Apple: Streit um den Namen iPad

Das südchinesische Unternehmen Proview Technology Shenzhen beansprucht den Namen iPad in China für sich und verklagte deshalb Apple mit der Begründung einer Urheberrechtsverletzung. Apple betonte, man sei rechtmäßiger Inhaber des Markennamens. In ungefähr 20 Städten Chinas ermitteln lokale Gewerbeämter wegen des Vorfalls. In einigen Läden mussten die begehrten Tablet-Computer schon aus den Regalen genommen werden.

 

"Wenn sie wollen, können sie es weiter von uns kaufen", sagte ein iPad-Verkäufer gegenüber der Nachrichtenagentur dpa, der seine Regale räumen musste. Andere Händler dürfen die Tablets ganz normal in ihren Schaufenstern ausstellen und offiziell vertreiben. Am 22. Februar entscheidet ein Gericht in Shanghai, ob Apple seine China-Geschäfte nicht komplett einstellen muss.

Chinesischen Großelektromärkten wie Sundan oder Gome wurde bereits mit rechtlichen Konsequenzen gedroht, sollten sie weiterhin iPads verkaufen. Gome wolle die Gerichtsverhandlung abwarten, und bis dahin das Produkt aus den Regalen nehmen. Auch Amazon China nahm das Tablet aus seinem Online-Shop. Dies sei auf eine Anfrage von Apple geschehen, da Amazon nicht zu den autorisierten Händlern gehöre.  Laut "Wall Street Journal" stünde diese Aktion aber nicht im Zusammenhang mit den aktuell andauernden Verhandlungen.

"Wir haben die weltweiten Rechte von Proview in zehn verschiedenen Ländern vor mehreren Jahren gekauft", zitiert die Tageszeitung „China Daily“ aus einer Mitteilung von Apple. "Proview hält sich nicht an seine Vereinbarung mit Apple – und ein Hongkonger Gericht hat sich in dieser Frage auf die Seite von Apple gestellt", betonte der Konzern mit Verweis auf ein Urteil von 2011. Proview Technology Shenzhen soll Berichten zufolge im Jahr 2011 die Rechte am Namen "iPad" erworben haben. Das Namensrecht ist nur in China gültig. Der Tochterkonzern Proview Taiwan soll bereits seit 2000 die Rechte in mehreren Ländern für den Begriff iPad innegehabt haben, sie aber 2009 an Apple abgetreten haben. China soll nach Angaben von Proview Shenzhen nicht dazugehört haben.