Apple soll inakzeptable Werbepraktiken betreiben

Die EU-Justizkommissarin Viviane Reding hat die Verbraucherschutzminister aller EU-Länder angeschrieben. In ihrem Brief wirft sie Apple vor, seine Kunden bei einem Produktkauf nicht ausreichend über die in der EU geltenden Rechte zu informieren. Den Hinweis darauf soll die Justizkommissarin von den Europaabgeordneten Andreas Schwab und Klaus-Heiner Lehne, beide CDU, erhalten haben. Das berichtete der Spiegel am Sonntag.

"Es scheint, dass Apple-Verkäufer es versäumten, den Verbrauchern klare, wahrheitsgemäße und vollständige Informationen über die ihnen nach EU-Recht zustehende gesetzliche Garantie zu geben", so Reding.[ad id="mobile_half"]

EU-Rechte kämen zu kurz

Apple habe "versäumt darauf hinzuweisen, dass die Verbraucher nach EU-Recht einen automatischen und kostenlosen Anspruch auf eine zweijährige Garantie haben", heißt es in dem Schreiben. Stattdessen hätte der Technikkonzern seine eigene kostenpflichtige Gewährleistung angepriesen. In Italien gingen die Behörden bereits gegen Apple vor und verhängte ein Bußgeld von 900.000 Euro.

"Dieselben irreführenden Marketing-Maßnahmen auch in anderen Mitgliedsländern angewandt", lautet der Vorwurf Redings. Apple ließ dem Spiegel eine Webseite zukommen, auf der das Unternehmen "zusätzliche Rechte im Rahmen der gesetzlichen Gewährleistung in der Europäischen Union" listet.

Foto: Apple