Apples "Andenken", Sonys "Highlight-Filme" und Google Fotos im Vergleich

Naja !7
Die Andenken von Apple Fotos lassen sich bearbeiten.
Die Andenken von Apple Fotos lassen sich bearbeiten.(© 2016 CURVED)

Apple nennt sie "Andenken", Sony kurz "Highlight-Filme", und auch Google Fotos beherrscht sie: Dienste, die Eure Fotos automatisch zu kleinen Filmen zusammenschneiden, sind im Trend. Wir haben sie verglichen.

Apple Fotos: Versteckt und geteilt

Mit iOS 10 hat die Fotos-App eine neue Funktion erhalten, die auf Englisch "Memories" heißt und mit Andenken eher schlecht ins Deutsche übersetzt ist. Meine Fotos vom Tag teilt die App und erstellt mir zwei Filme: Einen vom Morgen und einen vom Nachmittag. Elf verschiedene Themen stehen zur Auswahl, die die Länge des Videos, die Hintergrundmusik und die Schriftart des Titels beeinflussen. Hintergrundmusik, Schriftart und bei genügend Bilder die Länge des Videos lassen sich aber auch einzeln verstellen. Außerdem könnt Ihr noch Fotos aus einer vorgefertigten kleinen Auswahl hinzufügen oder unpassende entfernen, dabei aber nicht auf Fotos von anderen Zeiten oder Orten zugreifen.

Insgesamt versteckt Apple mir die einzelnen Andenken aber zu sehr und gibt mir als Nutzer nachträglich zu wenig Bearbeitungsmöglichkeiten. So konnte ich zum Beispiel nicht den Vormittag und den Nachmittag zu einem Andenken zusammenfügen. Beim Abspeichern bzw. Exportieren liefert Fotos nur eine Full-HD-Auflösung. Eine Wahl habt Ihr da nicht.

Google Fotos: Viele Filter und Musik, aber keine Effekte

Wenn der Assistent von Google Fotos, so wie bei mir, keinen Vorschlag macht, kann ich immerhin selbst Bilder für einen Film auswählen. Hilfreich fand ich dabei, dass sich komplette Tage mit einem Klick auswählen lassen. Anschließend stehen mir 16 Filter zur Auswahl. Zudem kann ich eigene Musik für den Hintergrund auswählen oder mich aus Googles Musik-Bibliothek mit 48 Titeln aus fünf Kategorien – dramatisch, elektronisch, besinnlich, rockig und euphorisch – bedienen. Einzelne Fotos lassen sich nachträglich noch hinzufügen oder entfernen.

Negativ fällt mir auf, dass der Überblendeffekt zwischen den Bildern immer derselbe ist und sich nicht ändern lässt. Das wird auf Dauer langweilig. Außerdem ist die Fotos-App auf Aufnahmen im Querformat fixiert. Bilder im Hochformat werden mit schwarzen Balken versehen. Schön sieht das nicht aus. Und auch hier haben die Videos beim Export nur eine HD-Auflösung.

Google Fotos: Zurückhaltender Assistent, da muss der Film von Hand erstellt werden.(© 2016 CURVED)

Sony Album: Highlight-Filme mit dem Movie Creator

Das Xperia XZ schlägt mir am Tag nach meiner Foto-Tour einen Highlight-Film vor, der alle Fotos umfasst und 41 Sekunden lang ist. Erstellt hat ihn der Xperia Movie Creator, mit dem Ihr auch selbst Filme zusammenstellen könnt. Ich kann den vorgeschlagenen Film in der App auch noch verändern, die Reihenfolge der Fotos anpassen, neue hinzufügen oder einen von zehn Filtern auswählen. Bei der Hintergrundmusik bietet die App 13 Titel an und lässt Euch auch eigene Musikstücke verwenden. Der Export erfolgt im MP4-Format. Praktisch: Die App bietet mir zusätzlich noch eine Wochenzusammenfassung und einen einzelnen Nachmittag an.

Als einzige der drei Anwendungen bietet euch der Xperia Movie Creator beim Export bzw. Speichern drei verschiedene Auflösungen an, wobei Full-HD die beste ist.

Der Xperia Movie Creator lädt zur Nachbearbeitung ein.(© 2016 CURVED)

Fazit: Sony hat die Nase vorn

Ich habe einen Tag lang Fotos mit dem iPhone 7 Plus und dem Sony Xperia XZ gemacht, musste aber feststellen, dass die Apps mir da nicht immer automatisch einen Film draus erstellen wollten. Aber zum Glück kann man das auch händisch anstoßen.

Damit die Apps besser darin werden, automatisch Filme vorzuschlagen, müsst Ihr nicht nur Fotos aufnehmen, sondern für örtliche Zuordnungen auch GPS und Geotagging aktiviert haben.

Alle drei Apps sind schöner Spielkram, der dafür sorgt, dass die Fotos nicht mehr so oft ungesehen auf dem Smartphone vor sich hin schlummern. Mir hat der Xperia Movie Creator am besten gefallen. Er schlägt nicht nur Filme vor, sondern erlaubt relativ viele Nachbearbeitungen, bei denen vor allem Apple Fotos restriktiver ist. Google Fotos ist bei den Überblendungen langweilig und exportiert die Videos dann auch nur im HD-Format.


Weitere Artikel zum Thema
Tele­gram-Update bringt IFTTT-Support und lässt Euch wich­tige Chats anhef­ten
Michael Keller
Nach dem Update könnt Ihr Chats bei Telegram pinnen
Telegram hat ein Update erhalten. In der neuen Version könnt Ihr in dem Messenger unter anderem Chats an den oberen Rand der Liste pinnen.
iPads für die NHL: Eishockey-Teams sollen in Zukunft Apple-Tablets erhal­ten
Durch den Vertrag könnten alle NHL-Spieler mit iPads ausgestattet werden – Tim Cook würde sich freuen
iPads auf dem Eis: Die NHL soll Gespräche mit Apple über einen Sponsoren-Deal führen, durch den die Teams mit iOS-Tablets versorgt werden würden.
Mars­hall Mid Blue­tooth im Test: ein Button für alle Fälle
Felix Disselhoff
Marshall Headphones MID
9.0
Mit dem neuen Marshall Mid Bluetooth richtet sich die Kultmarke an die wachsende Zahl derer, deren Smartphone keine Klinke mehr besitzt. Der Test.