Apple TV+: Alles wird anders – als gedacht

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Peter Stern, Vice President Services bei Apple
Peter Stern, Vice President Services bei Apple(© 2019 Apple)

Es wäre leicht gewesen, J.J. Abrams – Mastermind hinter "Star Wars: Das Erwachen der Macht" und "Star Wars: Rise of Skywalker" – zu beauftragen, eine neue Mega-Sci-Fi-Marke zu kreieren, doch mit Apple TV+ gehen die Verantwortlichen in eine andere Richtung. Mit Steven Spielberg, mit "Aquaman" Jason Momoa, mit Jennifer Anniston und vielen anderen. Apple TV+ wird wohl komplett anders als die meisten dachten. 

  • Zieht der gesamte Video-Conten vom iTunes-Store auf Apple TV+?
  • Superstars in ungewohnten Rollen
  • Steven Spielberg bringt sogar Erfolgsserie aus den 80igern zurück

Sie sind die Avengers von Apple, die Crème de la Crème Hollywoods: Für Apple TV+ arbeiten aktuell die Größten der Branche an neuen Apps, Formaten, Serien und Filmen. Darunter J.J. Abrams, das Mastermind hinter Star Wars: Das Erwachen der Macht und jetzt Star Wars: Rise of Skywalker. Ebenso Steven Spielberg, der mit Jurassic Park, E.T. oder Schindler's Liste Filmgeschichte schrieb (und mit Ready Player Oneeinen Überfilm für Gamer schuf).

Außerdem Ron Howard, der hinter Filmen wie Apollo 13, A Beautiful Mind und The Da Vinci Code steckt. Und Sofia Coppola, nicht nur Tochter des großen Francis Ford Coppola, sondern Garantin für große Filme abseits der Mainstream-Blockbuster, etwa Lost in Translation oder Marie Antoinette.

Apple TV+ – Die besten Geschichten, die jemals erzählt wurden?

Unter der Initiative „Best Stories Ever Told“ sollen diese und andere große Namen die Filmwelt über Apple TV+ künstlerisch bereichern. Es ist Apples erste eigene Welle an TV-Produktionen, die direkt in die eigene App AppleTV+ fließen. Und zwar überall: Nicht nur auf iOS, also iPhone und iPad, sondern auch auf alle Apple-Geräte der mac OS-Familie.

Es sieht so aus als würde der gesamte Video-Content vom iTunes-Store auf Apple TV+ umziehen, die Teil des Apple-TV-Ökosystems wird. Zudem kombiniert sie alle Streaming-Dienste unter einem Dach: Amazon Prime, Netflix, Zattoo und viele andere Sender mehr. Die Idee: Via Siri-Remote den Namen sagen, der Apple TV 4K findet die richtige Show, egal wo. Und die Video-App sortiert alle Shows, die ihr gerade anschaut.

Cupertino geht sogar noch einen Schritt weiter: AppleTV kommt für Streaming-Geräte anderer Anbieter: Amazon Fire TV sowie Fernseher von Samsung, LG und Sony, die spezielle Apps erhalten werden. Und eben auch den iMac (mit seinem 5K-Screen ist er ohnehin der beste Smart-TV im Markt). Folgende Produktionen sind bislang bestätigt für AppleTV+.

Little Voice – Ein Liebesbrief an die Musikszene in New York 

Apple ist Apple. Sie hätten J.J. Abrams 500 Mio. Budget geben können, um das beste Team der Branche anzuheuern, die das nächste Star Wars als Serie exklusiv für Apple TV produziert. Aber das scheint gar nicht der Plan zu sein. Cupertino hat zwar fast die komplette Elite Hollywoods engagiert, aber für Stoffe, die eher außerhalb des Mainstreams laufen.

Abrams zum Beispiel führt nicht Regie in einer Sci-Fi-Serie im Stil von The Expanse, sondern arbeitet zusammen mit Pianistin und Sängerin Sara Bareilles (She Used To Be Mine) an einer Serie über eine Musical-Darstellerin, die Little Voice heißen wird. „Es geht darum, seine Stimme zu finden. Seine authentische Stimme in den 20igern. Es geht um das Erwachsenwerden und Reinwachsen in eine Industrie, die sehr kompetitiv ist“, erklärt J.J. Abrams. Und weiter: „Aber es ist auch ein Liebesbrief an die Musikszene in New York und ihre unterschiedlichen Facetten.“

Comedy-Serie statt Sci-Fi-Knaller

Bareilles, die auf der Apple-Bühne bereits den wundervollen Titelsong performte, wird als Executive Producer dienen. Ihr Lebensgeschichte liefert die Basis für das Skript, von dem man sich für Apple TV+ einiges erhoffen dürfte: „Vor ein paar Jahren saßen J.J. und ich zusammen, ich erzählte ihm von meinem Leben als Songwriter. Wie ich dort gelandet bin, wo ich heute sein darf. Wie hart das war, wie oft ich an mir zweifelte. Aber auch wie wundervoll, skurril, erzählenswert.“ Little Voice soll eine romantische, liebevolle Comedy-Serie werden.

Little Voice klingt nach kleineren Geschichten, die sich über ihr Storytelling definieren, welches in Hollywood oft von immer mehr und professionelleren Effekten übertüncht wird. Es wirkt fast so als wolle Apple mit Apple TV+ ganz bewusst, dass die größten Filmemacher unserer Zeit zu ihren Wurzeln zurückkehren. Schließlich hat auch Spielberg mal kleiner angefangen und Abrams Filme gedreht, die extrem anders und riskant waren – Cloverfield ist so ein experimenteller Film, der in der heutigen Filmindustrie keine Relevanz hätte. Heute jagen alle nur nach dem nächsten Blockbuster, der die Milliardenmarke knackt. Nicht so Apple.

Rückkehr einer Erfolgsserie – dank Apple TV+

Ein Pilot des Zweiten Weltkriegs fliegt durch ein Wurmloch, kommt in der heutigen Zeit heraus. Was für Fragen hat er? Wen würde er treffen wollen? Würde er zurück wollen, in eine Zeit voller Kummer, Mord und Zerstörung? Davon soll Steven Spielbergs erstes Projekt für Apple handeln. 

Spielberg bringt mit Amazing Stories seine eigene Erfolgsserie aus den 80igern zurück. Sie umfasste damals 47 Episoden und gewann gleich zwei Emmy Awards 1986 und 1987. Es waren größtenteils absurde Geschichten: Von Geisterzügen, die durch Häuser fuhren. Von magischen Meteoriten, die einen jungen Mann magnetifizietren. Von Reisen in die vergangene Geschichte, einem Magier, der tatsächlich über hellseherische Fähigkeiten verfügt und damit der Polizei hilft, einen Serienkiller zu fassen. Von mysteriösen Puppen bis hin zu Außerirdischen, die in Hollywood landeten. Oft krude, sehr kreativ- Stories die so heute wohl nicht mehr erzählt würden. 

Jennifer Anniston und Reese Witherspoon im Doppelpack

Super spannend, ganz schön riskant und sehr interessant: In der Apple TV exklusiven Sitcom The Morning Show spielen Jennifer Anniston und Reese Witherspoon TV-Moderatorinnen, die über gesellschaftsrelevante Themen sprechen: „Wir sprechen über die Machtdynamiken zwischen Frauen und Männern in der Medienbranche, speziell im TV-Business.

"Es ist eine echte Insider-Show über jene spezielle Sorte Menschen, die Amerika jeden Morgen helfen, aufzuwachen“, erörtert Reese Witherspoon, die eine der Hauptrollen spielt. „Wir thematisieren Dinge, über die man normalerweise nicht in der Öffentlichkeit spricht“, erweitert Jennifer Anniston. „Er hat die nötige Gravitas. Ist ein guter Zuhörer und sehr attraktiv“, fügt Steve Carrell mit einem gewissen Schmunzeln hinzu - man kennt ja seine Charaktere.

Wird es etwa The Office für Apple TV? Vielleicht das überraschendste Format, denn alle drei Verantwortlichen sind für leichte Stoffe bekannt, nicht für Gesellschaftskritik. Kill the Boss, Wir sind die Millers, Trennung mit Hindernissen – Anniston ist der weibliche Comedy-Star Hollywoods.

Reese Witherspoon ist da etwas weniger festgelegt: Berühmt wurde sie durch den Psycho-Thriller Eiskalte Engel, spielte zuletzt aber auch die Hauptrolle im Drama und Biopic Walk The Line, über das Leben von Country-Superstar Johnny Cash. Und man könnte Legally Blonde auch durchaus eine Message abgewinnen. Und auch Steve Carrel ist eher eine Ulknudel - Jungfrau. 40. Sucht lasst grüßen. 

Epische Kamerafahrten wie bei Game of Thrones

Gerade erst hat er in Aquaman richtig abgeliefert und natürlich kennen wir Jason Momoa als Khal Drogo, Ehemann von Drachenkönigin Daenerys Tagaryen in Game of Thrones. Und auch See könnte in eine ähnliche Kerbe schlagen: Momoa spielt einen Krieger der Steinzeit – oder doch nicht? Sein Lendenschurz, die primitiven Waffen, erinnern in den ersten Video-Szenen an die Zeit vor der Zivilisation.

Doch es ist eine Art Apokalypse. Ein Virus hat die meisten Menschen getötet, nur ein paar Millionen sind noch übrig auf unserer Erde – und sie alle sind blind. „Schließt die Augen, stellt euch die Erde vor, auf der wir Leben: Wie sie riecht. Wie sie schmeckt. Wie sie sich anfühlt. Nur aus der Sicht eines Blinden.“ Es arbeitet mit epischen Kamerafahrten im Game of Thrones-Stil, soll aber vor allem auch auditiv arbeiten. Schließlich sehen die Charaktere nicht, was wir sehen. Scheint als wolle man viel experimentieren für Apple TV.

Erinnerungen an den amerikanischen Traum – und Apple TV+ träumt mit


Noch so eine faszinierende, politische, super spannende Show für Apple TV. Little America soll sich um Immigranten drehen. Inszenatorisch durchaus ähnlich wie Masters of None, eine Serie mit ähnlichem Ziel. Stoffe, die auf kreative Art sagen: „Wir sind alle gleich. Wir alle haben Probleme, im Job, in der Beziehung, manchmal sogar mit unseren Eltern.“ Kumail Nanijani, der schon in der Sitcom Silicon Valley großartig war, kündigt die Show so an: „Wenn man an die USA denkt, denkt man an New York. An diese gigantischen Wolkenkratzer, den amerikanischen Traum."

Dafür hat er sich mit Aziz Ansari und Lee Eisenberg zusammengeschlossen. Jenes Traumduo, welches mit Masters of None vielleicht eine der besten Netflix-Serien überhaupt abgeliefert hat. Das dürfte richtig groß werden, denn Masters of None ist Arthouse-TV mit Color-Grading und Ideen zum Verlieben. Jede Episode hat dort ihren ganz eigenen Stil, abhängig davon, ob sie in New York oder in Italien spielt. Dürfte ein ziemlich sicherer Hit für Apple TV werden. 

 

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