AroundMe - wissen, was um dich herum passiert

Seit Jahren sammeln Apps, Smartphones und Unternehmen Daten über Orte, Ereignisse und Kunden. Die Angst und Wut davor kann man durchaus nachvollziehen, aber es gibt auch positive Beispiele, wie in der von Vielen angestrebten Post-Privacy Daten sinnvoll genutzt werden können. AroundMe ist wie Foursquare eine App, die Orte in der Umgebung anzeigt, die für einen sinnvoll sein können. Dabei erstellt AroundMe keine eigenen Daten wie Foursquare es tut, sondern greift auf schon vorhandene Daten zu. Ob die App empfehlenswert ist, habe ich für euch getestet.

Einsatzgebiet - wo die App Sinn macht

Großstädte haben oft das Problem, dass sie einem viele Möglichkeiten und Aktivitäten auf sehr kleinem Raum bieten, um den Tag und die Nacht zu gestalten. Gerade Berlin scheint unendliche Möglichkeiten zu bieten und sich dabei noch jeden Tag ein wenig zu verändern. In Mitte ist der Veränderungsprozess besonders deutlich zu sehen und ich habe AroundMe genau da getestet. Daten der ansässigen digitalen Boheme sollten Grundlage genug sein, um der App sinnvolle Ergebnisse zu entlocken.

Die App geöffnet, erkennt sie automatisch meinen Standort (nur wenn ich dem zustimme) und gibt mir Kategorien vor, in denen ich nach Orten, Events oder Angeboten suchen kann (Events wären dann z.B. Filme, die gerade laufen). Darunter sind z.B. Kategorien wie Bars, Hotels, Apotheken, Bankfilialen, Filme etc. etc. Gehe ich auf eine Kategorie, wie ich es im Beispielbild mit Bars getan habe, werden mir nun absteigend nach Entfernung Bars angeboten. Wähle ich eine aus, werden mir zusätzlich Infos zu Kontakten und Feedback angezeigt, die ich nun unter Favoriten speichern kann. Außerdem kann ich mir auf der Karte die Route dorthin anzeigen lassen oder Freunden als Empfehlung schicken, ja sogar in meinen sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook teilen. Für einen Touristen sind solch Hilfen super, wenn ich z.B dringend eine Apotheke benötige, aber die Landessprache nicht beherrsche.

Da ich mich sehr gut in Berlin auskenne, kann ich die Empfehlungen, die mir AroundMe für meinen Standort angibt, wie auf dem Bild unten ersichtlich, sehr gut auf Richtigkeit bewerten. Leider muss ich sehr schnell feststellen, dass Einträge zu z.B. Bars entweder fehlen oder veraltet sind, wie z.B. Die Erdbeer-Bar, die es schon seit Jahren nicht mehr gibt - dort befindet sich jetzt ein Fahrradhändler. Nicht-Ortsansässige könnte das zunächst irritieren, wenn sich der Ort nicht mehr an der Stelle befindet, der eigentlich angegeben ist. Doch ich kann beruhigen, der Großteil der Einträge ist korrekt und stellt einen gute Grundlage dar.

Die Datenquellen von AroundMe stellen dabei andere Unternehmen wie Google, OpenTable oder booking.com bereit und füttern damit die App. Eine Liste mit allen Datenquellen ist nicht ersichtlich. 2008 wurde die Firma in den USA gegründet und hat mittlerweile über 6 Millionen aktive Nutzer in über 200 Ländern, wenn man den Aussagen von TechCrunch Glauben schenken mag.

Fazit

Ein Urteil über Richtigkeit der Einträge in den USA kann ich leider nicht abgeben, aber da die Daten auch dort automatisch generiert werden, wird es auch dort "Daten-Leichen" geben, die wie die Erdbeer-Bar nicht mehr vorhanden sind. Sonst kann ich die App besonders empfehlen, nicht zuletzt weil sie kostenlos ist, sondern auch, weil sie nebenWindows Phone ab 7.5 verfügbar ist. Für 2,69€ kann man sich auch eine werbefreie Version herunterladen.