Apple vs. Samsung: Außergerichtliche Einigung gescheitert

Richterin Lucy Koh hatte es vorgeschlagen und die CEOs der Unternehmen Samsung und Apple waren auf den Vorschlag eingegangen: Sie sollten sich zusammen an einen Tisch setzen und versuchen, im Gespräch eine außergerichtliche Einigung zu erzielen. In einer Telefon-Konferenz taten Apple CEO Tim Cook und Samsung-Chef Kwon Oh Huyn das dann auch – leider ohne Ergebnis.

Es war bereits der zweite Versuch einer außergerichtlichen Einigung, denn bereits im Mai hatten sich die beiden Big Bosse zusammengerauft und versucht, sich zu einigen. Nach zwei Tagen war man jedoch damals ohne Ergebnis auseinandergegangen. Die schwere Aufgabe, zu einem Urteil zu kommen, liegt jetzt also bei der Jury. Die neun Geschworenen im Prozess Apple gegen Samsung werden voraussichtlich noch am 21. August 2012 zusammentreten und beginnen zu beraten.

Jury muss entscheiden

Jedes Jury-Mitglied bekommt neben einem 21-seitigen Dokument mit einem vorläufigen Urteil auch ein rund 100 Seiten starkes Dokument ausgehändigt, das Anweisungen enthält, was sie bei der Urteilsfindung alles berücksichtigen müssen. In dem vorläufigen Urteil werden die beanstandeten Produkte von Apple und Samsung gegenübergestellt und die Geschworenen müssen markieren, welches der Produkte ein Patent (oder mehrere) verletzt.

Richterin Lucy Koh zeigt sich jedoch skeptisch. Die Unterlagen seien sehr komplex, selbst sie habe Probleme, das zu verstehen, meinte Koh. Und das, obwohl sie sich ja doch etwas länger mit der Thematik beschäftigt hat als die Geschworenen. Es ist also eine große Aufgabe, vor die die Jury jetzt gestellt ist. Denn das Urteil – egal, wie es ausgeht – dürfte bahnbrechend sein. Bei einem Sieg von Apple kommen auf Samsung zumindest in den USA schwere Zeiten zu. Und ein Sieg von Samsung bedeutet für Apple einen herben Rückschlag und für Samsung in Zukunft wohl freie Bahn.