Anonymous legt GEMA-Webseite lahm

Die Hackergemeinschaft Anonymous legte scheinbar die Webseite der Verwertungsgesellschaft GEMA lahm. Auf Facebook posteten die Angreifer ein Bild, das die GEMA-Internetseite mit einem Hinweisschild überdeckt zeigt. Der Inhalt lautet wie folgt:

“Leider ist diese Seite (nicht nur) in Deutschland nicht verfügbar, da sie auf ein Unternehmen verweisen könnte, für das Anonymous die erforderlichen Freiheitsrechte nicht eingeräumt hat. Das tut uns leid. Nicht!” (Anonymous)[ad id="mobile_half"]

Rechtsstreitigkeiten könnten Anlass sein

Die Aktion könnte eine Reaktion auf die derzeitig anlaufenden Rechtsstreitigkeiten zwischen der GEMA und YouTube sein. Mitte Januar forderte GEMA die Video-Plattform YouTube auf, die Verwendung der derzeitigen Sperrtafeln für Videos zu unterlassen. “Durch den eingeblendeten Text wird der falsche Eindruck erweckt, dass die GEMA die Lizenzierung von Musiknutzung kategorisch verweigere”, sagte GEMA-Vorstandsvorsitzender Harald Heker vor einigen Tagen. Die GEMA schlug eine Vergütung in Höhe von 0,375 Cent pro gestreamtem Video vor, an dem die GEMA Rechte hält.

Vergütungsfrage offen

„Wir wollen eine prozentuale Summe, sonst müssten wir alle unwirtschaftlichen Videos von der Plattform verbannen”, erklärte YouTube der “Wirtschaftswoche”. Die GEMA beklagt, YouTube hätte seit fast vier Jahren keine Vergütungsabgabe vorgenommen. 1.000 Musikwerke würde das Portal ohne Lizenz nutzen, erklärte die GEMA. In mehr als 45 Ländern seien Verträge zwischen Verwertungsgesellschaften und YouTube zustande gekommen. Bei uns in Deutschland sei eine solche Zusammenarbeit “durch die Entscheidungen der Gema verwehrt” worden, äußerte sich YouTube vor Kurzem gegenüber ZEIT ONLINE.

Bild: Anonymous