Apple: Unabhängige Kontrolleure bei Foxconn

Der Technikkonzern Apple hat unabhängige Kontrolleure nach China zum Zulieferer Foxconn geschickt, um die Arbeitsbedingungen vor Ort zu beurteilen. Apple will damit in erster Linie für mehr Transparenz sorgen.

Die Fair Labor Association (FLA) hat im Auftrag von Apple mit der Überprüfung der Arbeitsplätze im chinesischen Raum begonnen. Das teilte die Geschäftsführung mit. Der Präsident von FLA, Auret van Heerden, ist mit anderen Spezialisten aus dem Bereich des Arbeitsrechtes nach Shenzhen (China) gereist. "Wir sind der Überzeugung, dass die Arbeiter überall das Recht auf ein sicheres und faires Arbeitsverhältnis haben, weshalb wir die FLA gebeten haben, die Situation bei unseren größten Zulieferern unabhängig zu bewerten", sagte CEO Tim Cook. In der Elektronikbranche ist dieses Verhalten bis jetzt eher unüblich gewesen.

Apple schickt - trotz der Prüfungskommission - weiterhin eigene Leute in die Zulieferbetriebe. Um sich ein Bild von der Lage zu machen, wollen die Experten des FLA Tausende von Mitarbeitern befragen. Die Fragen beziehen sich auf die Arbeits- und Lebensbedingungen, die Arbeitszeiten, die Gehälter, Management-Fragen und den Arbeitsschutz.

Vor zwei Jahren begingen in einer chinesischen Fertigung des taiwanischen Zulieferers Foxconn mehrere Arbeiter Selbstmord. Seit diesem Zeitpunkt wurde die allgemeine Öffentlichkeit auf das Thema der Arbeitsumstände aufmerksam. Als unmittelbare Reaktion darauf ließ Apple seine Zulieferer Prüfungsberichte schreiben, die in einem über 500-seitigen Bericht zusammengefasst wurden. Unter anderem sind darin sechs Fälle von Kinderarbeit aufgelistet.

Foxconn versicherte, dass die unabhängigen Gutachter uneingeschränkten Zugang zu den Räumlichkeiten der Firma bekämen. Im März soll der Abschlussbericht der FLA vorliegen. Noch im Frühjahr sind weitere Kontrollen bei anderen Apple-Zulieferern geplant.