Anonymous veröffentlicht Telefonkonferenz zwischen FBI und Scotland Yard

Hackern aus den Kreisen von Anonymous ist es gelungen, eine brisante Telefonkonferenz zwischen der Londoner Polizei Scotland Yard und der US-Bundespolizei FBI mitzuschneiden. Die Dateien wurden im Internet veröffentlicht. In dem Gespräch ging es um die weitere Vorgehensweise gegen die Hackerkollektive Anonymous und Lulzsec. Die Behörden bestätigten die Echtheit des Telefonats.

Zu der Telefonkonferenz am 17. Januar 2012 wurden mehr als 40 Ermittler aus den USA und Europa eingeladen. In einer E-Mail wurden den Eingeweihten die nötigen Zugangsdaten mitgeteilt. Auch ein deutscher Mitarbeiter des Bundeskriminalamts bekam eine Mail. „Das FBI mag neugierig sein, wie es uns gelingt, von jetzt an stetig seine interne Kommunikation mitzulesen“, twitterte ein angebliches Anonymous-Mitglied.

Es ist anzunehmen, dass ein oder mehrere Anhänger von Anonymous Zugriff auf mindestens eines der 40 E-Mail-Postfächer hatten. Mit Hilfe der Paswörter konnten die Hacker unbemerkt an der Besprechung teilnehmen. In dem Anfang Februar online gestellten 17-minütigen Ausschnitt beratschlagen ein paar Ermittler über neue Strategien im Kampf gegen die kriminellen Machenschaften von Lulzsec, Anonymous und den dazugehörigen Untergruppen. Dabei fiehlen auch bürgerliche Namen von vermeintlichen Hacktivisten, die noch nicht festgenommen worden sind. Das FBI überlegte, näher mit der britischen Polizei zusammenzuarbeiten. Die Briten müssten eine Kooperation vorerst prüfen.

Über einen Twitter-Account gaben die mithörenden Hacker bekannt, dass sie schon seit einiger Zeit die Kommunikation unter den Ermittlern beobachten würden. Zu diesen Vorwürfen wollte sich weder das FBI, noch Scotland Yard äußern. Eine Anwältin sagte gegenüber der Nachrichtenagentur AP, dass ein solches Eindringen fatale Folgen für die laufenden Ermittlungen haben könne. Eine Absicherung der E-Mails könne unter Umständen Abhilfe schaffen.