Apps für Fahrradtouren: Für Weg und Wetter gut gerüstet

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Navi-Google
Navi-Google(© 2014 CC: Flickr/GriinBlog)

Ein Blick in den Kalender verrät: Das Fahrrad kann wieder für längere Touren vorbereitet werden. Ob aber das Wetter hält, was es verspricht, und wie Sie immer ans Ziel Ihrer Wünsche kommen, verraten Ihnen das Smartphone und die passenden Apps.

Manche werden es nicht gern hören, aber die die Milliardenbeträge, die jährlich rund um den Globus in den Ausbau von Militärtechnik gesteckt werden, haben auch der Zivilgesellsellschaft den ein oder anderen Fortschritt gebracht. Bestes Beispiel: GPS (Global Position System), zu deutsch Globales Positionsbestimmungssystem, ist ein Navigationssatellitensystem zur Positionsbestimmung und Zeitmessung, das seit den 1970er-Jahren vom US-Verteidigungsministerium entwickelt wurde.

Wenige Technikerfindungen der vergangenen Jahrzehnte haben mehr Anwendungsfälle geschaffen als die satellitengestützte Positionsbestimmung. Überall dort, wo es um den Transport von A nach B geht, ist GPS gefragt. Drohnen leitet es in ihr tödliches Ziel, auf Container-Verladestationen bringt es Übersicht und Ordnung, und auch kaum eine Radtour verzichtet mehr auf die Hilfe von oben. Hier die besten Apps, damit die nächste Fahrradtour nicht im Nirvana endet.

Karten von Apple

Kostenlos, vorinstalliert

Karten von Apple

iPhone-Besitzer müssen eigentlich nicht lange suchen, denn ein guter Routenplaner ist bereits auf dem iPhone vorinstalliert. Gemeint ist die hauseigene Karten-App. Die Apple-Anwendung ist nach Anfangsschwierigkeiten stetig besser geworden – auch und gerade für Radfahrer. Praktisch ist die Turn-to-Turn-Wegeschreibung, die die Richtung – etwa vor einer Kreuzung – rechtzeitig durch Ansage oder eine visuelle Anzeige vorgibt. Die Routenbeschreibung gibt es für Autos, Fußgänger und öffentliche Verkehrsmittel. Eine spezielle Routenplanung für Fahrräder fehlt; man muss sich zwischen der Fußgänger- oder Auto-Variante entscheiden. Problem: Wer stetig den Routenplaner laufen lässt, hat schnell einen leeren Akku. Wo Autos eine stetige Stromzufuhr haben, fehlt dem Fahrrad die Auflademöglichkeit. Tipp: Mit einem Zusatzakku die Laufzeit verlängern oder das iPhone während der Navigation in den Standby-Modus versetzen, da das Display sich dann nur kurz vor Anweisungen kurzzeitig einschaltet, ansonsten aber schwarz bleibt.

Google Maps

Kostenlos, iTunes und Android

GoogleMaps

Google Maps ist der Marktführer unter den Kartenanwendungen. Kein Orientierungsdienst – sei es im Browser oder als App – wird häufiger verwendet. Und das hat seinen Grund: Das Kartenmaterial hat wenige Fehler, die Informationen sind zahlreich und die Features in der App umfangreich. Und: Im Gegensatz zur Karten-App von Apple hat Google eine eigene Routenplanung für das Verkehrsmittel „Fahrrad“. Das ist bei der Auswahl einer Route ebenso von Bedeutung wie für die Planung: So wird ein spezieller Routenplaner für Fahrräder einen nie auf eine Autobahn leiten, und es gibt realistische Zeitangaben über die Fahrtdauer. Zwei Pluspunkte der Google Maps-App gegenüber der Karten-App von Apple. Aber: Noch ist der Navigationsdienst von Google Maps in der Betaphase. Google warnt in der App ausdrücklich vor unvollständigen, falschen ja sogar gefährlichen Richtungsanweisungen.

Naviki

Kostenlos, iTunes und Google Play

Naviki

Naviki ist eine nichtkommerzielle App und wurde vom „Laboratory for Software Engineering“ der Fachhochschule Münster entwickelt. Die App ist speziell für Fahrradtouren gemacht. Der Funktionsumfang ist überschaubar, was der Handhabung zugute kommt. Naviki taugt sowohl zur Routenplanung als auch zur Dokumentation aller Fahrrad-Aktivitäten. Die App findet Radrouten zwischen beliebigen Start- und Zieladressen und zeigt sie unmittelbar auf einer Karte. Hilfreich: Es lassen sich auf der Webseite www.naviki.org Touren übersichtlich planen. Diese werden dann – so man sich registriert hat – automatisch auf die App übertragen. Praktisch: Bei der Auswahl der Routenführung kann man zwischen einer „Fahrrad-freundlichen“ und der „kürzesten Strecke“ wählen.

MagicMaps Scout

1,79 Euro plus In-App-Käufe, iTunes und Android

MagicMaps Scout

MagicMaps Scout ist die App für Tourenprofis. Als Basiskarte enthält Scout die Open Street Map. Sie umfasst alle wichtigen Informationen zu Straßen, Wegen und Städten. Mit den Fingern lassen sich auf dem Touchscreen die Karten direkt verschieben und zoomen. Speziell für Fahrradtouren beinhaltet die App die sogenannte Open Cycle Map mit Radwegen und Höhenlinien. Außerdem wird die App mit einem Klick zum Tacho, mit dem sich unter anderem folgende Informationen anzeigen lassen: aktuelle Geschwindigkeit, Durchschnittsgeschwindigkeit, maximale Geschwindigkeit sowie gefahrene Gesamtstrecke. Für Wanderungen wie Fahrradtouren gleichermaßen geeignet: amtliche topografische Karten, die sich über In-App-Käufe (1,79 Euro je Region) auch zur Offline-Nutzung verwenden lassen. Diese gibt es für Deutschland, Österreich, Schweiz, Frankreich und Luxemburg. Darüber hinaus lassen sich Wander- und Rad-Karten vom Karten-Spezialisten „Kompass“ für Südtirol, die Balearen und die Kanaren runterladen.

komoot

kostenlos plus In-App-Käufe, iTunes und Google Play

komoot

Die optisch überzeugendste und inhaltlich umfangreichste Anwendung zur Outdoor-Routenplanung kommt von komoot. Die App taugt für Wanderungen, Fahrrad-, Rennrad- und Mountainbike-Touren. Und es gibt zahlreiche Zusatzinfos, etwa zu Wegbeschaffenheiten, Schwierigkeit, Länge und Höhenmeter. Die Karten lassen sich offline nutzen, die Daten sind aber groß. So hat etwa die Karte für Berlin und Umgebung 1,3 Gigabyte. Und: Nur dies erste Karte ist kostenlos. Für alle weiteren Regionen muss man je 8,99 Euro ausgeben. Wer viel unterwegs ist, sollte darüber nachdenken, das Gesamtpaket für 29,99 Euro zu kaufen. Die Anschaffung lohnt sich – auch weil die App stetig aktualisiert wird. Praktisch: Die Touren lassen sich auf www.komoot.de planen und später auf dem Smartphone nutzen.

Weather Pro

ab 2,99 Euro, iTunes, Google Play, BlackBerry App World und Windows Store

WeatherPro

Weather Pro von Meteogroup ist die Must-have-App bei Wettervorhersagen. Kein Zweifel: Die App ist von Wetterexperten gemacht. Bestückt mit umfangreichem Datenmaterial sind die Vorhersagen so präzise, wie Wettervorhersagen heute sein können. Weather Pro ist Benchmark und war Testsieger bei der Stiftung Warentest. Die App bietet eine Vielzahl von Informationen, bleibt dabei aber übersichtlich. Bereits der Startsrceen zeigt alle wichtigen Daten (aktuelles Wetter plus Ausblick) im Überblick. Übrigens: Die Vorhersagen sind nicht auf Deutschland beschränkt. Es gibt sie für zwei Millionen Orte weltweit, bis zu sieben Tage im Voraus. Ärgerlich: Im Kaufpreis sind nicht alle Funktionen enthalten. Per In-App-Kauf müssen so nützliche Features wie stündliche (anstatt 3-stündliche) Vorhersagewerte und die auf 14 Tage erweiterte Vorhersage hinzugekauft werden.

RegenVorschau

1,79 Euro, iTunes und Google Play

RegenVorschau

Nichts stört bei Radtouren mehr als Regen. Die Prognosen der gängigen Wetter-Apps geben nur bedingt Sicherheit. Wer konkret auf Regen vorbereitet sein will, sollte sich ergänzend die App RegenVorschau von CH-Software auf das Smartphone laden. Die Besonderheit: Die App bestimmt ganz individuell bei jedem Reload neu die Regenwahrscheinlichkeit für eine exakte Stelle. Sie bietet also eine  kurzfristige Vorhersage der Niederschlagsentwicklung für beliebige Standorte (in Deutschland) basierend auf Radarmessungen. Genauer gesagt wird die Regenwahrscheinlichkeit und -intensität für die kommenden zwei Stunden berechnet. Eine Karte zeigt zudem den aktuellen Niederschlag und dessen Bewegungsrichtung. So einfach die App auf den ersten Blick rüberkommt, so genau ist die Vorhersage.


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