Apples iPhone-Evolution: 7 Jahre, 8 iPhones

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Acht Kassenschlager von 2007 bis heute - iPhone 1 bis iPhone 5c
Acht Kassenschlager von 2007 bis heute - iPhone 1 bis iPhone 5c(© 2014 CURVED)

Der Countdown geht auf die Zielgerade. Seit Jahresbeginn zählen wir die Monate und  Wochen herunter – nun ist es endlich soweit: Die iPhone 6-Keynote geht morgen im Flint Center in Cupertino über die Bühne! Was für ein unendlich langer Weg seit dem ersten iPhone 2007: Wir haben für Euch noch einmal zurückgeblickt und eine Zeitreise angetreten – vom ersten iPhone bis zum iPhone 5s und 5c aus dem vergangenen Jahr. 8 iPhones hat Apple in den sieben Jahren seit 2007 präsentiert: Wir zeigen Euch jeden Tag eins und seine Geschichte!

Das iPhone 5c (2013)

Die Erwartungen köcheln seit Jahren. Würde Apple endlich ein halbwegs preiswertes iPhone anbieten, mit dem es mengenmäßig in den Schwellenländern landen könnte? Dieser Hebel in der Verbreitung in den noch immer wenig erschlossenen Märkten war für Aktionäre weitaus wichtiger als die technischen Spezifikationen eines neuen iPhones, kratzte Apple, auch wenn das iPhone in China und Indien seit vielen Jahren erhältlich ist, in den größten Mobilfunkmärkten der Welt doch nur an der Oberfläche.

"Wir sehen weiter große Chancen in China", schürte der Apple-CEO in der Telefonkonferenz zum März-Quartal bereits Wachstumshoffnungen. "Es ist ein riesiger Markt." So oder so: Treiber in den Schwellenländern dürfte ein vergünstigtes iPhone-Modell werden, erhofften sich Analysten.

Die Erwartungen wurden in Form des iPhone 5c erfüllt – und doch enttäuscht. Apples Plastik-iPhone ging lediglich für 100 Euro bzw. nur 80 Dollar weniger an den Start als das Premium-Modell 5s. Unsubventioniert kostet das iPhone 5c in der 16 GB-Version happige 549 Dollar in den USA bzw. 599 Euro in Europa. Analysten schüttelten die Köpfe: Was hatte sich Apple nur bei der Hochpreis-Strategie gedacht, die keinesfalls dazu angetan war, Marktanteile zu gewinnen?

"Die erste Regel in Wachstumsmärkten lautet: Weniger versprechen, mehr halten. Tim Cook kennt diese Regel offenbar nicht", zog Wall Street-Ikone James Cramer mächtig gegen den Apple-CEO erneut vom Leder. "Er benimmt sich so, als ob es ihm egal wäre, was er verspricht und dann hält."

Als noch irritierender wurde von Analysten indes die Tatsache aufgenommen, dass der sich abzeichnende Vertragsabschluss mit China Mobile wieder nicht verkündet wurde, obwohl Apple seine iPhone-Keynote am Tag nach der US-Präsentation in Peking per Satellitenkonferenz wiederholen ließ. Erst kurz vor Weihnachten sollte es so weit sein.

Man kann sagen, das iPhone 5c war das unbeliebteste aller acht Modelle. Es hatte zunächst deutlich gegenüber dem Premium-Modell 5s das Nachsehen, auch wenn Apple mit vollem Marketingeinsatz immer wieder für das Plastik-iPhone warb.

Am Ende hatte das iPhone 5c eine andere Funktion: Es sicherte das iPhone 5s nach unten ab, denn warum für 599 Euro das Plastikmodell (zum Testbericht geht’s hier) ohne Fingersensor, ohne A7-Chip und ohne verbesserte Kamera kaufen, wenn man für nur 100 Euro mehr die Premium-Version erwerben konnte?

Einer der interessanten Nebenschauplätze des iPhone 6-Launches morgen liegt auch im Fortbestand des iPhone 5c. Wenn Apple sein Plastik-iPhone als Einstiegsmodell im Portfolio behält und am Dienstag an der Preisschraube dreht, könnte das iPhone 5c doch noch mit Verspätung zum halbwegs erschwinglichen Mittelklasse-Smartphone avancieren…

Das iPhone 5s (2013)

Was tun, wenn man einen Trend verpasst hat und ihn erst 24 Monate später korrigieren konnte? Zunächst ist da Rhetorik. Tim Cook verteidigte immer wieder die kleinere Bildschirmgröße des iPhone 5 gegenüber den stetig wachsenden Smartphones der Konkurrenz: "Meiner Meinung nach bieten wir das mit Abstand beste Display der Industrie an", erklärte Cook schließlich auf der Telefonkonferenz im April 2013.

Doch die rasant steigenden Absatzzahlen der immer populäreren Phablets machten deutlich, dass Apple erstmals seit dem ersten iPhone 2007 einem Trend hinterherlief. Das nur 4 Zoll große iPhone 5 konnte vor allem mit Samsungs immer größeren Smartphones nicht mithalten – die Koreaner hatten Apple mit dem Galaxy S3 und S4 nicht nur abgehängt, sondern im vergangenen Jahr regelrecht düpiert.

Dreimal so viele Smartphones wie Apple verkaufte der koreanische Techpionier in seinen Spitzenquartalen 2013 – und verdiente erstmals seit einer Dekade wieder mehr als Apple. Tim Cook und Phil Schiller blieb im vergangenen September nur, den eigenen  Goldstandard noch einmal buchstäblich zu vergolden und mit kleinen Extras auszustatten.

Das iPhone 5s wurde mit einem schnelleren A7-Chip, einer deutlich besseren Kamera, mit Fingersensor und einem vergoldeten Modell ausgeliefert, kam aber in denselben Specs daher wie der Vorgänger. (Zum ausführlichen Testbericht geht es hier.) Das iPhone 5 indes wurde nach nur einem Jahr wieder kassiert und durch das iPhone 5c ersetzt wurde. (Zum Plastik-iPhone morgen mehr.)

Keine Frage: Das iPhone 5s ist weiter ein Smartphone der Spitzenklasse – vor allem dank iOS 7, das erstmals von Designchef Jony Ive gestaltet wurde. Doch mehr noch als das iPhone 4s und iPhone 3GS war die Upgrade-Generation der iPhone 5-Reihe ein Lückenfüller, den Tim Cook dank des lang erwarteten Vertriebskanals über China Mobile ausreizte, bis die Zeit zum sehnlichst erwarteten iPhone 6-Launch überbrückt war.

Dabei gaben selbst hochrangige Apple-Manager in internen Memos mit Blick auf Phablets zu: "Wir haben nicht, was unsere Kunden wollen".  Am Dienstag endet dieser rare Malus in Cupertino endlich…

Das iPhone 5 (2012)

Die Verwaltung des Erfolges ließ sich nicht ewig fortsetzen. Mit dem iPhone 4s hatte Apple 2011 ein Smartphone auf den Market gebracht, dass zwar erneut zum sofortigen Kassenschlager avancierte, doch – mit Ausnahme von Siri – wenige Neuerungen mit sich brachte. Entsprechend groß waren die Erwartungen vor dem iPhone 5-Launch, bei dem Apple nach zweieinviertel Jahren endlich ein neues Modell auf den Markt bringen würde.

Die Apple-Fanboys wurden zunächst nicht enttäuscht: Mehr als ein halbes Jahrzehnt nach dem Debüt erhielt das Kultsmartphone seine bislang größte Überholung. Das iPhone wuchs und schrumpfte zugleich: Es wurde um einige Millimeter länger, was Nutzern eine weitere App-Reihe auf dem Display bescherte, kam jedoch mit einem superflachen 4-Zoll-Display daher. Tatsächlich war das iPhone 5 bemerkenswerte 26 Gramm leichter als sein Vorgänger und brachte so nur noch 114 Gramm auf die Waage, das waren schon 29 Gramm weniger als das plastikartige Galaxy SIII von Samsung.


So wohlwollend die Kritiken zum leichten, vergrößerten iPhone 5 als Antwort auf Samsungs immer größere Smartphones waren – ein kleiner Fleck schien Apples weiße Weste zu beschmutzen. Maps, Apples eigene Antwort auf Googles Kartendienst gleichen Namens, den Apple mit der Verwendung auf dem ersten iPhone seit 2007 erst groß gemacht hatte, war nicht das, was sich Nutzer versprochen und vom Kultkonzern erwartet hatten.

Maps zeigte Bilder wie nach einer Zombie-Apokalypse: Autobahnen brachen plötzlich buchstäblich erdrutschartig ab, Landebahnen von Flughäfen schmolzen wie Eis in der Sonne, die Manhattan Bridge glich einer Achterbahn, und der Kölner Dom verschwand ganz. Apples Karten-App geriet tatsächlich zum größtmöglichen Spott, der sich im Social Web trefflich verbreitete. Apples Kritiker fühlten sich bestätigt: Apple hatte den Mund zu voll genommen und sich mit seinem Schnellschuss-Kartendienst trefflich blamiert.

Als Tim Cook in einem offenen Brief an Kunden Abbitte leistete („Wir entschuldigen uns vielmals dafür, unsere Kunden enttäuscht zu haben“), brach an der Börse die Hölle los und die Apple-Aktie ging in den freien Fall über. Es kam in den Folgemonaten alles zusammen: Hoffnungsträger IOS-Chef Scott Forstall wurde als Sündenbock entlassen, die Verkaufszahlen drohten die hohen Erwartungen zu enttäuschen - vor allem schien das iPhone 5 doch zu klein gegenüber dem aufkommenden Phablet.

Das iPhone 5 sah alt aus, als es vor zwei Jahren debütierte. Weil Apple seinen iPhone-Zyklus jedoch nur alle zwei Jahre mit einem gänzlich neuen Modell erneuerte, warfen Aktionäre entnervt das Handtuch und schickten die Apple-Aktie in den Folgemonaten auf eine dramatische Talfahrt. Das iPhone 5 wurde damit zum ersten Fehltritt der Tim Cook-Ära, die in seinem zweiten Amtsjahr plötzlich in den Krisenmodus überging, den ich in meinem Buch „Das Apple-Imperium“ nachgezeichnet habe.

Das iPhone 4s (2011)

Wie besser machen, was ein Welterfolg ist? Vor dieser Herkulesaufgabe stand Apple 2011: Das iPhone 4 entwickelt sich rasant und verkaufte sich von Quartal zu Quartal zu besser – ein Jahr nach dem Verkaufsstart knackte Apple erstmals die 20 Millionen-Marke der verkauften iPhones in einem Quartal.

Doch Cupertino plagten andere Probleme. Steve Jobs verkündete im Januar erneut eine Auszeit, diesmal jedoch ohne klar umrissene Rückkehr. Der Apple-Gründer blieb CEO und öffentlich präsent, doch Tim Cook leitete die Amtsgeschäfte – es war offenkundig, wie krank Steve Jobs war.

Jobs, so schien es, wollte final sein Feld bestellen, bevor der Tag X kommen würde. Er wollte sein Vermächtnis aufsetzen und vor allem Apple in guten Händen wissen. So führte der schwer kranke Techvisionär den Löwenanteil der Interviews mit dem Biografen Walter Isaacson. Mit anderen Weggefährten begab sich Jobs auf eine regelrechte Abschiedstour hier das Präsidentendinner von Barack Obama mit den Ikonen der Tech- und Internetbranche, dort letzte persönliche Erinnerungen mit Bill Gates, Larry Ellison oder Larry Page.

Jobs schonte sich nicht: Noch einmal stieg er im März 2011 kurz entschlossen auf die Bühne des Yerba Buena Centers in San Francisco und enthüllte das iPad 2. Im Juni trat er bei der WWDC ein letztes Mal zur Präsentation des neuen mobilen Betriebssystems iOS 6 mit brüchiger Stimme auf, überließ dabei aber Interims-CEO Tim Cook, Marketing-Chef Phil Schiller und dem aufstrebenden iOS-Chef Scott Forstall erstaunlich viel Raum auf der Bühne. Nur allzu schmerzlich wurde den Besuchern der Entwicklermesse WWDC bewusst, dass soeben die Stabübergabe an die nächste Generation der Apple-Manager zelebriert wurde.

Ein neues iPhone präsentierte Apple auf der WWDC im Juni überraschenderweise jedoch nicht. Bis heute ist es ungeklärt, warum der Tech-Pioner nach vier Jahren von seinem jährlichen Erneuerungszyklus des Bestsellers iPhone abwich, dessen neuste Generation seit 2007 immer im Juni vorgestellt wurde. 2011 jedoch dauerte es bis zum 4. Oktober und damit mehr als vier Monate länger –, als endlich ein neues iPhone enthüllt wurde.

Die Enttäuschung der Apple-Anhänger als auch der Branchenpresse war jedoch gleichermaßen groß: Nach 16-monatigem Warten präsentierte Marketing-Chef Phil Schiller lediglich ein Update in Form der Version 4S. Das neue iPhone sah haargenau aus wie das alte.

Es verfügte lediglich über eine bessere Kamera und einen größeren Speicher, wenn man denn bereit war, die 100 Euro mehr für die 64 GB-Version auszugeben. Wie ein Fremdkörper wirkte das einzig wirklich neue Feature des neuen iPhones: ein digitaler Sprachassistent namens Siri, für den sich der aufstrebende Chef der iOS-Sparte, Scott Forstall, stark gemacht hatte. Die Kritiken indes waren bestenfalls gemischt. Warum, erfahrt Ihr im Video…

Das iPhone 4 (2010)

Aufbruchstimmung bei Apple: Das neue Jahrzehnt hätte kaum besser für den Kultkonzern aus Cupertino beginnen können. Steve Jobs war nach halbjähriger Auszeit mit neuer Leber zurückgekehrt und hatte Anfang des Jahres mit dem iPad nur zweieinhalb Jahre nach dem iPhone ein neues Produkt vorgestellt, das von Tag eins an einschlug.

Doch Kassenschlager und Lebensversicherung blieb natürlich das iPhone, das sich immer besser verkaufte. Drei Jahre nach der Markteinführung mit sehr ähnlichen Modellen – zunächst mit Aluminium-, dann Plastikverbauung – wurde es Zeit für einen neuen Quantensprung.

Doch der fand öffentlich statt, bevor er offiziell verkündet wurde. Ein Apple-Manager hatte den Prototyp des neuen iPhones in einer Bar liegen lassen. Der Finder bot das neue iPhone prompt dem Techblog Gizmodo an, der sich dankbar darüber hermachte und am 19. April 2010 verkündete: „Das ist das neue Apple iPhone.“

Sieben Wochen später die Bestätigung: Das iPhone 4 sah tatsächlich so aus, wie es die Leaks erwarten ließen – formvollendet schön in einem völlig neuen Design mit einer Edelstahlumrandung und einer Verbauung in Gorilla Glass.

Unter der Oberfläche tat sich einiges: Der Bildschirm löste mit dem sogenannten Retina Display plötzlich doppelt so scharf auf, die Kamera wuchs auf 5 Megapixel – und iPhone 4-Nutzer bekamen die Möglichkeit, über das Video-Telefonie-Feature FaceTime miteinander zu chatten.

Selbst das sogenannte „Antennagate“, das nach einem Bericht der Verbraucherschutzorganisation  Consumer Report wegen angeblicher Empfangsmängel bei Anrufen entstanden war, konnte dem Verkaufserfolg nichts anhaben: Das iPhone 4 avancierte bis dato zum mit Abstand meistverkauften Apple-Smartphone, das sich von Quartal zu Quartal besser verkaufte und ein Jahr nach dem Debüt erstmals in einem Dreimonatszeitraum die Marke von mehr als 20 Millionen Stück durchbrach.

Das iPhone 3GS (2009)

Die Vorzeichen waren düster. Anfang 2009 kam alles zusammen: Die schwerste Finanzkrise seit den Zeiten der großen Depression, die die Apple-Aktie binnen weniger Monate halbierte. Doch weitaus schlimmer noch: CEO Steve Jobs sichtbar mit den Kräften am Ende, abgemagert, offenkundig sehr, sehr krank.

Die erste Hiobsbotschaft kam noch im Dezember 2008. Jobs sagt ziemlich überraschend seinen Auftritt bei der MacWorld Expo ab, die traditionell den Takt für Apples Produktjahr vorgab. Die Gerüchte brodelten über – erst recht, als Jobs wenige Wochen später seine Auszeit verkündete: mit der Begründung, er leide an einer Stoffwechselerkrankung im Zuge der Krebsoperation vier Jahre zuvor.

Wenige Tage später die dramatische Mitteilung: Jobs zieht sich für ein halbes Jahr zurück, sein Stellvertreter Tim Cook übernimmt zum zweiten Mal nach 2004 die Amtsgeschäfte – diesmal für ein halbes Jahr. In diese Zeit fällt auch der Launch der dritten iPhone-Generation im Juni 2009, die ein bloßes Upgrade darstellt.

Das iPhone kommt praktisch mit denselben Specs daher (die Kamera wurde von 2 auf 3 Megepixel hochgerüstet) – es erhält nur eine deutliche Aufwertung: die Videokamera. Entsprechend schnell haussierte das iPhone als Flipcam-Killer. Wie enorm praktisch das Feature für Nutzer ist, machen wir uns heute kaum mehr klar. Oder wann habt Ihr eigentlich das letzte Video geschossen, Hyperlapse einmal außer Acht gelassen?

Bei mir fiel der iPhone 3GS-Verkaufsstart dankbarerweise mit meinem Sommerurlaub zwei Wochen später auf dem Balkan zusammen, aus dem ich Euch im Video einen kleinen Schnipsel präsentiere. Was für einen Unterschied fünf Jahre machen...

Das iPhone 3G (2008)

Wie besser machen, was gerade erst als Revolution startete? Vor dieser Frage stand Apple kurz nach dem Launch des ersten iPhones, das als bahnbrechend neues Smartphone zunächst viele Nutzer überforderte – in seinen Nutzungsmöglichkeiten, aber auch im Preis. Für happige 599 Dollar zuzüglich des Vertrags wurde das erste iPhone noch im Juni 2007 in den USA auf die interessierten Kunden losgelassen.

Keine zwei Monate später dreht Apple schon an der Preisschraube, weil die Käufer doch mehr Zurückhaltung zeigten als zunächst erwartet. 399 Dollar kostete das iPhone, als 72 Tage nach dem Debüt endlich die 1 Million-Marke geknackt wurde. 400 Dollar bzw. Euro zuzüglich der laufenden Kosten eines 2-Jahresvertrags waren für Mobilfunkkunden im Zeitalter von 1-Euro-Handys, selbst wenn sie so viel weniger konnten als das iPhone, schwer vermittelbar.

Steve Jobs wusste das und reagierte. Die Nachfolge-Generation wurde mit einer Plastik- statt einer Aluminiumverbauung günstiger in der Fertigung und konnte so weitaus konkurrenzfähiger  angeboten werden. Doch Apple legte auch bei den Nutzungsanreizen drauf: Das war vor allem der Mobilfunkstandard Edge, der das Browsen im Internet zum Start des ersten iPhones immer noch zu einer Geduldsprobe machte.

Apple spielte es trefflich in die Karten, dass die großen Mobilfunkanbieter zwölf Monate später mit dem Aufbau der Netze des neuen Mobilfunkstandards 3G größtenteils abgeschlossen hatten. Das neue iPhone sollte dann auch diesen Namen tragen. Es stellte Inhalte im Internet dreimal so schnell dar.


Die eigentliche Revolution spielte sich jedoch softwareseitig ab. Entgegen der traditionellen Abschottung von anderen Software-Anbietern öffnete sich der notorische Control Freak Steve Jobs für Drittanwender.

Völlig überraschend verkündete Apple in einer Keynote zur Vorstellung der  nächsten iOS-Generation im März den Launch des App Stores: Jeder Programmierer, der sich mit den Geschäftsbedingungen Cupertinos (Apple behielt 30 Prozent der Erlöse) einverstanden erklärte, konnte eine App bei Apple einreichen und, wenn angenommen, wenig später über den App Store zum Download anbieten.

Der App Store nahm mit dem Launch des iPhone 3G am 11. Juli 2008 seinen Betrieb auf – und erwies sich schnell als Killerargument für das iPhone. Plötzlich hatten Nutzer die Möglichkeiten zwischen Zehntausenden, bald Hunderttausenden Apps kostenlos oder zu kleinen Preisen zwischen 0,79 Cent bis vier, fünf Euro zu wählen.

Der AppStore boomte – und mit ihm der Vertrieb des iPhone 3G, das zum Start im Juli 2008 in über 30 Ländern weltweit angeboten wurde. Das Apple-Smartphone wurde zum Kult und Kassenschlager. Gleich im ersten Verkaufsquartal zwischen Juli und September löste es den Blackberry als bestverkauftes Smartphone der Welt ab.

Das erste iPhone (2007)

"Also sagte Steve Jobs: Lasst uns ein iPhone bauen!" So verklärt der frühere Apple-Mitarbeiter Andy Grignon vor einem Jahr in der New York Times die Gründungsgeschichte des Apple-Smartphones, das tatsächlich seit Ende 2004 in der Entwicklung war und am 9. Januar 2007 unter dem frenetischen Applaus der Apple-Fans im Moscone Center enthüllt wurde.

Erst knapp sechs Monate später, am  29. Juni 2007,  fand schließlich in New York die Mutter aller iDays statt:  Die erste Generation des iPhones, ausgestattet mit gerade 8 GB Speicher und einem Display, das 480 x 320 Pixel auflöste, kam damit in den Handel.

Was machte das iPhone nun so besonders? Das Design natürlich, das intuitive Touch-Display, das eine Tastatur überflüssig machte und das revolutionäre Betriebssystem iOS, das die Kernelemente aus MacOS in das Mobil-Zeitalter transformierte. Vor allem jedoch: Zum ersten  Mal kam das echte Internet – nicht die WAP-Version – in die Westentasche.

Das iPhone war komplett so revolutionär, dabei sahen die Vorboten wenig vielversprechend aus – 15 Monate zuvor hatte sich Apple noch zu einer Kooperation mit Motorola breitschlagen lassen, aus der die Fusion des Bestseller-Handys Razr mit dem iPod hervorging – der Rokr, den man getrost als einen der Tiefpunkte der vergangenen 15 Jahre in der Apple-Historie bezeichnen darf.

Für Apple war es damals nicht mehr als eine Nebelkerze, um die Gerüchte, dass der Kultkonzern nach dem iPod an einem Smartphone arbeiten würde, am Köcheln zu halten – um dann rund ein Jahr später den wohl spektakulärsten Home-Run der inzwischen 38-jährigen Unternehmensgeschichte zu schlagen.

Inzwischen ist es das erfolgreichste Produkt der Technologie-Geschichte: Das iPhone, hat sich bereits über 500 Millionen Mal verkauft. Apples Kultsmartphone hat einen langen Weg von der ersten Generation im  Jahr 2007 zurückgelegt – bis heute sind es acht Modelle, die Apple auf uns losgelassen hat.

iPhone-Evolution in acht Modellen: Von der ersten Generation (2007) bis zum iPhone 5s und 5c  (2013)(© 2014 CURVED)

 


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