Apple HomePod, Google Home & Amazon Echo: Smarte Lautsprecher im Vergleich

Nicht nur der Amazon Echo passt gut in die Wohnung.
Nicht nur der Amazon Echo passt gut in die Wohnung.(© 2018 Amazon)

Mit dem HomePod ist Apples erster smarter Lautsprecher im Anflug. Google und Amazon sammeln dagegen mit ihren eigenen smarten Lautsprechern bereits seit Monaten, bzw. Jahren Erfahrungen und stellen ihre Sprachassistenten auch anderen Herstellern zur Verfügung. Was die smarten Lautsprecher unterscheidet und was sie gemeinsam haben, erfahrt ihr hier.

Den Amazon Echo gibt es seit 2015 und aktuell verkauft Amazon bereits die zweite Generation. Der Google Home erschien 2016 und befindet sich noch in der ersten Generation. Apple ist mit seinem HomePod (hier könnt ihr euch unseren ersten Eindruck ansehen), der noch im Frühjahr 2018 nach Deutschland kommen soll, spät dran.

In der Apple-Welt bleiben oder ausbrechen?

Der HomePod funktioniert perfekt in der Apple-Welt – und vorerst auch nur dort. Zur Einrichtung benötigt man ein iPhone, iPad oder iPod touch mit mindestens iOS 11.2.5. Zugriff auf Drittanbieter-Apps habt ihr nur, wenn sie in SiriKit für externe Entwickler freigegeben sind. So lassen sich zwar Nachrichten zum Beispiel über WhatsApp verschicken, aber Apple Music ist die einzige Quelle für Musik-Streaming. Dabei würde gerade einem Lautsprecher in diesem Punkt Vielfalt gut tun.

Amazon und Google sind da freigiebiger. Auf ihren smarten Lautsprechern könnt ihr nicht nur die hauseigenen Streaming-Dienste hören, sondern auch Spotify, Deezer und andere nutzen. Zudem lassen sich sowohl der Echo als auch der Home unter iOS und Android einrichten. Amazon macht seinen Lautsprecher natürlich auch mit dem Fire OS seiner Fire-Tablets kompatibel und der Google Home ist auch für Besitzer älterer Apple-Geräte geeignet. iOS 9.1 reicht bereits aus.

Fragen beantworten die Sprachassistenten auf allen drei Lautsprechern. Wie gut die Antworten sind, bewerten wir an dieser Stelle nicht. Ebenfalls mit allen dreien könnt ihr als Freisprecheinrichtung telefonieren und Nachrichten verschicken (teilweise allerdings nur im jeweiligen Ökosystem) sowie Listen, Kalendereinträge oder Erinnerungen erstellen und euch über aktuelle Nachrichten, das Wetter oder Verkehrsinfos informieren.

Der HomePod von Apple erscheint in Schwarz und Weiß.(© 2017 CURVED)

Mit allen drei Lautsprechern könnt ihr Gadgets im Smart Home steuern und euch ein Multiroom-System aufbauen – jeweils mit Einschränkungen. So hat Apple zwar AirPlay 2 und die Multiroom-Unterstützung für den HomePod angekündigt, aber mit Bekanntgabe des Verkaufsstart auf später in 2018 verschoben. Damit ihr Smart-Home-Gadgets steuern könnt, müssen diese den jeweiligen Anbieter, bzw. dessen Standard unterstützten. Bei Apple heißt er HomeKit, bei Google müssen sie in der Home-App eingerichtet sein und auch Alexa erwähnt jeder Hersteller als unterstütztes System auf seinen Produkten.

Der Google Home kann mit dem Google Assistant zudem als Übersetzer fungieren, hält einige kleine Spiele für zwischendurch bereit und lässt euch in Verbindung mit einem Chromecast Serien und Filme auf einem Fernseher per Sprache steuern. Letzteres funktioniert auch mit einem Amazon Echo, oder genauer Alexa. Anstelle des Chromecast braucht ihr dafür aber einen Fire TV Stick. Alexa lässt sich außerdem mit sogenannten Skills um Funktionen erweitern. Es gibt zum Beispiel einen Skill für die neuesten News von CURVED, aber auch zum Bestellen eines Taxis oder einer Pizza und in Hamburg kann man zum Beispiel auch die Fahrpläne vom ÖPNV erfragen. Kleiner Nachteil: Manchmal muss man sich bei Alexa sehr genau an vorgegebene Formulierungen halten, die umständlich klingen. Bei Google heißen ähnlich funktionierende Erweiterungen "Actions".

Auf dem Google Home und dem Amazon Echo könnt ihr mehrere Nutzerkonten einrichten. Die Sprachassistenten schaffen es dann meistens zuverlässig die verschiedenen Nutzer anhand der Stimme auseinander zu halten und zum Beispiel Termine in den richtigen Kalender einzutragen. Apple ermöglicht es bisher noch nicht mehrere Nutzer auf einem seiner Geräte gleichzeitig anzumelden. Ob sich dies beim HomePod ändert, ist noch nicht bekannt. Besser wäre es aber, sonst kann man den Lautsprecher nur in einem Single-Haushalt benutzen.

Alle drei smarten Lautsprecher bindet ihr per WLAN ins Internet ein, von wo aus sie Musik streamen. Als Bluetooth-Lautsprecher könnt ihr aber nur den Google Home und den Amazon Echo nutzen. Der HomePod kann nicht direkt Musik von einem Smartphone, Tablet oder PC abspielen.

Mikrofon, Hochtöner und Varianten in anderen Größe

Auch wenn wir uns hier vor allem mit den Funktionen der smarten Lautsprecher beschäftigen, soll ein Blick auf die Hardware nicht ausbleiben. So versprechen zum Beispiel alle drei Hersteller, dass ihre Geräte auch bei lauter Musik ihr Stichwort – "Hey Siri", "Alexa" und "OK Google" – hören. Dem Google Home reicht dafür ein Mikrofon aus. Apple verbaut im HomePod sechs und Amazon im Echo sogar sieben Mikrofone, damit die Lautsprecher euch gut verstehen – egal wo ihr im Raum steht.

Google Home(© 2016 CURVED)

Amazon hält beim Echo einen Tief- und einen Hochtöner für ausreichend. Google verbaut lieber neben einem Tieftöner zwei Hochtöner. Apple will euch mit einem Tief- und sogar sieben Hochtönern noch besseren Sound liefern. Eine Besonderheit im HomePod ist zudem der A8-Chipsatz, der auch im iPhone 6 steckt. Er ist für die Umfangreiche Software des Lautsprechers zuständig und muss unter anderem "Akustikmodellierung in Echtzeit", eine "präzise Richtungssteuerung der Musik" und eine "Echokompensation" bewältigen. Der Lautsprecher erfasst damit etwa seine Position im Raum und passt Apple zufolge mit den genannten Technologien jeden Ton automatisch an. Solch eine Funktion fehlt den anderen beiden Lautsprechern.

Während der HomePod der erste smarte Lautsprecher von Apple ist, haben Amazon und Google ihr Angebot bereits erweitert. Der Echo und der Home sind quasi die Standard-Modelle, aber mit 99 und 149 Euro jeweils günstiger und auch kleiner als der HomePod, der in den USA 349 Dollar kostet. Mit dem Amazon Echo Dot und dem Google Home Mini wird der Einstieg in die Welt der smarten Lautsprecher sogar noch günstiger und kompakter, sie klingen aber auch schlechter. Preislich und in Sachen Sound spielen eher der in Deutschland noch nicht erhältliche Google Home Max und der Sonos One, auf dem Alexa läuft, in einer Liga mit dem HomePod. Der Echo Plus reicht da als größer Lautsprecher von Amazon nicht an sie heran.

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