern" lassen. Nutzer können einkommende Nachrichten darüber hinaus in Channels bündeln und sich so nur über die wirklich wichtigen benachrichtigen lassen. Damit keine News untergeht, gibt es in Android O dazu Notification Dots. Die zeigen direkt an einer App an, ob es neue Nachrichten gibt.

Apple geht, besonders auf dem iPad, einen großen Schritt weiter in Richtung dauerhaft einsetzbares Arbeitsgerät. Endlich könnt Ihr in der Splitscreen-Ansicht Bilder, URLs und Textauszüge per Drag and Drop zum Beispiel aus dem Browser in die Notizen-App ziehen. Außerdem habt Ihr auf Wunsch jederzeit Zugriff auf das neue Dock, das Ihr wie beim Mac mit so vielen Apps füllen könnt, wie Ihr wollt. In der Multitasking-Übersicht habt Ihr nun einen besseren Blick über Eure geöffneten Apps. Der neue Datei-Manager sorgt ebenfalls für etwas mehr Desktop-Feeling auf dem Tablet.

Bilder einfach per Drag & Drop von einer in die andere App ziehen.(© 2017 CURVED)

Mehr Akku bei Android, klügere Siri bei iOS

Eher klein sind die weiteren neuen Funktionen in Android O. So sollt Ihr Euch bei der Neu-Einrichtung eines Android-Gerätes später nicht mehr mit Nutzernamen und Passwort bei jeder App neu anmelden. Stattdessen zieht sich Android die Daten auf Wunsch aus Chrome, wenn Ihr dort in Diensten wie Facebook und Twitter angemeldet seid. Außerdem wird die Installation von Apps, die nicht aus dem Play Store kommen, etwas umständlicher. Das sollte der Sicherheit dienen.

Für den Download von APKs braucht Chrome erst die entsprechenden Rechte.(© 2017 CURVED)

Eine weitere weniger auffällige Neuheit in Android O ist die starke Regulierung von Apps im Hintergrund. Das soll dazu führen, dass Anwendungen, die gerade gar nicht genutzt werden, nicht ständig den Standort abfragen oder Daten übertragen. Auf Dauer soll sich das natürlich positiv auf die Akkulaufzeit auswirken. So etwas ähnliches baut auch Apple in iOS 11 ein. Denn in der neuen Version müssen App-Entwickler bei der Freigabe für Rechte zur Standortabfrage die Option "Beim Verwenden der App" zwingend mit anbieten. Auch das dürfte neben der Privatsphäre der Akkulaufzeit zugute kommen.

Apple hat seinen Assistenten Siri noch etwas verbessert. Der soll jetzt natürlicher klingen, kann und, in der fertigen Version, Sprachen übersetzen können. Außerdem kann Siri auf Befehl passend Musik zur Stimmung aus Apple Music spielen ("Spiel fröhliche Musik.") Ebenfalls neu in iOS 11: Die Kamera-App erkennt nun automatisch QR-Codes und öffnet nach dem Scannen gleich die passende App. Außerdem verbessert Apple den Dark Mode ("Smart Invert"), öffnet NFC für Entwickler und unterstützt ab iOS 11 nur noch 64-Bit-Apps. Das war aber schon lange im Voraus bekannt.

Fazit: Google verbessert, Apple dreht auf

Google verbessert sein System im Jahr 2017 an den richtigen Stellen, macht es etwas sicherer und versucht, die Akkulaufzeit der Geräte weiter zu verlängern. Android O bleibt aber in erster Linie ein für Smartphones angepasstes System. Arbeiten an einem Tablet ist damit nach wie vor nur eingeschränkt möglich. Auch Apples iOS 11 wird Notebooks ab Herbst noch nicht überflüssig machen, ist aber dank der neuen Funktionen schon für einiges mehr zu gebrauchen, als nur Mails und Texte zu schreiben. Dieser Schritt war nötig.


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