Anythinx im Interview: Der deutsche Dinge-Aggregator

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Anythinx ist die zentrale Anlaufstelle für Produkt-Informationen
Anythinx ist die zentrale Anlaufstelle für Produkt-Informationen(© 2014 Anythinx)

Ein Mix aus Google Alerts, Flipboard und Social Network: Anythinx will der erste Aggregator für "Dinge" im Netz werden. CURVED sprach mit dem Mitgründer Adrian Thomys.

CURVED: Herr Thomys, ein News-Aggregator für Dinge? Was soll das sein?

Thomys: Das Prinzip von anythinx ist ganz einfach: Unsere User nennen uns Dinge, für die sie sich interessieren – und wir versorgen sie mit allen wichtigsten News zu diesen »Thinx«. Dazu durchforsten wir das Netz nach frisch veröffentlichten Texten und Videos innerhalb der von uns ausgewählten Quellen und schicken Sie den Usern direkt auf ihr Smartphone, Tablet oder PC.

Wenn du uns mit Wettbewerbern vergleichen möchtest: anythinx ist die zentrale Anlaufstelle für Produkt-Informationen und verbindet den Ansatz der Google Alerts mit einem ansprechenden Design sowie Usability à la Flipboard und den Kommunikations-Möglichkeiten wie bei Facebook (zum letzten Punkt haben wir schon einiges in der Schublade).

CURVED: Wer sind die Macher hinter anythinx?

Thomys: Drei Boschler, die mehr erreichen wollen: Wir sind erfolgreiche Ingenieure - mit unterschiedlichen Aufgaben und Themengebieten - ein perfektes Team für die Arbeit an unserem Startup. Mit meinen Erfahrungen in der Geschäftsfeldentwicklung übernehme ich als leitender Geschäftsführer Planung und Finanzen von anythinx. Bernd Graef, seit Jahren erfolgreich in der Technologieentwicklung, ist unser Technologischer Leiter. Und Erik Lesser, erfahren im strategischen Portfoliomanagement, nimmt bei uns die Rolle als Chefanalytiker und Trendscout ein.

Doch in unserer frühen Phase ist es entscheidend, dass wir wichtige Themen als Team bearbeiten und uns gegenseitig unterstützen - da sind die Rollen eher nebensächlich.

CURVED: Ein Aggregator in Zeiten des LSRs. Habt Ihr da keine Angst, abgemahnt zu werden?

Thomys: Angst? Nein - wenn uns die “Großen” abmahnen würden, hätten wir schon viel erreicht - an Sichtbarkeit würde es dann wohl nicht mangeln :-) Um den möglichen Problemen aber aus dem Weg zu gehen,  haben wir die großen LSR-Verfechter à la Axel Springer nicht in unseren Quellen aufgenommen.

CURVED: Let's talk numbers: Wie viele nutzen bereits anythinx?

Thomys: Wir sind seit 30 Tagen online - Marketing beschränkt sich aktuell bewusst auf PR. Plan waren 1.000 registrierte User. Geschafft haben wir es noch nicht ganz. Bester Artikel mit einer extrem hohen Conversion-Rate ist von Netzwertig. Das könnt ihr aber bestimmt toppen, oder?

Parallel testen wir gezielt kleine Kampagnen im Social-Media-Bereich - hier kommen wir wirklich günstig zu Besuchern - Conversion-Rate ist aber noch nicht ausreichend.

In der jetzigen Phase wollen wir vor allem Zahlen, Daten und Fakten schaffen. Nur wenn wir  belegen, dass unser Geschäftsmodell funktioniert und skalierbar ist, können wir Investoren von anythinx überzeugen. “Wie viel müssen wir für einen User in Marketing investieren?”, “wie oft besuchen User anythinx und wie viele Seite rufen sie auf?” und vor allem “was verdienen wir pro User pro Monat im Schnitt? - wenn wir auf diese Fragen Antworten haben und diese Antworten unser Geschäftsmodell bestätigen, sind wir bereit für die “Höhle des Löwen”.  Im Februar wird es soweit sein.

Anythinx(© 2014 Anythinx, CURVED Montage)

CURVED: Was sind Eure meistgefragten "Dinge", für die sich Nutzer interessieren?

Thomys: Bei den aktuellen Userzahlen will ich kaum statistische Aussagen treffen. Es sind aktuell die Thinx aus den Kategorien “Smartphones & Co” und “Autos” gefragt. Da ich aber in genau diesen Kategorien Test-Kampagnen starte, ist die Statistik nicht ganz objektiv.

CURVED: Wo geht die Reise hin? Wie wollt Ihr mit der Plattform Geld verdienen?

Thomys: anythinx bietet mit dem Fokus auf Produkte die ideale Werbefläche. Werbung wird nicht als solche wahrgenommen, sondern vervollständigt das Angebot der Plattform.

Aber das reicht uns nicht: anythinx verfolgt ein Geschäftsmodell, das die Finanzierung über Produkthersteller, produktbezogene Webportale und Werbekunden sichert. So wird es beispielsweise für Produkthersteller spezielle Premium-Accounts geben, über die sich etwa per Chatfunktion direkt Kontakt mit der Zielgruppe aufnehmen lässt. Langfristig können wir gewisse Thementrends und Userverhalten erkennen, die wir Unternehmen für ihr Marketing aufbereiten und bereitstellen. Im ersten Schritt kooperieren wir mit dem Affiliate-Marketing-Spezialisten yieldkit. Dieser arbeitet mit allen Affiliate-Netzwerken im deutschsprachigen Raum zusammen und bietet uns direkten Zugang zu namhaften Partnerprogrammen wie Amazon, Ebay oder dem Apple-Store. So erzielen wir auf einen Schlag maximale Reichweite mit überschaubarem Aufwand.

Langfristig wird anythinx in vielen Ländern die Anlaufstelle für Produktinformationen sein. Produkthersteller stellen ihr Marketing dahingehend um, dass News bei anythinx platziert werden. Produktblogs werden durch anythinx weiter Fahrt aufnehmen und die Produkt-Vermarktung revolutionieren.


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