Apple ist verdammt....erfolgreich: der ewige Wall-Street-Wirbel

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Apple-CEO Tim Cook
Apple-CEO Tim Cook(© 2015 Youtube/Apple)

Apples Höhenflug ist vorbei. Also jetzt wirklich. Endgültig. Schluss, aus, Mickey Maus. Finito! Der Drops ist gelutscht. Die Messe gesungen. Ironie aus. Wie sehr die Analysten daneben lagen, hat Apple am Dienstag mit gigantischen Quartalszahlen demonstriert.

Im zurückliegenden Quartal erzielte Apple einen Umsatz von 75,9 Milliarden US-Dollar sowie einen Netto-Quartalsgewinn von 18,4 Milliarden US-Dollar. Oder wie Tim Cook es formulieren würde:

"Unser Team hat Apples bislang stärkstes Quartal hingelegt, dank den innovativsten Produkten weltweit und Allzeit-Rekordverkäufen von iPhone, Apple Watch und Apple TV. Das Wachstum innerhalb unserer Service-Sparte hat sich im Quartalsverlauf beschleunigt und zu Rekordergebnissen geführt und unsere installierte Basis hat mit über einer Milliarde aktiver Geräte einen bedeutenden Meilenstein übertroffen."

Und die Wall Street? Schickt die Aktie um drei Prozentpunkte nach unten. Es sind Probleme, wie sie nur der wertvollste Konzern der Welt in diesem Ausmaß kennt: Die Börse glaubt angesichts enormer Konkurrenz nicht an einen längerfristigen iPhone-Boom. Da das Smartphone mittlerweile aber 68 Prozent des Umsatzes ausmacht, scheint auch der gigantischste Rekordgewinn nicht genug.

Hat das irgendwelche Auswirkungen auf uns als Nutzer? Keineswegs. Auch wenn die iPad-Verkäufe - wie der gesamte Tabletmarkt - rückläufig sind, erklärte Cook, weiterhin mit Nachdruck die iPad-Sparte auch im Business-Segment zu etablieren. Und was ist mit der Apple Watch? Apple weist die Uhr weiterhin nicht gesondert auf, sondern listet sie unter "Andere Produkte", zusammen mit den iPods, dem Apple TV und Beats. 4,35 Milliarden Dollar hat das Unternehmen mit diesen Produkten umgesetzt. Schätzungen zufolge beträgt der Anteil der Smartwatch rund zwei Milliarden Dollar. Das liegt zweifelsohne hinter den Erwartungen Apples und der Wall Street. De facto gehört Apple damit aber weiterhin der absolute Löwenanteil im Boomsegment Smartwatches.

Die Wall Street spielt nach eigenen Regeln

Wieder einmal ist Apple also Opfer des eigenen Erfolgs. Einzig die iPad-Sparte sollte dem Konzern aus Cupertino Sorgen machen. Denn offenbar konnte das iPad Pro die Tablet-Sparte nicht wiederbeleben. Um 25 Prozent ging der Umsatz zurück. Freilich: Das Profi-Tablet richtet sich in erster Linie an Design-Profis und weniger an die Breite Masse. Allerdings scheint sich ein Trend bei den Tablets abzuzeichnen, denn man aus dem TV-Markt kennt: Die Geräte sind zu gut und zu langlebig, als dass man tatsächlich jede (zweite) Generation kaufen müsste.

Vor allem aber zeigt die Reaktion der Wall Street, wie entfernt die Einschätzungen von Analysten und Investoren von denen der Konsumenten sind. Während sie für Milliardeneinnahmen sorgen, verbrennt das Unternehmen seit Wochen Milliarden an der Wall Street. Joy of Tech bringt diese Absurdität wunderbar auf den Punkt:

The Joy of Tech
The Joy of Tech(© 2016 Geek Culture)

Und das ist auch der Grund, warum wir nur noch sehr eingeschränkt über Quartalsbilanzen der Big Player berichten: Für den Konsumenten spielen sie schlicht keine Rolle. Apple ist also verdammt - aus Sicht der Wall Street.  Vor allem ist Apple aber eines: verdammt erfolgreich. Ob dem Unternehmen jetzt wirklich die Puste ausgeht? Wir werden sehen. Zumal das Release eines günstigen iPhone 5SE für ordentlich Frischluft sorgen dürfte.


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