Apple unter Druck: Trump fordert Daten von iPhones ein

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Nicht ganz einer Meinung: Tim Cook und Donald Trump.
Nicht ganz einer Meinung: Tim Cook und Donald Trump.(© 2020 Getty Images)

Apple steht unter Druck. US-Präsident Trump forderte das Unternehmen heute über Twitter auf, seinem Gesuch nach der Entschlüsselung des iPhones eines Amok-Schützen aus Florida nachzugehen und die persönlichen Daten des kriminellen Users herauszugeben. Apple aber stellt sich quer – und zieht Konsequenzen.

Im Dezember hatte ein saudischer Luftwaffenoffizier auf einem Stützpunkt der US-Airforce in Pensacola, Florida bei einem Amoklauf drei US-Soldaten getötet und acht weitere verletzt. Eine eingesetzte Untersuchungskommission geht von einem dschihadistischen Motiv aus. Darauf deuten zahlreiche Beweise hin.

Was das mit Apple zu tun hat? Eigentlich nicht viel, aber der Mann, der später als Terrorist eingestuft wurde, nutzte zwei iPhones. Wie und in welcher Form, ist unklar. Aber er dürfte über ein Netzwerk oder zumindest Kontakte verfügt haben. Darüber würden die Ermittler des FBI gerne mehr herausfinden – ohne die Hilfe von Apple dürfte sich dieses Unterfangen aber als überaus schwierig gestalten. Denn: Der Schütze hatte seine Smartphones technisch so geschützt, dass ein Zugriff ohne Passwörter nahezu unmöglich ist. Und hier kommt Apple ins Spiel.

Trump wettert gegen Apple

Während eine Gesandtschaft des Tech-Riesen und das FBI sich gerade im Zuge der Debatte um die Datenextraktion heute an einen Tisch setzten, legte Trump auf Twitter los:

Kernaussage: Da die US-Regierung Apple in Wirtschaftsbelangen stets treu zur Seite stehe, ist nun Apple an der Reihe etwas zurückzuzahlen. Trump hatte für Apple im Handelsstreit mit China durch einen Deal rund 160 Millionen Dollar eingespart.

Apple will aber trotzdem nicht weiter bei der Entschlüsselung der iPhones helfen. In einer Mitteilung erklärte das Unternehmen aus Cupertino, man habe alle Fragen gründlich beantwortet und stehe auch weiterhin für Befragungen zur Verfügung – einen vollständigen Zugriff wolle Apple der Regierung allerdings nicht gewähren.

Apple bereitet sich auf einen Rechtsstreit mit dem FBI vor

Apple will nicht als verlängerter Arm der Regierung angesehen werden, der brav abliefert, wenn Washington es verlangt. Öffnet Apple jetzt der Regierung eine Hintertür und lässt sie in ein privates iPhone blicken, wird das Kunden verunsichern. Vielleicht öffnen die Kalifornier die Tür in einem anderen Kontext ja erneut?

Würden User diesen Eindruck gewinnen, wäre das ein PR-Desaster für den Tech-Riesen. Wie schon 2016 nach einem Amoklauf in San Bernardino kann man nicht davon ausgehen, dass Apple dem Druck der Regierung nachgibt. Wie die New York Times berichtet, stellt sich der Tech-Riese jetzt auf einen Rechtsstreit ein.


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