Apple wirft Foto-Community-App 500px aus dem App Store

Apple verhagelt der Foto-Community 500px gerade einen wichtigen Meilenstein: Statt den einmillionsten Download der iOS-App 500px zu feiern, müssen sich die Entwickler nun mit dem Rauswurf aus dem App Store herumschlagen. Aufgrund von "Bedenken betreffend erotischer Inhalte" ist die App heute recht unerwartet aus dem Store verschwunden. Ebenso erging es der zweiten App ISO500, die seit dem Aufkauf im vergangenen November zum Unternehmen gehört und ebenfalls Zugriff auf die Foto-Community 500px vom iPhone aus gewährt.

Bitte nicht nach "Erotik" suchen

Apple sieht ein Problem mit der Suchfunktion innerhalb der Community. Nutzer können Fotos hochladen, bewerten und kommentieren. Dazu kann man nach bestimmten Inhalten suchen - und das stößt bei Apples Sittenwächtern böse auf, schließlich kann man gezielt nach Aktaufnahmen suchen. Zu viel nackte Haut ist für Apple ein No-Go, das schon in den Entwickler-Guidelines ausgeschlossen wird. Aufgefallen ist 500px einem übereifrig wirkenden Apple-Mitarbeiter, der eigentlich nur eine kleine Aktualisierung der App prüfen und freischalten sollte.

500px wurde kurz vor dem Rausschmiss von Apple informiert, doch Zeit zum reagieren blieb damit nicht. Wahrscheinlich bekommt die Foto-Community durch diese Aktion der Sittenwächter so viel Aufmerksamkeit, dass die zweite Million App-Downloads schnell erreicht sein dürfte, wenn die App zurückkehrt. Da pornografische Fotografie in den 500px-Nutzungsbedingungen streng untersagt wird und das Unternehmen ihre Suchfunktion in der App bereits in einem "Safe Mode" beschränkt, ist erst einmal nicht klar, wie man sich mit Apple schnell einigen kann. COO Evgeny Tchebotarev nahm es im Gespräch mit TechCrunch trotzdem noch mit Humor. Die App sei gut 16 Monate ohne Beschwerden im App Store gewesen und werde sicher bald auch wieder für iOS-Nutzer zur Verfügung stehen. Folgt man Apples Logik, müssten zahlreiche andere Apps auch aus dem Store fliegen - selbst mit Apples Webbrowser Safari für iOS lässt sich nach Aktaufnahmen, Erotik und Porno suchen. Die schlecht durchdachten Rauswürfe sind nur noch befremdlich.

via TechCrunch