Apple gegen HTC: Wer hat denn nun gewonnen?

Es gibt nur Sieger im Patentstreit zwischen Apple und HTC. Zumindest nach Ansicht der beiden Konzerne. Die International Trade Commission (ITC) hat in den USA entschieden, dass HTC in einigen seiner Geräte ein Patent von Apple verletzt. Den Taiwanesen droht nun ein Importverbot.

Apple freut sich darüber natürlich und sieht sich selbst als Sieger an. Doch HTC sagt, es sei ja nur eine Kleinigkeit, die recht schnell geändert werden könne. Bis 19. April 2012 hat HTC Zeit, um diese Kleinigkeit tatsächlich zu ändern, sonst greift das Importverbot.

Eigentlich hatte die Klage, die Apple bereits im Jahr 2010 ins Rollen gebracht hatte, zehn Patente enthalten. Und darum kann dieser Sieg wohl auch nur als kleiner Erfolg für Apple gewertet werden, denn von zehn angekreideten Patentverstößen sieht die ITC nur einen als tatsächlich erwiesen an.

In dem Streit zwischen den beiden Smartphone-Herstellern geht es um das US-Patent Nr. 5.946.647. Es geht darin um „ein System und eine Methode, die einen Computer dazu bringen, Strukturen in Daten zu erkennen und bestimmte Handlungen auszuführen“. Im Falle von HTC geht es darum, dass Daten wie Telefon-Nummern oder E-Mail-Adressen als solche erkannt und direkt angerufen bzw. als Empfänger einer E-Mail eingetragen werden können.

HTC muss nun schnell handeln, um das Einfuhrverbot zu umgehen. Denn der US-Markt ist für die Taiwanesen extrem wichtig, hier werden rund 40 Prozent des Umsatzes gemacht. Ein Importverbot in die USA wäre eine echte Katastrophe für HTC.