Apple Car: Ist der Tesla-Konkurrent Faraday nur eine Apple-Tarnfirma?

Unfassbar !34
Das Apple-Logo auf einem Auto
Das Apple-Logo auf einem Auto(© 2015 CC: Flickr/Connor Hinkle, CURVED Montage)

Wird das Apple Car nicht von Apple gebaut? Ein mysteriöser Newcomer namens Faraday will über eine Milliarde Dollar investieren. Woher kommt das Geld?

Starten wir mal ein kleines Gedankenspiel: Angenommen, Apple macht genau das, wovon gerade jedes Wirtschaftsmedium und jeder Techblog schreibt, aber sich nicht offiziell dazu äußert: ein Auto bauen. Und nehmen wir auch einmal an, dass Apple es sich nicht erlauben möchte, in diesem für den IT-Konzern völlig neuen Geschäftsfeld zum einen sein hervorragendes Image bei einem Misserfolg zu ramponieren und zum anderen auf völlig neues Knowhow angewiesen ist.

Aus dem Nichts auf 500 Mitarbeiter bis Ende des Jahres

Wäre es dann klug, vor den Augen der Weltöffentlichkeit eine Fabrik zu bauen? Oder würde man die immensen Barreserven nicht besser dafür nutzen, eine neue Firma ohne Apple-Branding zu gründen? Zumindest solange bis man sich sicher ist, dass das Produkt ein Erfolg wird?

Vorhang auf für Faraday! Noch nie gehört? Kein Wunder, der Konzern ist ein völlig neuer Player auf dem Markt für Elektroautos. Und dieser Neuling hat potente Geldgeber: Eine Milliarde will man demnächst für eine Fabrik investieren - vermutlich in Kalifornien, dem Standort von Apple. Made in the USA. Die Ansage: Bis 2017 fährt das Faraday-Elektroauto auf amerikanischen Straßen. Mit einer bis zu 17 Prozent größeren Reichweite als der Tesla Model S.

Faraday gibt sich mysteriös(© 2015 Faraday)

Hätte Faraday überhaupt das Zeug, solch ein Unterfangen auf die Beine zu stellen? Und ob. Bis dato verfügt man nach eigenen Angaben über 400 Experten aus der Automobilbranche, zehn weitere Stellen werden pro Woche besetzt. Das Management gehört zur Crème de la Crème der Elektroautobranche. Ein Auszug:

  • Dag Reckhorn, Vice President of Global Manufacturing – Former Director of Manufacturing, Tesla Model S
  • Alan Cherry, Vice President of Human Resources - Former Senior Director, Human Resources, Tesla Motors
  • Tom Wessner, Vice President of Supply Chain - Former Director of Purchasing, Tesla Motors
  • Richard Kim, Head of Design – Founding member of BMW i Design and Lead Designer, i3 and i8 concepts.

Woher das Geld kommt, verrät Faraday nicht. Senior Vice President Nick Sampson ist der einzige Sprecher für den Konzern und wechselte von einem hochdotierten Posten bei Tesla zum Rookie im Elektroautobusinsess. Seine knappe Antwort auf Nachfrage des Wall Street Journal: "Wir halten unsere Partner vertraulich." Noch nicht einmal der CEO des milliardenschweren Konzerns ist unbekannt. Sogar die Homepage des Autobauers scheint mit diesem Rätsel zu spielen: Menschen sind nur als Silhouetten zu erkennen, Gesichter geschickt verhülllt. Nur so viel ist bekannt: Faraday will insgesamt sieben unterschiedliche Modelle anbieten, jedoch schon 2017 mit einem ersten Elektroauto starten.

Ein Auto wie ein Smartphone

"Wir betrachten es als ein Smartphone", erklärt Sampson. "Die Umsätze beginnen zu fließen, wenn man das Gerät in die Hand des Besitzers bekommen hat." Dazu wolle man Internet-Dienste, Apps und Unterhaltungspakete anbieten.

Könnte Faraday also eine Tarnfirma für Apples Autopläne sein? Sehr vieles spricht dafür. Allen voran die massiven Neueinstellungen von ehemaligen Tesla-Mitarbeitern und erfahrenen Ingenieuren aus der Automobilbranche. Alles nur, um CarPlay besser zu machen? Come on! Darüber hinaus hat Apple weiteres Land in Kalifornien gekauft. Mehr als die doppelte Fläche, die es für den Apple Campus 2 braucht - das bei Fertigstellung größte Bürogebäude der Welt.

Bloomberg bringt nun noch einen weiteren Akteur ins Spiel: Jia Yueting, Gründer des chinesischen Netflix-Pendants LeTV. In China lässt der Milliardär bereits das "LeSupercar" bauen und hat in das US-Startup Atieva investiert.

Doch momentan gefällt mir der Gedanke, dass Apple vor unser aller Augen eine milliardenschwere Tarnfirma aufbaut, nur um Jahre später als "One more thing" das Apple Car auf die Bühne rollen zu lassen...


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