Apple: Adressbücher sicherer

Über mehrere Jahre hinweg konnten Entwickler von Apps für den App Store auf die Adressbücher der Apple-Geräte zugreifen oder sie sogar kopieren. Die Apple-Richtlinien untersagen zwar das Ausspähen von Kontaktdaten, doch technisch wurde es nicht verhindert. Als Nutzer empört darauf reagierten, reagierte Apple.

Bei einem populären Online-Netzwerk wurde festgestellt, dass sich das Unternehmen die Kontakte von iPhone-Besitzern heruntergeladen und gespeichert hatte. Darauf reagierten die Apple-Fans prompt und forderten Apple zum Handeln auf.  Apple verkündete: In Zukunft können die Benutzer selbst entscheiden, ob sie die Adressdaten weiterleiten wollen oder nicht. "Apps, die Kontaktdaten von Nutzern ohne deren vorherige Zustimmung sammeln oder übertragen, verletzen unsere Richtlinien", betonte ein Apple-Sprecher gegenüber CNET und All Things Digital.

Das oben erwähnte Netzwerk rechtfertigte seine Vorgehensweise damit, dass durch dieses Verfahren die Suche nach möglichen Bekannten im Social Network erleichtert werden würde. Die Online-Plattform kündigte an, zukünftig eine Zustimmung einzuholen. Nach Bekanntwerden dieses Falles untersuchten Spezialisten andere Apps. Und siehe da: Auch andere Applikationen ziehen fleißig Kontaktdaten von ihren Benutzern. Der iPhone-Besitzer bekommt davon nichts mit. Im Internet lagern tausende kopierter Adressbücher - verschlüsselt, wie App-Anbieter sagen.

Die Kritik an Apple wurde immer lauter, weil der Konzern keine technischen Barrieren aufstellten, um ein solches Vordringen zu verhindern. Theoretisch könnten über 200 Millionen-User von den Ereignissen betroffen sein. Ein paar Stunden vor der Stellungnahme aus dem Hause Apples reagierten US-Kongressabgeordnete erschüttert. Die Software solle nun überarbeitet werden und künftig - genauso wie beim Versenden von Geodaten - den Nutzer um seine Erlaubnis fragen.

2011 wurde Apple kritisiert, weil die Firma dauerhaft alle Aufenthaltsorte von iPads und iPhones speicherte.