Angst vor DNS-Check macht sich breit

Zahlreiche Besucher der Seite www.dns-ok.de zeigen zunehmend Skepsis an dem Schnelltest zur Trojanerprüfung. Sie befürchten eine massenhafte Übertragung von Bundestrojanern auf ihre Computer. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) wies die Anschuldigungen zurück.

Die Deutsche Telekom, das Bundeskriminalamt und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) starteten am 11. Januar eine Webseite, auf der Internetnutzer testen können, ob ihr PC vom Trojaner "DNS-Changer" befallen ist. In der Netzgemeinde regt sich zunehmend der Unmut über die kürzlich eröffnete Prüfungswebseite. Viele Surfer befürchten die Übertragung eines Staatstrojaners, sobald die Homepage angesurft wird. In einem Interview mit dem Focus bezog der BSI-Sprecher Tim Griese Stellung: "Die Überprüfung des Rechners erfolgt ausschließlich über den Aufruf der Webseite www.dns-ok.de, es wird dabei keinerlei Software gestartet oder heruntergeladen."

Das BKA bekommt durch den alleinigen Aufruf des DNS-Checks nur solche Daten zur Verfügung gestellt, die andere Webseiten auch bekommen: IP-Adresse, Uhrzeit, Datum und der verwendete Browser. Die auf dem Computer hinterlegten Dateien können nicht eingesehen werden.
Dass viele Nutzer dem BKA trauen, lässt sich an den von Freitag vorgelegten Zahlen belegen. So soll fast jeder fünfte Internetnutzer in Deutschland bereits den Test durchgeführt haben. Doch in Foren und Blogs gibt es auch einige Kommentare, die diese Aktion verurteilen. In den Medien wird spekuliert, ob dieses Verhalten auf das durchaus seltsame Triumvirat (Telekom, BSI und BKA) zurückzuführen ist. Ein weiterer Aspekt: Seit den Staatstrojaner-Vorfällen in 2011 herrscht gegenüber den Behörden eine gewisse Unsicherheit. Zeitlich unpassend kam zudem eine Meldung über einen neuen Bundestrojaner, der beim Bundeskriminalamt aktuell in der Testphase sein soll. Er soll für das Abhören von Voice-over-IP-Gesprächen verwendet werden können.