Anonymous veröffentlicht geheime Dokumente - Bundestag reagiert gelassen

Die Hackergruppe Anonymous ist nach eigenen Angaben in die Server des Bundestages eingedrungen und hat dabei vertrauliche Dokumente des Kundus-Untersuchungsausschusses entwendet. Im Abschlussbericht der Kommission waren bereits die wichtigsten Details enthalten. Sowohl die gestohlene Datei als auch der Bericht liegen öffentlich einsehbar im Internet.

Am Mittwoch reagierte die Pressestelle des Bundestages gelassen, als sie erfuhr, dass Anonymous-Anhänger in den Servern des Kundus-Untersuchungsausschusses zugange waren. Nach einer Prüfung konnte die Presseabteilung verkünden, dass die Informationen von Anonymous schon im Bericht des Ausschusses einsehbar seien. Dieser ist frei zugänglich im Internet abrufbar. "Die Liste der Dokumente ist im Dokumentenverzeichnis ab Seite 460 aufgeführt", konterte die Presseabteilung des Deutschen Bundestages. "Unter den Dokumenten befinden sich auch solche, die ursprünglich als "geheim" oder "vertraulich" eingestuft waren", erklärte der Bundestag weiter. "Weil das Verteidigungsministerium Dinge, die nicht als geheim eingestuft werden müssten, reflexhaft einstuft, braucht es sich nicht um die Aufregung wundern", kommentierte der Abgeordnete Omid Nouripour (B 90/ Grüne) gegenüber der dpa.  Es ist nicht eindeutig geklärt, ob die Hacker tatsächlich in den Servern des Bundestages unterwegs waren.

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Anonymous veröffentlicht Telefonkonferenz zwischen FBI und Scotland Yard

Hackern aus den Kreisen von Anonymous ist es gelungen, eine brisante Telefonkonferenz zwischen der Londoner Polizei Scotland Yard und der US-Bundespolizei FBI mitzuschneiden. Die Dateien wurden im Internet veröffentlicht. In dem Gespräch ging es um die weitere Vorgehensweise gegen die Hackerkollektive Anonymous und Lulzsec. Die Behörden bestätigten die Echtheit des Telefonats.

Zu der Telefonkonferenz am 17. Januar 2012 wurden mehr als 40 Ermittler aus den USA und Europa eingeladen. In einer E-Mail wurden den Eingeweihten die nötigen Zugangsdaten mitgeteilt. Auch ein deutscher Mitarbeiter des Bundeskriminalamts bekam eine Mail. „Das FBI mag neugierig sein, wie es uns gelingt, von jetzt an stetig seine interne Kommunikation mitzulesen“, twitterte ein angebliches Anonymous-Mitglied.