AOL verkauft Patente an Microsoft – für 1,1 Milliarden Dollar

Patente sind in der IT-Branche wertvoller als Gold. Wer sich gegen Forderungen von Wettbewerbern absichern will tut gut daran, möglichst viele Patente zu halten. So ist das Wettrüsten in Sachen Schutzrechte, das sich bei den großen Unternehmen zunehmend entwickelt auch nicht weiter verwunderlich.

Der Software-Gigant Microsoft hat jetzt 1,1 Milliarden Dollar (rund 840 Millionen Euro) an AOL gezahlt für die Übernahme von rund 800 Patenten. Microsoft erhält zusätzlich eine Lizenz für die bei AOL verbleibenden 300 Patente – zwar nicht exklusiv, dennoch dürfte auch dieser Teil des Deals für Microsoft nicht unwesentlich sein. AOL hingegen darf auch die von Microsoft aufgekauften Patente weiterhin nutzen.

Analysten sehen den Betrag, den Microsoft für die Schutzrechte an AOL zahlt als überraschend hoch an. Denn Investoren hatten diesen hohen Wert nicht in den Patenten gesehen. Damit ist das Geschäft für AOL äußerst lukrativ. Das machte sich auch auf dem Aktienmarkt bemerkbar, wo das AOL-Wertpapier gleich um rund 50 Prozent zulegte. Freuen dürften sich die Aktionäre, denn ihnen soll der größte Teil der Einnahmen durch den Deal mit Microsoft zu Gute kommen.

Der Grund, warum Microsoft für die AOL-Patente so viel Geld auf den Tisch legt, dürfte ganz einfach sein: Was man hat, hat man. Und vor allem: Die Anderen haben es nicht. Vermutlich waren auch Google und Facebook an den AOL-Schutzrechten interessiert. Microsoft ist einer der Unternehmen mit den meisten Patenten.

Mit einer Vielzahl an Patenten ist es einfacher, sich gegen Klagen von der Konkurrenz zu sichern und im Fall einer Klage schneller und besser darauf reagieren zu können. Urgesteine wie AOL oder auch der schwächelnde Handy-Hersteller Motorola, der von Google gekauft wurde, haben damit ein riesigen Arsenal an Waffen im Patent-Krieg, das jüngeren Unternehmen wie beispielsweise Facebook (noch) fehlt.