Apple Watch: Darum schlägt sie bei Herzproblemen nicht immer Alarm

Auch die Apple Watch erkennt Herzprobleme nicht zu hundert Prozent
Auch die Apple Watch erkennt Herzprobleme nicht zu hundert Prozent (© 2019 CURVED)

Die Herz-Mitteilungen der Apple Watch haben etlichen Menschen bereits das Leben gerettet. Doch allein darauf verlassen solltet ihr euch nicht – vor allem, wenn ihr einer Risikogruppe angehört. Denn: Die Uhr kann Vorhofflimmern nur in begrenztem Umfang erkennen.

Wenn das Herz eines Nutzers über 120 Mal pro Minute schlägt, kann die Apple Watch Vorhofflimmern offiziell nicht erkennen. Das geht aus einer Dokumentation hervor, die Apple der Food and Drug Administration (FDA) vorgelegt hat. Anlass war die Zertifizierung des Apple-Watch-EKG in den USA. Es handelt sich offenbar um eine signifikante Einschränkung, wie Fortune berichtet. Warum ist das so?

Wie oft übersieht die Apple Watch Vorhofflimmern?

Zwar geht aus einer publizierten medizinischen Studie hervor, dass der durchschnittliche Herzschlag bei einem erstmals aufgetretenem Vorhofflimmern 109 bpm beträgt. Gleichzeitig habe das Herz bei einem Drittel der Probanden aber mehr als 120 Mal pro Minute geschlagen. Tatsächlich hätte das eigentlich wohl auf noch mehr Patienten zugetroffen. Denn viele von ihnen standen unter dem Einfluss von Beta-Blockern, die die Herzfrequenz bekanntlich senken.

Das bedeutet: In vielen Fällen hätte die Apple Watch ein Vorhofflimmern womöglich übersehen. "Womöglich" deshalb, weil die Smartwatch theoretisch durchaus in der Lage sein könnte, Vorhofflimmern bei einem Herzschlag über 120 bps zu erkennen. Apple hat sie nur nicht dafür zertifizieren lassen – wohl um auf Nummer sicher zu gehen.

Vorhofflimmern nach Herz-OP: Apple Watch zuverlässig?

Eine andere Studie befasst sich direkt mit der Smartwatch. Genauer gesagt mit der Frage, wie zuverlässig die Apple Watch Vorhofflimmern nach einer Herz-OP erkennt. Das ist deshalb relevant, weil die ernstzunehmende Herzrhythmusstörung nach solchen Operationen oft auftritt. Das Ergebnis ist ernüchternd: In nur 34 von 90 Fällen (41 Prozent) habe die Apple Watch Alarm geschlagen. Wenn ihr zu dieser Risiko-Gruppe zählt, solltet ihr euch also auf keinen Fall nur auf die Uhr verlassen.

Apple verheimlicht nichts

Der Hersteller selbst, weist in seinem Support-Bereich zur Apple Watch auf die genannten Einschränkungen hin. Dort heißt es unter anderem: "Die Apple Watch achtet nicht permanent auf Vorhofflimmern. Dies bedeutet, dass die Apple Watch nicht jedes Auftreten von Vorhofflimmern erkennen kann und Personen mit Vorhofflimmern möglicherweise keine Mitteilung erhalten." Personen, die "sich nicht wohl fühlen", sollen deshalb auch dann einen Arzt aufsuchen, wenn sie "keine Mitteilung erhalten haben".

Solange ihr euch darüber im Klaren seid, ist die Apple Watch durchaus ein nützliches Tool, um euer Herz zu überwachen. De Erkennungsrate für Vorhofflimmern liegt zwar nicht annähernd bei 100 Prozent, sondern eher zwischen 40 und 70 Prozent. Doch ohne die Uhr weist oft gar nichts auf ein Problem hin. Schließlich kommt es bei Herzrhythmusstörungen nicht immer zu wahrnehmbaren Symptomen. Darüber hinaus arbeitet der Hersteller bereits daran, die Zuverlässigkeit der Apple Watch zu optimieren. In Zukunft soll sie Vorhofflimmern noch besser erkennen und so das Risiko für Schlaganfälle reduzieren.

Auch wenn, die Apple Watch nicht perfekt ist, gilt sie doch als die mit Abstand beste Smartwatch auf dem Markt. Gerade auch, was die Genauigkeit der Herzfrequenzmessung angeht, kann ihr nahezu kein anderes Wearable das Wasser reichen.


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