Apples iPad-Unit vor Einbruch, iPad Pro verzögert sich

Nicht meins16
Vergleich iPad Air und iPad Air 2
Vergleich iPad Air und iPad Air 2(© 2014 CURVED)

Nächste Hiobsbotschaften für Apples kriselnde Tablet-Sparte: Der gewöhnliche gut informierte Analyst Ming-Chi Kuo vermeldete nach Handelsschluss eine absehbare Verzögerung bei der Auslieferung des iPad Pro im nächsten Jahr. Mehr noch: Die iPad-Absätze stehen bis dahin vor einem regelrechten Kollaps… 

Auch für Apple können nicht alle Aussichten rosig sein. Während die iPhone- und Macintosh-Unit vor dem stärksten Weihnachtsquartal aller Zeiten stehen, will der Problemsparte Cupertinos einfach nicht das Comeback gelingen. Im abgelaufenen Dreimonatszeitraum zwischen Juli und September hat iPad-Sparte nochmals 13 Prozent weniger Einheiten verkauft als im Vorjahresquartal, in dem bereits stagnierende Absätze vermeldet wurden.

Die Probleme sind hinlänglich bekannt und dürften wohl auch mit den gerade vorgestellten neuen Modellen, die nur marginale Änderungen bieten, kaum zu lösen sein – das iPad hat seine Rolle zwischen MacBook Air und den großen, neuen iPhones nicht gefunden. "Langfristig hat das iPad eine großartige Zukunft  vor sich. Ich bin sehr zuversichtlich, was wir noch mit dem iPad anstellen können",  gab sich Cook auf der jüngsten Analystenkonferenz dennoch zuversichtlich.

Ming-Chi Kuo prognostiziert größten iPad-Einbruch aller Zeiten

Staranalyst Ming-Chi Kuo von KGI Securities teilt den Optimismus nicht. Im Gegenteil:  Kuo sagt für das laufende Weihnachtsquartal einen Einbruch von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum voraus. Für das darauf folgende erste Kalenderquartal im kommenden Jahr (das zweite Quartal in Apples Fiskaljahr 2015) prognostiziert Kuo sogar einen erdrutschartigen Absturz von 40 Prozent auf nur noch 9,8 Millionen verkaufte Einheiten.

Das wäre das zweitschlechteste Konzernergebnis im Dreimonatszeitraum Januar bis März seit Einführung des Apple-Tablets 2010! Als Gründe führt Kuo "einen Mangel an neuen Features, die Reife des Tablet-Marktes und eine traditionell schwache Verkaufssaion" an. Der KGI-Analyst erwartet etwa, dass die Absätze des ersten iPad minis um 94 Prozent (!) gegenüber dem Weihnachtsquartal einbrechen, während sich das erste iPad Air um 70 Prozent und das iPad mini 2 um 66 Prozent schlechter als in den drei Monaten verkaufen sollen.

iPad Pro dürfte sich weiter verzögern

Für Unterstützung dürfte Anfang nächsten Jahres auch nicht das viel erwartete iPad im Maxi-Format sorgen – denn das verzögert sich nach Angaben von Kuo weiter. Wegen Problemen bei der Display-Fertigung sei nicht vor dem zweiten Quartal mit dem iPad Pro zu rechnen, warnte der Analyst in einer Kurzstudie nach Handelsschluss.

Tatsächlich könnte das 12 Zoll große iPad Pro erst in der zweiten Jahreshälfte richtig massenmarkttauglich sein, mutmaßt Ming-Chi Kuo. Anleger reagierten achselzuckend auf die neuen Hiobsbotschaften zur Problemsparte – die Apple-Aktie legte im Handelsverlauf um 1,5 Prozent zu und sprintete bei über 111 Dollar auf neue Allzeithochs; auch nach Handelsschluss legte das Papier noch weiter marginal zu.


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