Anonymous attackiert Stratfor

Das US-Sicherheitsunternehmen Strategic Forecasting, Inc., kurz Stratfor, ist Opfer eines Hackerangriffs geworden. Sensible Kundendaten, zu denen auch Kreditkartendaten gehören, sollen der attackierenden Gemeinschaft LulzSec, die mit Anonymous kooperiert, vorliegen. Der Einbruch in die Server der US-Firma habe über Weihnachten stattgefunden.

Wie Anonymous-Mitglieder gegenüber US-Medien sagten, will das Kollektiv rund 770.000 Dollar oder mehr an Hilfsorganisationen überweisen. Das nötige Geld solle über die gestohlenen Kreditkarten refinanziert werden. In diesem Zusammenhang meldeten sich bereits erste Opfer. So zitiert die Frankfurter Rundschau einen Rentner, der Kunde bei Stratfor ist: „Es war schrecklich. Wir mussten unser Konto schließen.“

Die international agierende Hackergemeinschaft habe nach eigenen Angaben eine Liste von Kunden-Namen im Netz veröffentlicht. In erster Linie könnte es sich hier um Personen handeln, die einen kostenpflichtigen Newsletter mit täglicher Auflage bestellt haben.
Zu den Stratfor-Kunden sollen demnach auch Finanzinstitute, Unternehmen, sowie Militär- und Regierungseinrichtungen gehören.
Strategic Forecasting, Inc. bietet seinen Kunden Analysen zu aktuellen geopolitischen Sicherheitsfragen an.

Auf der Facebook-Seite von Stratfor bestätigte die Firma den Angriff: „Am 24. Dezember haben Unbefugte personenbezogene Daten und dazugehörige Kreditkartendaten von einigen unserer Kunden offengelegt.“ Wer am Samstag die Webseite des Unternehmens aufrief, habe unter anderem folgenden Satz gesehen, so die FR: „Merry Lulzxmas! Seid ihr bereit für eine Woche Chaos?“ Am Montag schloss Strategic Forecasting, Inc. die Webpräsenz wegen "Wartungsarbeiten".
Auf bestimmten Plattformen sollen die Hackergruppen Details zum Leak bekannt gegeben haben. So hätten sie einen Screenshot veröffentlicht, der beweisen soll, dass Spenden an Hilfsorganisationen getätigt worden seien. Stratfor warnte erneut seine Kunden und Unterstützer. Sie könnten abermals im Internet öffentlich dargestellt werden, so die Befürchtung des Unternehmens.