Angetestet: Malen & Schreiben mit OneNote auf dem iPad

OneNote auf dem iPad lässt Euch jetzt auch mit der Hand schreiben und zeichnen
OneNote auf dem iPad lässt Euch jetzt auch mit der Hand schreiben und zeichnen(© 2015 CURVED Montage)

Mit etwas Verzögerung könnt Ihr jetzt auch mit OneNote auf dem iPad handschriftliche Notizen und Zeichnungen festhalten. CURVED-Redakteur Jan hat es ausprobiert, obwohl er nicht der ideale Kandidat dafür ist.

Microsoft öffnet sich immer mehr und hat nicht nur Windows im Blick, sondern bringt eigene Apps für iOS und Android - wie zuletzt Outlook und Office - heraus und nimmt sogar von der Idee Abstand, Funktionen exklusiv für die Windows-Versionen der Anwendungen zu behalten.

So unterstützt OneNote seit dem neuesten Update für die iOS-Version auch auf dem iPad handschriftliche Notizen und lässt Euch Zeichnungen anfertigen. Neben der Handschriftenerkennung hält die Notiz-App seit dem letzten Update auch eine Scan-Funktion inklusive OCR-Texterkennung für Euch bereit, die ich natürlich gleich mit ausprobiert habe.

Schönschrift und künstlerisches Talent von Vorteil

Knapp ein halbes Jahr nach Android-Nutzern können jetzt auch iOS-Anwender Stift und Papier in der Tasche lassen und stattdessen mit OneNote direkt auf dem iPad schreiben und zeichnen. Dafür stellt die App einen Fineliner, einen Filzstift und einen Textmarker mit jeweils fünf unterschiedlichen Linienstärken zur Verfügung. Während Ihr beim Textmarker nur aus vier leuchtenden Farben eine auswählen könnt, ist das Angebot bei den anderen beiden Stiften etwas größer, aber mit 16 Farben immer noch klein.

Die Menge an Farben und Stiften ist für Notizen völlig ausreichend, und wer mit dem iPad richtig zeichnen will, sollte sowieso zu Apps wie Paper von Fifty Three greifen. Mit OneNote kann man wunderbar Textstellen markieren und Kommentare hinterlassen sowie kleine Skizzen anfertigen.

Ich muss zugeben, dass meine Handschrift nicht die schönste und meine Zeichenkünste nicht die besten sind. Zudem sieht es nicht besser aus, wenn ich das Ganze auf einem Tablet probiere - auch nicht mit einem Stylus. Somit profitiert Ihr von den neuen OneNote-Funktionen nur wirklich, wenn Ihr handwerklich geschickter seid als ich.

Eine Sache ist mir allerdings wirklich negativ aufgefallen. Wenn man auf dem iPad schreibt oder zeichnet, dann liegt der Handballen auch gerne direkt auf dem Touchscreen. Damit dieser aber keine zusätzlichen Striche auf dem virtuellen Papier hinterlässt, hat Microsoft OneNote extra eine Handballenerkennung verpasst und lässt mich als Nutzer eine von sechs Arten auswählen, wie ich den Stift halte.

In der Praxis hinterließ meine Hand trotzdem deutlich häufiger Spuren in den Notizbüchern als hilfreich wäre. Allein die Zeit, die man aufwenden muss, um die Striche mit dem Radiergummi wieder zu entfernen, nervt gewaltig und unterbricht immer wieder den kreativen Fluss beim Notizen anfertigen.

Dokumente hinzufügen und durchsuchen

Mit OneNote "scannt" Ihr mit Hilfe der iPad-Kamera schnell ein Dokument ein und fügt es zu einem Notizbuch hinzu. Die iOS-Version der App beherrscht jetzt die optische Zeichenerkennung (OCR) und erkennt Texte auf den Fotos und bereitet diese so auf, dass Ihr sie über die Suchfunktion der Anwendung findet.

Im Test klappte die Erkennung gut, und die Suche fand alle relevanten Textstellen. Es gibt nur eine kleine Einschränkung: Nachdem Ihr ein Bild eingebunden habt, dauert es etwa fünf Minuten, bis OneNote es indexiert hat und in den Suchergebnissen anzeigt.

Ich werde mehr suchen und weniger schreiben

Um von den neuen Funktionen von OneNote profitieren zu können, müsst Ihr eine lesbare Handschrift haben und Zeichnen können. Andernfalls sind Eure Notizen schnell unbrauchbar, da nicht mehr zu entziffern, oder Ihr schreibt mit dem Stift langsamer als auf der Tastatur und habt zumindest in Sachen Geschwindigkeit keinen Vorteil. Mir bleiben jetzt zwei Möglichkeiten: Ich halte meine Notizen in OneNote weiterhin mit der Tastatur fest oder übe fleißig Schönschrift und Zeichnen, damit wenigstens ich meine Hieroglyphen einen Tag später noch entziffern kann.

Für mich dagegen deutlich praktischer ist die OCR-Texterkennung in der eingebundenen Bildern. So kann ich nicht nur Texte über die Kamera des iPad schnell in einem Notizbuch hinzufügen, sondern auch nachträglich noch bequem nach Stichworten durchsuchen.


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