Apple räumt schlechte Arbeitsbedingungen bei Zulieferern ein

Nach einer internen Untersuchung hat der Technikkonzern Apple schlechte Arbeitsbedingungen bei den Zulieferfirmen eingeräumt. In den meisten Fällen werden die vorgeschriebenen Normen demnach nicht eingehalten. Mithilfe der Organisation "Fair Labor Association" (FLA) hat Tim Cook eine externe Untersuchung angekündigt.
Nur 38 Prozent der Zulieferer halten der Untersuchung zufolge die von Apple maximal vorgegebene 60-Stunden-Arbeitswoche ein. Genauso sieht es bei einem arbeitsfreien Tag pro Woche aus. Ungefähr 33 Prozent der zuliefernden Unternehmen unterwiesen ihre Angestellten nicht im gerechten Umgang mit giftigen Substanzen. Ein gleichgroßer Teil vernachlässigte zudem die Maßnahmen gegen Verletzungen am Arbeitsplatz. Eine externe Untersuchung der von Bill Clinton gegründeten FLA soll aktuell eingeleitet werden. Die amerikanische, nichtkommerzielle Organisation kämpft für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in meist asiatischen Ländern. Durch den Beitritt zur Fair Labor Association erklärt sich Apple bereit, die von der Organisation geforderten Maßnahmen einzuleiten und sich regelmäßig Prüfungen unterziehen zu lassen. Zwei Jahre hat der Technikkonzern nun Zeit, die ausstehenden Forderungen umzusetzen. In der Elekronikbranche  ist dieses Verhalten bis jetzt eher unüblich gewesen. Vor zwei Jahren begingen in einer chinesischen Fertigung des taiwanischen Zulieferers Foxconn einige Arbeiter Selbstmord. Seit diesem Zeitpunkt wurde die allgemeine Öffentlichkeit auf das Thema der Arbeitsumstände aufmerksam. Als unmittelbare Reaktion darauf lies Apple seine Zulieferer Prüfungsberichte schreiben, die nun in einem über 500-seitigen Bericht zusammengefasst wurden. Unter anderem sind darin sechs Fälle von Kinderarbeit aufgelistet.

Zulieferer offengelegt
Es könnte als Premiere bezeichnet werden: Apple legte zum ersten Mal die globalen Zulieferer offen. Die 156 Firmen sind fast immer im asiatischen Raum angesiedelt. Aber auch ein deutsches Unternehmen ist in der Liste vertreten. Tim Cook hatte bereits bei seinem Amtsantritt gesagt, dass er den erfolgreichen Technikausstatter transparenter machen wolle.