Apps in der Straßenbahn finden

Es gibt für alles eine App. Das war mal der Slogan, als Apple den App Store anpries, um möglichst viele Downloads zu generieren. Bei mehreren 100.000 Apps auf übergreifenden Plattformen, gibt es ein reichliches Angebot, was nicht immer einfach ist, zu durchschauen. Eine Straßenbahn aus Berlin dient nun als Werbeplattform und hilft dem Großstädter bei der Suche. Ob es noch andere kreative Möglichkeiten gibt, erfahrt ihr jetzt.

Das Medium App

Apple feierte kürzlich seinen 50.000.000.000. Download einer App seit Einführung des App Stores. Tendenz sowohl bei Google, Windows Phone als auch bei Apple steigend. Doch wie finden die Leute die ganzen Apps und vor allem wo? Klar, im App Store, bei Google Play oder im Windows Phone Store, aber dort herrscht schon lange keine gute Übersicht mehr, da diese einfach zu voll sind. Man kann sich das ein wenig wie einen mehrstöckigen Buchladen vorstellen. Einmal reingekommen, kann man ewig zwischen Regalen umherstreifen und das nächste Buch bzw. die nächste App im digitalen Orbit suchen. Wer darauf keine Lust hat, kann sich regelmäßig in Online-Medien Apps empfehlen lassen. Wir bei den Mobilfunkexperten machen das ja auch.

Den Trend der App-Suche hat auch die Statista erkannt und bringt regelmäßig den App Monitor für Deutschland heraus. Zusammen mit dem Magazin Focus werden abwechselnd alle zwei Monate die Top 1.000 Apps für Android und iOS gesucht und aufgelistet. Im Focus sollen diese dann erscheinen. Auch andere Printmagazine, die sich in den Untiefen der Technikabteilung eines Presse-Shops verstecken, berichten Monat für Monat über neue Apps auf dem Markt.

Eine besonders spannende Idee hat nun der Werber Doka Werbung entdeckt. Er lässt eine Straßenbahn beklebt mit 36 App-Icons in den Größen 20x20cm und 45x45cm durch Berlin fahren. Interessenten können die App dann entweder per QR-Code laden und über den Link www.app-bahn.com aufsuchen. Der Großstädter aus Berlin soll hier Inspiration finden und vielleicht sogar die nächste Lieblingsapp ausfindig machen. Ideen, um Menschen beim Warten auf einen Bus oder während einer Bahnfahrt mit Produkten bekannt zu machen, gab es auch schon früher. In Südkorea können Menschen beim Verweilen an einer U-Bahn-Haltestelle bequem mit dem Smartphone einkaufen. Eine beklebtet Wand mit Lebensmitteln simuliert den Supermarkt und das Smartphone scannt die Produkte ab und legt sie automatisch in den Warenkorb, der dann per Mobile-Payment-Feature bezahlt wird. Die gekauften Artikel werden dann sofort nach Hause geliefert. So ähnlich soll es auch mit den Apps funktionieren, nur das diese gleich auf dem Smartphone landen.

Mit 36 Apps ist das Angebot sehr groß und jeder sollte für eine App inspiriert werden, um diese herunter zu laden. Wem die Appstraßenbahn zu schnell wieder davon fährt, kann die Apps in Ruhe in den heimischen vier Wänden auf www.app-bahn.com  begutachten und sich eine Meinung darüber bilden.

Ähnlich unkonventionelle Marketing-Ideen kommen vor allem aus der Ecke des Guerilla-Marketings. So hat mal die amerikanische Schwangerschafts-App von Nutricia in einem Einkaufszentrum Männer als Schwangere verkleidet, um Paare für die Schwangerschafts-App zu gewinnen. Eine andere Idee hatte die Social Media App Tripl. Diese hat scheinbar echte Parktickets mit einem frechen Text bei einer Investoren-Konferenz an Autos verteilt. Die Investoren fanden es super. Kreative Ideen gibt es viele, man muss sich nur trauen. Größere Werbemaßnahmen wie die Appstraßenbahn gibt bisher aber nicht, dass liegt wohl vor allem daran, dass kleine Startups und App-Entwickler kein großes Budget für Werbung haben. Klassische Werbung in Zügen und Bahnen kann aber durchaus funktionieren. So habe ich mir, als ich London war, die App YPlan runter geladen, die in einer Tube als Stadtführer angepriesen wurde. Vielleicht sehen wir in Zukunft öfter Apps, die in öffentlichen Verkehrsmitteln präsentiert werden. Die Menschen sind dort auf jeden Fall vorhanden und Zeit haben sie oftmals auch.

Fazit

Der App-Markt scheint wie der Buch-Markt zu funktionieren. Die Bestseller werden im App-Store, bei Google Play und Co. gelistet und die Geheimtipps müssen durch Empfehlungen gefunden werden. Out-of-Home Werbung, wie im Falle der App-Straßenbahn, ist natürlich eine spannende Alternative und irgendwie auch eine entfernte Form des Guerilla-Marketings. Niemand würde eine Straßenbahn erwarten, die mit App-Icons verziert ist.