Apple: Samsung hat das iPad nicht kopiert!

Das dürfte ein herber Schlag für Cupertino sein: Nach einer verlorenen Patent-Klage gegen Samsung in Großbritannien muss Apple öffentlicht klarstellen, dass die Koreaner das iPad nicht kopiert haben. Ein Verkaufsverbot des Samsung Galaxy Tab wurde somit abgewiesen. So urteilte ein Richter am High Court of England and Wales. Wenig überraschend zeigten sich Apples Anwälte „not amused“ über den Richterspruch.

Anfang Juli hatte das Gericht entschieden, dass Samsung mit dem Galaxy Tab nicht gegen Patente von Apple verstößt. Sechs Monate lang muss Apple jetzt auf seiner britischen Website über die verlorene Klage informieren, auch in Zeitschriften und Zeitungen muss der Konzern aus Cupertino mit Anzeigen die Öffentlichkeit aufklären. Richard Hacon, einer der Anwälte von Apple, zeigte sich wenig begeistert über das Urteil. Denn immerhin kommt das ja einer Werbe-Kampagne für Samsung gleich, wozu man Apple da verdonnert hat.

Sie sind nicht so cool

Doch auch die Koreaner gingen nicht ohne Blessuren aus den Patent-Streitigkeiten hervor. Der verantwortliche Richter Colin Birss teilte auch gegen Samsung ordentlich aus. Über die Samsung Tablets urteilte er folgendermaßen:

They do not have the same understated and extreme simplicity which is possessed by the Apple design. They are not as cool. The overall impression produced is different. - Sie haben nicht das gleiche Understatement und die extreme Einfachheit, die das Apple Design ausstrahlt. Sie sind nicht so cool.

Apple könnte sich durchaus werbewirksam entschuldigen. Eine nette Idee von joyoftech.com

Es gehört wohl nicht viel dazu, Aussagen wie diese und Auflagen wie die, mit denen Birss Apple belegt hat als ein Zeichen von Unmut und Genervtheit des Richters zu verstehen. Denn immerhin ziehen sich die Patent-Streitigkeiten zwischen Apple und Samsung schon eine ganze Weile hin und über mehrere Länder hinweg. Dass Richter irgendwann die Augen verdrehen, wenn sie sehen, dass sie einen Fall zwischen Apple und Samsung verhandeln sollen, ist wohl mehr als verständlich. Mit Birss' Urteil nehmen die Rechtsstreitigkeiten allerdings durchaus skurrile Formen an. Ob das der Klage-Welle jedoch ein Ende setzt, ist zu bezweifeln.