Apple verklagt: Zwei-Faktor-Authentifizierung soll zu lange dauern

Apple sieht sich vor Gericht bald einer ungewöhnlichen Klageschrift gegenüber gestellt
Apple sieht sich vor Gericht bald einer ungewöhnlichen Klageschrift gegenüber gestellt(© 2018 Shutterstock / Robson90)

Zeit ist für manche Menschen ein sehr kostbares Gut. Ein amerikanischer Apple-Nutzer gehört anscheinend dazu. Denn der Mann aus Kalifornien fühlt sich durch Apples Zwei-Faktor-Authentifizierung wertvoller Lebenszeit beraubt – und klagt gegen das Unternehmen.

Der Kalifornier Jay Brodsky meint es ernst. AppleInsider berichtet, der Mann habe eine Sammelklage gegen Apple eingereicht, weil die Zwei-Wege-Authentifizierung des Unternehmens nach seiner Ansicht zu viel Zeit in Anspruch nimmt. Der zweistufige Login-Prozess, der für mehr Sicherheit sorgen soll, käme einer Zeitverschwendung gleich. Jeder Login mit Zwei-Faktor-Authentifizierung koste ihn zwischen zwei und fünf Minuten. Das würde dem Mann wirtschaftliche Verluste bescheren. AppleInsider benötigte im Selbsttest jedoch lediglich 22 Sekunden zum Einloggen.

Ungewollt und unumkehrbar

Zudem stört sich der Kläger daran, dass er die Zwei-Faktor-Authentifizierung nicht gewünscht habe und er diese nun nicht mehr rückgängig machen könne. Der Klageschrift zufolge habe Apple die Funktion etwa im September 2015 mithilfe eines Software-Updates implementiert. Nach Aktivierung der Zwei-Wege-Authentifizierung habe er von Apple lediglich eine E-Mail erhalten. In dieser sei ein Link zum Abschalten des Sicherheitsfeatures gewesen, der allerdings nur zwei Wochen Gültigkeit hatte. Den dahingehenden Hinweis in der Mail halte er für nicht ausreichend.

Zum von Mr. Brodsky angegebenen Zeitpunkt hat Apple macOS El Capitan und iOS 9 verteilt. Keines der Betriebssysteme hat den sichereren Login-Prozess allerdings ohne Zustimmung des Nutzers eingeführt. Die Aktivierung der Zwei-Wege-Authentifizierung setzt mehrere Schritte und die explizite Einwilligung des Nutzers voraus. Außerdem ist das Feature optional.

Trotzdem verklagt der Kalifornier das Unternehmen nun also auf Unterlassung und Schadensersatz. Er fordert alle Geldmittel, Umsätze und Bezüge, die Apple durch die Zwei-Faktor-Authentifizierung eingenommen habe. Ob der Kläger die Richter mit seiner Argumentation überzeugen können wird, bleibt abzuwarten. Einen vergleichbaren wirtschaftlichen Schaden wie durch den erzwungenen Verkaufsstop von iPhone 7 und iPhone 8 in Deutschland muss Apple aber wohl nicht befürchten.


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