Apple gegen Apfelkind

Die 33 Jahre alte Besitzerin des Bonner Cafés Apfelkind, Christin Römer, verstand die Welt nicht mehr, als Anfang September ein Brief von Apple mit erschreckendem Inhalt bei ihr eintraf.

Auslöser für die Post vom Technik-Konzern ist das Logo ihres Ladens, dass sie im Juni beim Deutschen Patent- und Markenamt eingetragen hatte. Dieser Eintragung will die Technikfirma entgegenwirken, weil sie ihre Rechte verletzt sieht. Da Apple innerhalb der rechtlichen Firsten einer Eintragung widersprochen hat, muss sich die Café-Inhaberin mit dem Fall auseinandersetzen.

Eigentlich liebt die Mutter Produkte von Apple, was sie während eines Telefonates mit dem Online-Magazin netzwelt bestätigt. Als sie das Logo ihres kleinen Betriebes entwarf, dachte sie nicht einmal an die Kultmarke, die sie fast täglich nutzt.
Zudem sieht das Design, das von einer Werbeagentur entworfen worden ist, für Außenstehende nicht aus, wie das von Apple. Schließlich hat die Technikmarke keinen Kopf eines Kindes in ihrem silberfarbigen Apfel integriert. Zurzeit strebt das Unternehmen noch eine außergerichtliche Einigung an, wobei Frau Römer auf vier der insgesamt zwölf beantragten "Markenklassen" verzichten soll. Wenn sie einwilligen würde, wäre ihr "ganzes Konzept" für die Katz' gewesen. Ursprünglich plante die ehemalige Lehrkraft eine hauseigene Apfelschorle. Christin Römer will standhaft bleiben. Trotz der Ankündigung ihres Anwaltes, dass Apple wahrscheinlich vor Gericht ziehen wird, bleibt die Bonner Café-Besitzerin optimistisch gestimmt. Außer dem Logo haben beide Parteien nichts gemeinsam. "Eigentlich ist mein Café doch das genaue Gegenteil von Apple und hat mit Technik und Computern nichts zu tun. Die Natürlichkeit steht bei meinem Konzept im Vordergrund", sagte Römer zu netzwelt.
Seitdem die Medien auf das Thema aufmerksam geworden sind, trifft sich die sogenannte "Anti-Apple-Bewegung" in ihrem Café. Diese Bewegung soll die Eigentümerin allerdings nicht beabsichtigt haben.