Apple-Quartal: Der Geist von Steve Jobs kehrt zurück!

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Tim Cook muss das Erbe von Steve Jobs fortführen.
Tim Cook muss das Erbe von Steve Jobs fortführen.(© 2014 CC: Flickr/thetaxhaven)

Was war das? Apple legte nach Handelsschluss nicht nur die spektakulärsten Quartalszahlen seit exakt zwei Jahren vor, sondern verkündete auch eine Wundertüte an Neuigkeiten, mit denen kaum ein Aktionär gerechnet hätte. Die Dividende wurde angehoben, das Aktienrückkaufprogramm um 30 Milliarden Dollar ausgeweitet – und die Aktie wird im Verhältnis 7:1 gesplittet.

Die Magie ist zurück. Zwei Jahre auf den Tag ist es her, als Apple Investoren das letzte Mal positiv überraschen konnte. Nach nunmehr sieben Quartalen im Rahmen oder sogar unter den Erwartungen gelingt Tim Cook nun endlich der Befreiungsschlag, auf den Investoren so lange gewartet hatten.

Da ist zunächst eine weitaus stärkere Quartalsbilanz, die keiner der befragten Analysten dem wertvollsten Konzern der Welt  in dieser Form zugetraut hätte.  Statt der erwarteten 10,19 Dollar je Aktie verdiente Apple tatsächlich 11,62 Dollar je Anteilsschein, was unter dem Strich einem Nettoergebnis von stolzen 10,2 Milliarden Dollar entsprach. Zum Vergleich: Das ist mehr als dreimal so viel wie Google im selben Zeitraum verdiente. Die Umsätze fielen mit 45,6 Milliarden Dollar um zwei Milliarden Dollar besser als im Vorjahreszeitraum und als die Analystenschätzungen aus.

iPhone verkauft sich weiter wie geschnitten Brot

Treiber der Entwicklung war wieder einmal Apples Lebensversicherung: das iPhone. Der iKonzern konnte zwischen Januar und März knapp 44 Millionen Einheiten von seinem Smartphone-Bestseller absetzen – das ist weitaus mehr als Analysten erwartet hatten (38 Millionen Stück).  Die Mac-Absätze verliefen mit 4,1 Millionen verkauften Macintosh-Computern im Rahmen der Erwartungen.

Doch der große Triumphzug kam mit einem Wermutstropfen daher. Die iPad-Unit ist allerspätestens ab sofort zur Problemsparte Cupertinos geworden: Lediglich 16,35 Millionen Apple-Tablets gingen zwischen Januar und März über die Ladentische – im Vorjahreszeitraum waren es noch 19,5 Millionen Einheiten. In anderen Worten: Bereits im vierten Jahr schrumpft Apples jüngste Konzern-Unit um happige 16 Prozent!

Überraschender Aktiensplit im Verhältnis 7:1

Anleger hielten sich indes nicht lange mit den schwachen Tablet-Verkäufen auf, zumal die iPad-Sparte ohnehin für weniger als 20 Prozent der Umsätze und nicht mal zehn Prozent der Gewinne verantwortlich ist. Viel wichtiger für Investoren: Tim Cook gab weitere Maßnahmen zur Kapitalverwendung bekannt. So wurde die Dividende um 8 Prozent und das Aktienrückkaufprogramm um weitere 30 Milliarden Dollar ausgeweitet – die Handschrift von Carl Icahn ist deutlich zu lesen.

Noch überraschender: Die Apple-Aktie wird im Juni im Verhältnis 7:1 gesplittet – eine Maßnahme, wie man sie zuletzt vor neun Jahren in der Steve Jobs-Ära gesehen hatte. Als wollten die Apple-Aktionäre umgehend an die goldenen Zeiten anknüpfen, schnellte die Aktie nachbörslich um 8 Prozent auf 565 Dollar empor. Nach dem Aktiensplit entspricht das einem Kursniveau von rund 80 Dollar. So erstaunlich es klingt: Alte, neue Allzeithochs sind damit nur noch 20 Dollar entfernt.

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