"Anno 1800" in der Vorschau: So toll wird die neue Aufbau-Simulation

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"Anno 1800" spielt in Zeitalter der industriellen Revolution
"Anno 1800" spielt in Zeitalter der industriellen Revolution(© 2017 Ubisoft)

Es geht wieder zurück zu den Wurzeln und somit ab in die Vergangenheit. Nachdem Entwickler BlueByte (Ubisoft) das beliebte Aufbauspiel "Anno" erst in die Zukunft und dann sogar ins Weltall schickte, spielt der nächste Teil im 19. Jahrhundert. Auf der Gamescom konnten wir uns einen ersten Eindruck verschaffen.

Das Jahr 1800: Thomas Jefferson wird zum 4. Präsidenten der USA gewählt, Napoleon Bonaparte kämpft weiter durch Europa, es gibt mit Pius VII. einen neuen Papst und Beethovens "Sinfonie Nr. 1" sowie Schillers "Maria Stuart" feiern ihre Uraufführung. Und irgendwo abseits von diesem Trubel wird das neue "Anno 1800" spielen.

Der Multiplayer-Modus ist zurück

Am Spielprinzip ändert sich nichts: Der Spieler herrscht über eine, spätere mehrere Inseln und muss hier eine Siedlung oder Stadt mit zufriedenen Bürgern aufbauen. Dafür müssen Rohstoffe gewonnen und zu Produkten verarbeitet werden. Was zu Beginn recht einfach ist, wird über die Zeit sehr komplex und herausfordernd. Handelsbeziehungen und Diplomatie gegenüber anderen Herrschern gehören genau wie die Kriegsführung wieder zu den Kernelementen. Wie bisher gibt einen Kampagnen-Modus für Einzelspieler sowie einen Sandbox-Modus für unendliches Spielen. Endlich wieder mit dabei ist der Multiplayer-Modus, damit Ihr mit Freunden zusammen über Eure Inseln herrschen könnt.

Anno 1800: Eure Schiffsflotte bleibt ein großes Thema im Aufbauspiel(© 2017 Ubisoft)

Die Industrialisierung beginnt

Wie es scheint, dreht sich im Spiel viel um die industrielle Revolution. Geschichtskenner wissen, dass die eher in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stattfand. Die Entwickler wissen das auch, doch jedes "Anno" muss in seiner Jahreszahl die Quersumme 9 ergeben. Das Spiel siedelt sich laut Ubisoft eher gegen 1850-1860 an. Was uns besonders gefällt, ist die Kombination aus den hübsch animierten Arbeitern auf dem Land und den durch die Industrialisierung kommenden Eisenbahnen oder Gießereien.

Anno 1800: Gießereien, Eisenbahnen und dicker Rauch zeigen die beginnende Industrialisierung(© 2017 Ubisoft)

Ubisoft sagt zwar, dass die gezeigte Version noch eine "Pre-Alpha", also eine sehr frühe Version, ist und die Grafik noch nicht repräsentativ sei, doch schick sieht die Demo auch jetzt schon aus. Vor allem die riesigen Schiffe sind sehr liebevoll gestaltet. Auch einen Zoo können wir entdecken und dabei abseits des Spielens auch einfach nur Tiere beobachten.

Anno 1800: Der Zoo(© 2017 Ubisoft)

Bei "Anno" müsst Ihr, um Eure Stadt weiterzuentwickeln, auf die steigenden Bedürfnisse Eurer Bürger eingehen. In der Demo sahen wir eine Aufgabe, um die höher gestellten Anwohner im Zentrum zufriedenzustellen. Die wollten gerne einen Zoo mit spannenden Tieren und nicht nur Schweine-, Möwen- und Schafgehege. Also werden kurzerhand weiße Tiger, Elefanten und Papageien gekauft und per Schiff in unseren Zoo umgesiedelt.
Doch es gibt natürlich nicht nur die reiche Bevölkerung mit ihren Luxusproblemen. Die armen Menschen in ihren kleinen Holzhütten befinden sich im ständigen Konflikt mit den Reichen. Hier muss der Spieler die Spannungen möglichst niedrig halten, denn ansonsten beginnen die Arbeiter zu streiken oder gar zur Revolution aufzurufen. Sollte es doch mal zu diesen Unruhen kommen, kann der Spieler versuchen zu schlichten – oder Polizisten schicken, die den Aufstand gewaltsam beenden. Grafisch sieht das großartig aus. Die wütende Bevölkerung wirft sogar Möbel aus dem Fenster oder hängt Banner mit Parolen auf.

Anno 1800: Der Streit ist in vollem Gange(© 2017 Ubisoft)

Anspruchsvolle Wirtschaft

In "Anno 2205" war der Warenweg ein bisschen kürzer. Waren, die produziert wurden, landeten sofort im Lager. Doch in "Anno 1800" ist die Technik noch nicht so weit. Hier beginnen wir tatsächlich wieder mit Getreidefarmen und bauen eine Produktionskette zu Mühle und Bäckerei, damit wir am Ende Brot erhalten. Auf jedem Weg müssen die Rohstoffe mit Wagen zum nächsten Betrieb gefahren werden und auch das fertige Brot am Ende muss erst in Lager geschafft werden, bevor es von dort dann verwendet werden kann. Die Wagen kommen von der Produktionsgebäuden. Ob und wie man die Geschwindigkeit des Transports verbessern kann, wird allerdings gerade noch ausprobiert.

Anno 1800: Wie aus Getreide Brot wird(© 2017 Ubisoft)

Der Aufbau und die Platzierung von Fabriken oder Feldern muss also wieder sehr gut durchdacht werden, damit am Ende eine effiziente Wirtschaftskette entsteht. Das gilt auch für die Wege über Wasser. Ihr könnt zwar automatische Handelsrouten zwischen Euren Inseln oder Partnern einrichten, doch auch selber Waren in ein Boot werfen und auf Entdeckungstour gehen.

Entwicklung zusammen mit Fans

Ubisoft legt beim nächsten "Anno"-Teil sehr viel wert auf die Meinung seiner Fans. Über die Webseite "Anno Union" können sich Interessierte registrieren und so an der Gestaltung des neuen Aufbauspiels mitwirken. Es soll regelmäßige Umfragen geben, und die Möglichkeit an Tests teilzunehmen. Auch Skype-Gespräche mit den Entwicklern könnten kommen. Jeder Fan kann auch eigene Ideen vorschlagen. Derzeit könnt Ihr auf der Webseite zum Beispiel abstimmen, welcher nichtspielbare Charakter als Teil der Story, in der "Anno"-Welt auftauchen soll.

Vorläufiges Fazit: Ein guter Anfang!

Die erste Demo von "Anno 1800" weckte in mir sofort wieder die Leidenschaft für Aufbauspiele. Die Zukunftsteile waren auch hübsch gemacht, aber die alten Spiele hatten dennoch mehr Charme. Dieser kommt jetzt wieder hervor. Mit zufälligen Katastrophen und einem anspruchsvollen Wirtschaftssystem scheint es auch genug Herausforderungen zu geben. Erscheinen wird "Anno 1800" erst Ende 2018. Da Ubisoft aber gerne Release-Termine verschiebt, stellen wir uns innerlich schon mal auf 2019 ein.


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