Anwendungen: Anbieter versprechen mehr Transparenz

Google, Apple, Hewlett-Packard, Microsoft, Amazon und der Blackberry-Anbieter Research in Motion (RIM) haben sich auf Druck der Generalanwaltschaft Kaliforniens verpflichtet, für mehr Transparenz bei ihren Apps zu sorgen. Dadurch wollen die US-Behörden einen höheren Datenschutzstandard erreichen. "Was mit ihren Informationen passiert, ist derzeit für Nutzer weitgehend unsichtbar", monierte die Staatsanwältin Kamala Harris.

Viele Apps würden die Richtlinien zur Privatsphäre umgehen. In Zukunft sollen Smartphone-Nutzer selbst entscheiden können, für welche Dienste Daten freigegeben werden sollen. Des Weiteren sollen die Benutzer entscheiden, was nach der Weitergabe mit den Datensätzen passieren soll. "Wir gehen davon aus, dass alle mit gutem Willen zusammenarbeiten und sich nicht herausreden", erklärte Harris. Datenschützer begrüßten den neuen Weg der Transparenz. "Das war ein überfälliger Schritt", sagte Florian Glatzner vom Bundesverband der Verbraucherzentralen.

Nachdem beim Technikkonzern Apple über mehrere Jahre hinweg Apps uneingeschränkt Zugriff auf die in den Smartphones hinterlegten Adressbüchern hatten und diese sogar kopieren konnten, reagierten nun auch andere Anbieter auf den Skandal. Apple betonte zwar, dass die Bestimmungen die Einsicht in Kontaktdaten untersagen würden, aber technisch ist dies nicht verhindert worden.
In den vergangenen Wochen gestanden viele App-Anbieter ein, dass sie Adressdaten auf ihre Server downgeloadet hätten. Davon waren in erster Linie soziale Netzwerke wie Twitter oder Foursquare betroffen.
Der Vorstoß der US-Behörden beruht auch auf dem Verhalten des Internet-Giganten Google. Er lies sich mit Hilfe der neuen Nutzungsrichtlinien bestätigen, dass Informationen über einen Nutzer, der bei verschiedenen Google-Diensten registriert ist, zusammengeführt und zentral ausgewertet werden dürfen. Dadurch will Google noch genauere Zielgruppen für seine Werbekunden erstellen. Aus diesem Grund wollen US-Datenschützer vor Gericht ziehen.