App-Zentrum: Verbraucherschützer klagen gegen Facebook

Die Verbraucherzentrale hat beim Landesgericht Berlin eine Klage gegen Facebook Irland eingereicht. Klageargument ist die umfassende Einsicht von Apps in die Datensätze von Usern ohne die Einwilligung des Nutzers, wie es heißt. Durch die Einführung des neuen Zentrums für Anwendungen mache Facebook den Datenschutz nicht transparenter - das Gegenteil sei der Fall, erklärt die Verbraucherzentrale Bundesverband.

Hinweisfenster abgeschafft

Seit Juli dieses Jahres bündelt Facebook alle Anwendungen, die von Drittanbietern bereitgestellt werden, in einem eigenen Zentrum. Mit der Umstellung auf das sogenannte App-Zentrum hat Facebook vor der Installation einer App das Informationsfenster abgeschafft, das zuvor dem Nutzer aufzeigte, auf welche seiner Daten die Anwendung zugreifen kann.

Regelung widerspreche deutschem Recht

Zwar wird dem Nutzer weiterhin am Rand in grauer Schrift erklärt, welche Informationen die App über ihn erhält. Der Verbraucherzentrale geht dies aber nicht weit genug: "Eine bewusste und informierte Einwilligung" des Nutzers sei nicht gedeckt.

"Nach Auffassung des Verbraucherzentrale Bundesverbandes verstößt Facebooks App-Zentrum damit sowohl gegen das Telemediengesetz als auch gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb." (Fazit des Bundesverbandes)

Es ist nicht das erste Mal, dass die Verbraucherzentrale auf Bundesebene eine Klage gegen das soziale Netzwerk einreicht. Das Berliner Landgericht hatte sich bei der letzten Klage, in der es um den "Freundefinder" ging, hinter die Verbraucherschützer gestellt. Facebook ging daraufhin in Berufung.

Foto: Facebook