Neue Features, Release der Beta-Version: Alles zu Android P im Überblick

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Android P auf dem Google Pixel 2
Android P auf dem Google Pixel 2(© 2018 CURVED)

Auf der Google I/O 2018 hat das Unternehmen die erste Beta-Version von Android P für alle Nutzer angekündigt. Diese Funktionen sind neu.

Einen ersten Ausblick, was Nutzer Android P erwarten können, hat Google bereits Anfang März mit der ersten Entwickler-Version gegeben. Auf der Google I/O 2018 hat das Unternehmen nun einen doch tieferen Blick ins kommende Betriebssystem gewährt und mit ein paar neuen Funktionen überrascht.

Mehr Akkulaufzeit für euer Smartphone

Das erste Feature, das Google auf der großen Bühne präsenatierte, nennt sich "adaptive battery". Hinter dem Fremdbegriff versteckt sich eine Funktion, die scannt, welche Apps ihr häufig benutzt und auf Basis von Machine Learning euer Nutzerverhalten erlernt. Im Klartext: Android P erkennt im Voraus, welche Apps ihr in den nächsten Stunden benutzen werdet – und stimmt die verfügbaren Ressourcen darauf ab. Dadurch soll sich die Akkulaufzeit deutlich verlängern. Ebenso soll das Betriebssystem künftig die Bildschirmhelligkeit noch besser auf eure Vorlieben abstimmen und so die verbaute Batterie schonen.

Außerdem kann Android bald besser erahnen, was ihr als nächstes vorhabt. Verbindet ihr zum Beispiel eure Kopfhörer mit dem Gerät, schlägt Google automatisch vor, die zuvor angehörte Playlist abzuspielen. Das soll euch Zeit sparen. Ebenso eine weitere Funktion: Sucht ihr etwa nach einem Film, schlägt euch das System gleichzeitig Apps vor, über die ihr Tickets bestellen könnt.

Neue Gestensteuerung für Android P

Schon im Vorfeld hatte sich angekündigt, dass Google die Navigation in Android verändern wird. Und so hatte es auch Android-Chef-Entwickler Dave Burke auf der Google I/O gezeigt. Die altbekannten Navigationstasten sind Geschichte. Stattdessen gibt es nun, ähnlich wie auf dem iPhone X, eine Gestensteuerung. Wischt ihr nun vom unteren Bildschirmrand nach oben, öffnet ihr die Multitasking-Übersicht. Darunter zeigt das System dann fünf Apps als Vorschläge an, die ihr direkt öffnen könnt. Auch das soll euch Zeit sparen.

Ebenfalls neu ist die Möglichkeit, den Bildschirminhalt manuell aufs Querformat anzupassen. Dreht ihr das Smartphone, erscheint ein Button, über den ihr das Bild selbst umstellen könnt. So habt ihr nicht mehr das Problem, dass sich eine App selbstständig ins Querformat dreht, obwohl ihr das gar nicht beabsichtigt. Zumindest Power-Nutzer können mit dieser Funktionen so ein, zwei wertvolle Sekunden sparen.

Android Dashboard: So nutzt ihr euer Smartphone

Das Android Dashboard zeigt euch jetzt an, wie ihr euer Smartphone benutzt. Dazu zählt das System auch mit, wie oft ihr das Smartphone entsperrt und wie viele Nachrichten ihr bekommt. Eine Schnittstelle macht es außerdem möglich, dass Apps Zugriff auf dieses Dashboard bekommen. Eine der ersten Anwendungen, die die Funktion unterstützen werden, ist YouTube. Android P kann dann auslesen, wie viele Stunden ihr täglich in der Video-App verbringt.

Wie nutze ich mein Smartphone? Das Dashboard verrät es euch.(© 2018 Google)

Außerdem spielt das System eine Warnung aus, wenn ihr Gefahr lauft, zu viel Zeit mit den Videos zu verbringen. Ihr könnt das Dashboard sogar so einrichten, dass ihr nur für eine bestimmte Zeit Zugriff auf Twitter oder Instagram habt. Die Funktion nennt Google App Timer. Neigt sich der Timer dem Ende entgegen, wird das entsprechende App-Icon ausgegraut. Zusätzlich aktiviert ihr den "Nicht stören"-Modus nun auf Wunsch automatisch, wenn ihr das Smartphone mit dem Display zuerst auf den Tisch legt. Google nennt die Funktion "Shush".

Den "Nicht stören"-Modus hat das Unternehmen eh grundlegend überarbeitet. In Zukunft schaltet ihr damit nicht nur Nachrichten oder Anrufe stumm. Auch optische Störer, die beim Benutzen des Smartphones normalerweise auf neue Nachrichten hinweisen, werden dann deaktiviert. So kann man auch mal in Ruhe ein eBook lesen, ohne abgelenkt zu werden. Und wer kurz vorm Schlafengehen im Bett noch am Smartphone hängt, kann den Bildschirm so einstellen, dass er zu einer bestimmten Uhrzeit Inhalte nur noch in Schwarzweiß anzeigt. Farbenfrohe Bilder gibt es dann erst wieder, wenn morgens der Wecker klingelt.

Das Android P Beta Program startet mit mehr Geräten

Die wichtigste Frage ist nun natürlich: Wenn kann man die neuen Funktionen nutzen. Die Antwort: ab sofort! Google stellt eine neue Entwickler-Version im Rahmen des Android Beta Program zur Verfügung. Das heißt, ihr könnt euch einfach bei Google dafür anmelden, und die neue Beta-Version auf euer Smartphone herunterladen. Aber Vorsicht: Es handelt sich hier nach wie vor um eine Vorversion, die nicht für den Einsatz im Alltag eignet.

Auch fürs Nokia 7 Plus gibt es eine Beta von Android P.(© 2018 CURVED)

Zum Schluss gab es noch ein Novum: Denn in den Vorjahren war die Vorschau-Versionen exklusiv für Google-Geräte bestimmt. Das ändert sich 2018: Neben Pixel, dem Pixel XL, dem Pixel 2 und dem Pixel 2 XL könnt ihr die Beta unter anderem auch auf dem Nokia 7 Plus, dem Sony Xperia XZ2, dem Xiaomi Mi Mix 2S und dem kommenden OnePlus 6 installieren und ausprobieren. Gleichzeitig ist damit gewährleistet, dass die qualifizierten Geräte in Zukunft ein Update auf die fertige Version von Android P erhalten. Diese soll im Spätsommer 2018 erscheinen.


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